Postplatz Zug  (Bild: Leutwyler Partner Architekten)
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Postplatz Zug (Bild: Leutwyler Partner Architekten)

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Sommer 2016 – ein Blick auf die baulichen Veränderungen an der Achse durch Zug mit dem Casino, Postplatz, Down-Town und dem GIBZ.

Erste Station: Casino

Seit Juni 2016 wird das Casino umgebaut. Die Arbeiten benötigen voraussichtlich rund 14 Monate. Die kulturellen Anlässe werden auf andere Lokalitäten oder Plätze in der Region umgesiedelt. Das Restaurant wurde von der früheren Betreiberin, der Hotel Business Zug AG, bis zum Umbaustart dieses Jahres an Gammacatering übergeben.

Für die Wiederinbetriebnahme im Jahr 2017 wird dann erneut ein Pächter gesucht. Die Lage und auch der Innenausbau des Restaurants am Zugersee sind äusserst attraktiv.

Allerdings scheint der übliche Restaurant-Suchende am Ende der höher frequentierten Promenade beim Restaurant San Marco umzudrehen. Durch die leeren Altstadtgassen oder dem Schleichweg direkt am Ufer entlang scheinen nur wenige den Weg zum Casino zu finden – sofern man überhaupt damit rechnet, dass sich im Casino ein Restaurant befindet. Besser erkennbar ist es vom Seebad Seeliken.

Wer aber den Eingang von der Strasse aus nimmt, findet sich auf dem roten Teppich der Garderobe wieder. Es ist nicht auszuschliessen, dass dort schon Besucher verunsichert umgedreht haben. Der künftige Betreiber täte gut daran, diesen Umstand zu erkennen und diesen – so gut wie mit baulichen oder mit Marketingmassnahmen möglich – zu beheben. Denn die kleinen Tische unter den steinernen Maueröffnungen, die grossen Fensterbogen, die angenehme Grösse und die gute Materialisierung sind sehenswert und ideale Begleiter für ein Abendessen am Zugersee.

Nächste Station: Post

Inzwischen hat man sich knapp daran gewöhnt, dass am Postplatz bei der alten Post nebst den Postfächern nichts mehr mit Brief und Paket zu machen ist. Hinter und links neben der Post wird nun schon seit Längerem gegraben – was dort entsteht, ist noch den wenigsten bekannt.

Visualisierung Nachbarbau zum alten Postgebäude in Zug (Leutwyler Partner Architekten)
Visualisierung Nachbarbau zum alten Postgebäude in Zug (Leutwyler Partner Architekten) (Bild: Leutwyler Partner Architekten)

Leutwyler Partner Architekten haben für diesen Standort zwei eigenständige Wohn- und Geschäftsgebäude geplant, mit einem darunterliegenden und zusammenhängenden Parkhaus. Ziele der Überbauung sind die Steigerung der Attraktivität des Platzes und die Schaffung von Nutzflächen am Platzrand.

Dank der künftigen Parkplätze im Parkhaus werden die jetzigen Parkplätze auf dem Postplatz aufgehoben, sodass der Platz wieder zu einem Platz für die Zuger umgestaltet werden kann.

Etwas weiter – an der Baarerstrasse 50–60

Nebst dem City-Corner an der Baarerstrasse 48 wurde kürzlich das «Down Town» Livin’ in Zug von den Architekten 720º nach dessen Erstellung ausgerüstet. Im Erdgeschoss zeigt künftig Auto Pierre Sudan, was Ferrari und Maserati gerade zu bieten haben, darüber befinden sich 50 Wohnungen und Büroräumlichkeiten.

Ganz im Stil von Maserati ist die Fassade an der Baarerstrasse dunkel und wirkt mit den profilierten Elementen etwas böse. Oder anders ausgedrückt wirkt es wie ein eleganter Anzug eines erfolgreichen Geschäftsmannes.

Einmal um die Ecke gebogen sieht man die Fassaden der ebenfalls neu erstellten Anbauten mit Ausrichtung auf die Wohnquartiere. Diese sind senkrecht unterteilt, als würde es sich um mehrere aneinandergebaute Häuser handeln. Eine angenehme Geste im Vergleich zu den sonst üblicherweise sehr grossflächigen und unstrukturierten Fassaden grosser Komplexe.

«Die bauliche Entwicklung von Zug bleibt spannend.»

Zum Abschluss das Gewerblich-industrielle Bildungszentrum Zug

Das GIBZ an der Baarerstrasse wird aufgestockt und bekommt bis in 20 Monaten einen fünften Trakt. Damit wird auf die akute Platznot in den letzten Jahren reagiert. Der Eingangstrakt wird mit zwei Geschossen aufgestockt und zwei ungenutzte Hauswartwohnungen werden umgebaut.

Ab November 2016 wird mit dem Neubau begonnen, welcher 2018 bezogen werden soll. Die Planer erarbeiten das Projekt aktuell mit der BIM-Technologie (building information modeling). Dabei werden digitale Gebäudedaten von den Fachplanern erstellt und vom Architekten in ein gemeinsames dreidimensionales Modell integriert.

Dadurch können z.B. Mengen für die Kostenplanung genauer ermittelt und der Bauablauf zeitlich optimiert werden. Kollisionen von z.B. Gebäudetechnikinstallationen untereinander oder mit baulichen Strukturen werden frühzeitig erkannt und für die Bewirtschaftung nach der Erstellung stehen intelligente Datensätze zur Verfügung.

Die bauliche Entwicklung von Zug bleibt somit ebenso spannend wie die Veränderungen in der Planungsbranche mit den neuen Technologien.

Aus dem zentralplus Blog Architektur-Blog

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