Dreidimensionale Werbung (Bild: Tanja Rösner-Meisser)
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Dreidimensionale Werbung (Bild: Tanja Rösner-Meisser)

4min Lesezeit

Bauwände beeinflussen gerade jetzt im Sommer stark die Wahrnehmung der Stadt Zug. Drei regionale Beispiele zeigen die unterschiedlichen Funktionen der Bauwand.

Eine Bauwand, welche rund um eine Baustelle aufgestellt wird, hat mehrere Funktionen. Die Wand bildet eine räumliche Trennung zwischen Baustelle und Nicht-Baustelle. Sie hält den «gemeinen Fussgänger» davon ab, in die Baugrube zu stürzen, weil er sich gerade via Smartphone über die Gefahren im Alltag informiert.

Fläche mit persönlicher Notiz

Auf der Gegenseite markiert sie für den «gemeinen Bauarbeiter» die Grenze, bis zu welcher hin er sich mit Material und Tätigkeit ausbreiten kann. So viel zur Grundfunktion. Nun, inzwischen ist uns bekannt, dass grosse weisse oder graue Flächen in gut frequentierten Gegenden gerne für persönliche Notizen gebraucht werden. Ungeachtet der Besitzverhältnisse, erinnert man die Umgebung mittels Farbspray auf der Wand an seinen eigenen Namen, an seinen Lieblingsfussballclub oder aber im besten Fall natürlich an seine wirklich künstlerische Fähigkeit.

Information anstatt Fremdnutzung

Möchte nun der Besitzer eine Fremdnutzung dieser Fläche verhindern, gestaltet er diese am besten gleich selbst. Auch er hat hier die Wahl zwischen der Funktion der Eigenwerbung oder Werbung der Baufirmen, eine Information oder Botschaft mitzuteilen oder aber Kunst zu zeigen.

Eine klare Abgrenzung zwischen diesen Möglichkeiten ist nicht zwingend. Umso besser, wenn eine Botschaft mit Kunst vermittelt (im Wissen, dass Kunst an sich ja gerne eine Botschaft in sich trägt) oder eine Eigenwerbung mit einer Botschaft verbunden wird. Dazu drei Beispiele aus derZuger Umgebung.

Beispiel 1 setzt auf Gold. (Bild: Tanja Rösner-Meisser)
Beispiel 1 setzt auf Gold. (Bild: Tanja Rösner-Meisser)

Beispiel 1 – Eigenwerbung mit Botschaft

Gesehen an der Nordzufahrt in Zug. Seit einigen Monaten stehen dort Bauwände für die Vorbereitungsarbeiten, und markant ausgespart wird dabei der Platz für einen Würfel – so gross wie ein Einfamilienhaus. Die Wände des Würfels sind aus einem Textil gefertigt, welches auf ein Metallgerüst aufgezogen wurde. Der Würfel seinerseits bildet sich aus 27 goldenen Klötzchen.

Gleich nebenan wird mit diesen goldenen Klötzchen grafisch auf der Bauwand gespielt. Man stelle sich vor, eine unsichtbare Hand baut von Abbildung zu Abbildung Klötzchen auf Klötzchen. Die grafische Qualität, der Name des Bauprojekts «Quadrolith», die wörtlich abgebildete Botschaft «Einfach. Goldrichtig.» – das alles scheint aus der Hand eines professionellen Marketing-Fachmanns zu kommen.

Gold und Bronze für Zug

Ebenfalls auf der Bauwand sieht man der Grund für die Eigenwerbung. Ein Bürobau-Areal mit mehreren Gebäuden mit einer natürlich goldfarbenen Fassade. Was für ein grossartiges und kreatives Image, welches hier bei der Ein-/Ausfahrt von Zug präsentiert wird.

Nicht ganz was ich mir als Zuger wünsche, wenn ich Zug nach aussenhin als einen eigentlich bodenständigen Ort repräsentieren möchte. Aber Werbung funktioniert nun mal so. Immerhin passt der künftige Bau zum Nachbarn, dem älteren bronzefarbenen Bürokomplex. Fehlt nur noch die Silbermedaille für das Podest.

Auf der nächsten Seite finden Sie weitere spannende Beispiele aus Zug.

Aus dem zentralplus Blog Architektur-Blog

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