Blog
2min Lesezeit

Noch vor wenigen Jahren hatte das Bauamt der Gemeinde Ebikon in Eigenregie kleine Veränderungen am Kindergarten Innerschachen an der Kaspar-Kopp-Strasse vorgenommen. Der Ersatz der Fenster erfolgte ohne Fingerspitzengefühl. Offenbar sind sich die Verantwortlichen des ungenügenden Resultats bewusst und haben nun beim benachbarten Schulhaus geeignete Architekten beigezogen. Das Resultat überzeugt.

Das Schulhaus Innerschachen an der Kaspar-Kopp-Strasse stellt im Katalog der Ebikoner Schulhäuser eine Besonderheit dar. Hier wird in zwei Klassenzimmern bis zur vierten Klasse unterrichtet. Um den Ansprüchen der integrativen Förderung zu genügen, mussten am Gebäude Anpassungen vorgenommen werden. Ein 50 Quadratmeter grosser Raum wurde an der Westseite angefügt. Doch nicht nur der Anbau ist neu, auch das Selbstverständnis im Umgang mit diesem Zeitzeugen. Das Schulhaus wurde aufgewertet und präsentiert sich weiterhin als jener qualitätsvoller Bauzeuge der Nachkriegsjahre, der er vor dem Umbau auch war.

Dass es ganz anders hätte kommen können, lässt sich am benachbarten Kindergarten erkennen. Hier wurden noch vor wenigen Jahren die originalen Fenster ersetzt und ein Rollladen eingebaut, was zu einer optischen Abwertung des Gebäudes führte. Den Verantwortlichen war damals offenbar nicht bewusst, welch grosse Wirkung eine kleine Massnahme erzielen kann. Beim Schulhaus hat nun ein Umdenken stattgefunden. Der mit Holz eingehüllte Anbau wertet das Gebäude auf, indem sowohl bestehende wie auch neue Gestaltungselemente eingeführt werden.

Bestehendes Gebäude miteinbeziehen

Die Detailgestaltung zeigt einen spielerischen Umgang mit einer an sich banalen Aufgabe. Die vor- und rückspringenden Latten ergeben, je nach Tageszeit und Sonnenstand, ein dezentes Licht- und Schattenspiel und lassen den Anbau als Pavillon erscheinen, was dem Gebäude gerecht wird. Der Anbau sitzt bündig auf dem Sockel, im Unterschied zum bestehenden Gebäude, wo der Versatz der nachträglich aufgetragenen Aussenisolation störend wirkt. Die Dachdetails haben die Planer vom vorhandenen Schulhaus übernommen, mit ein Grund, dass das zweigeteilte Gebäudevolumen nicht auseinanderbricht. 

Der kleine Anbau an das Schulhaus Innerschachen zeigt, dass ein Weiterbauen am Bestand einen sorgfältigen Umgang verlangt. Das Beispiel zeigt aber auch, dass eine gute Planung auch das bestehende Gebäude miteinbezieht und sich die Eingriffe nicht nur auf den neuen Gebäudeteil beschränken müssen. Das Schulhaus Innerschachen ist auch nach der Erweiterung ein Ganzes geblieben – darin liegt die Stärke dieses beachtenswerten Beitrags.

Aus dem zentralplus Blog Architektur-Blog

ZUR BLOGÜBERSICHT
x
Ist Ihnen unabhängiger Journalismus etwas wert? Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie zentral+, Beiträge wie diesen zu realisieren.

Ihre Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, müssen Sie auf zentralplus eingeloggt sein.
Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich jetzt und profitieren Sie
von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

MEHR AUs diesem Blog