früherer Hotelbau Palace
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früherer Hotelbau Palace

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Viele Bauten, viel Geld, viel Gesundheit und etwas Denkmalschutz. Ein paar Fakten und Hintergründe zum Resort.

Ein grober baulicher Überblick. Auf dem Bürgenstock werden aktuell 550 Mio. Franken aus dem Staatsfonds des Emirats Katar verbaut. Unter den 30 Gebäuden befinden sich das Bürgenstock Hotel, das Palace Hotel und das Waldhotel für die geschätzten 150’000 Übernachtungen pro Jahr. 11 bis 14 Kräne ziehen auch die Residence-Suiten, Gesundheits- und Konferenzzentren und Personalhäuser in die Höhe.

Im grossflächigen Resort kann man golfen, Tennis spielen, reiten, curlen, wandern, biken und shoppen. Die Swatch Group hat sich hierzu erst kürzlich für fünf Uhren- und Schmuckfachgeschäfte eine Verkaufsfläche von 670 Quadratmetern gesichert. Das Alpine-Spa belegt 10’000 Quadratmeter und die 12 Restaurants sollten einen Grossteil der Geschmäcker abdecken können. Auch die kulturell Interessierten finden ihr Angebot im Skulpturenpark, im Museum und in Konzerten. 2017 soll die Eröffnung stattfinden. Regelmässig schauen die Mitglieder des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) vor Ort vorbei, zuletzt Anfang April 2016.

Die Anfänge des Tourismus

Zum Alleinstellungsmerkmal. Der Tourismus ist seit weit über 100 Jahren auf dem Bürgenstock zu Hause. 1872 gründete die Firma Bucher & Durrer die erste Hotel-Niederlassung. In dieser Zeit entstanden das Grand-Hotel, das Park Hotel und die Bürgenstock-Bahn. Der Hammetschwand-Lift folgte dann 1905. Zwischen 1925 und 1996 prägte die Familie Frey bis in die dritte Generation das Resort, die drei Hotels wurden komplett erneuert.

Eine Luxusdestination

Insbesondere während des Zweiten Weltkriegs, als viele Tourismusdestinationen in die Knie gezwungen wurden, gingen hier Gäste aus aller Welt und von Rang und Namen ein und aus. Daran will man mit dem grosszügig erweiterten und künftig autofreien Resort anknüpfen, als Ganzjahresbetrieb mit Fokus auf «Healthy Living». Diese Strategie basiert auf der heutigen Nachfrage nach Rehabilitation, Diagnostik, medizinischen Checks und auf dem Angebot rund um Schönheit, gesundes Altern, «Gewichtsmanagement», Lebensstil und der Balance zwischen Körper und Geist (ich bitte um Nachsicht für die direkte Übersetzung). Nur gerade Operationen werden nicht vor Ort gemacht. Aber im Prinzip kann ein Patient direkt nach der OP in das gewünschte Umfeld gebracht und dort professionell therapiert und mit allem Luxus betreut werden.

Die schnellste Anreise empfiehlt sich mittels Boot-Shuttle ab dem KKL Luzern und der neuen Bürgenstock-Bahn direkt ins neue Fünfsterne-Hotel. Die rund 75 Wohnungen werden mit allen möglichen Annehmlichkeiten vermietet. Vom Komfort eines Hotelbesuchs unterscheidet sich hierbei wirklich nur der fehlende Kaufvertrag. Wozu verkaufen, Katar will ja eine Anlage tätigen.

Im Wandel der Zeit

Die Denkmalpflege hält ein Auge drauf. Gemeinsam mit der Bauherrschaft, der Nidwaldner Regierung, den Gemeinden und Schutzverbänden hat man einen Gesamtplan erstellt, welcher den Schutzumfang der jeweiligen Gebäude definiert. Zahlreiche Umbauten seit der Erbauung der Gebäude sowie die heutigen Anforderungen an Komfort und Brandschutz führten zu einer Abwägung bezüglich der Unterschutzstellung. Das hat aber auch dazu geführt, dass zum Beispiel beim Grand die Mittelbereiche zwischen den Risaliten (hervorstehende, senkrechte Gebäudeteile) des Grand-Hotels ersetzt werden. In diesem grossen Rahmen von Neu- und Versorgungsbauten entsteht dadurch der Eindruck einer Protektion von einigen Bauten und Gebäudeteilen. Wie dies im Zusammenspiel wirkt und ob genau diese Qualität als Zeuge der geschichtlichen Entwicklung in dieser Umgebung des Überflusses überzeugen vermag, wird man erst nach der Eröffnung beurteilen können.

Aus dem zentralplus Blog Architektur-Blog

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