Visualisierung von Ralph Eichenberger, Eichenberger-Szenografie
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Visualisierung von Ralph Eichenberger, Eichenberger-Szenografie

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Die Region Luzern erhält, als eine der wenigen Städte der Schweiz ohne Modell, künftig ein physisches Abbild auf der Fläche von 102 m2. Als Pate einer der Kacheln kann sich nun jeder finanziell und emotional an der Raumplanung beteiligen.

Planer, Ämter und professionelle Bauherrschaften arbeiten immer mehr mit digitalen Hilfsmitteln. Gebäude und Stadtteile werden 3D aufgezeichnet, visualisiert und interaktiv bearbeitet. Was dadurch aber trotzdem nicht gänzlich ersetzt werden kann, ist das klassische Modell. Wir kennen nach wie vor die Arbeitsmodelle aus blauem XPS (Extrudierte Polystyrolplatten), die Gipsmodelle für die Ämter und Jurys, detaillierte Grundrissmodelle für die Bauherrschaft oder ein 1:1 Fassadenmodell für die Baufreigabe. Der Projektentwickler entscheidet, welche Aussage er treffen möchte, entscheidet sich für das Werkzeug (z.B. Plan, Visualisierung oder Modell) und wählt dann den geeigneten Massstab, die Detaillierung und die Materialisierung. Wenn man in der Besprechung die Volumetrie eines Gebäudes besprechen möchte hilft es nicht, ein Balkongeländer bereits realitätsnah auszubilden.  

Qualität entsteht in der Diskussion, im Kritisieren und Überprüfen – direkt am Modell. Ein physisches Modell dreht man in der Hand und es erlaubt dem Betrachter unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Je grösser der Ausschnitt, umso besser können raumplanerische Bezüge erkannt werden. Sei dies zwischen zwei unterschiedlichen Quartieren oder gar Gemeinden. Pläne können nicht von allen Beteiligten gelesen werden, erst recht nicht wenn man in der Hanglage arbeitet. Der Mensch sieht nun mal perspektivisch und nicht zweidimensional. Genau von dieser Qualität ist die Architektenfachgruppe (AFG)  überzeugt und wird bei der Realisierung durch die Stiftung Stadtmodell Region Luzern vom SIA Zentralschweiz unterstützt. Das Modell schafft aus Sicht der Förderer Identität, sensibilisiert ein breites Publikum für das Thema Raumentwicklung und schärft das Bewusstsein für die qualitative Entwicklung der Region Luzern. Es soll zudem politische Prozesse beschleunigen und wird zu einem unverzichtbaren Arbeitsinstrument für Baufach-Kommissionen, Raumplanung, Architekten und Verbände. Es wird bereits heute mit Teilmodellen gearbeitet, bis 2018 soll dann die ganze Region auch für die Öffentlichkeit oder/und zu Bildungszwecken zur Verfügung stehen. Das Modell bleibt denn auch nicht statisch, sondern wird zeitnah mit den realen, baulichen Änderungen in der Region aktualisiert.

Am 13. April 2016 wurden im Dachgeschoss des alten kantonalen Zeughauses am Eröffnungsapéro die ersten der total 1428 Kacheln des künftig entstehenden 3D-Drucks versteigert. Als Pate eines ca. 40 x 30 cm grossen Ausschnitts im Massstab 1:1000 erhält man ein Zertifikat, und wird voraussichtlich in Zukunft im Ausstellungsraum erwähnt. Eine gute Chance sich finanziell und je nach Kachel auch emotional am Hilfsmittel für die Raumplanung zu beteiligen. So konnte ich denn auch dem Reiz nicht wiederstehen, mir den Ausschnitt mit dem Architektur-Trakt der HSLU T&A in Horw zu sichern.  Am 11. Juni von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr ist das Stadtmodell, heute noch als 2D-Plott, für die Öffentlichkeit zugänglich. Jeder erhält damit die Möglichkeit z.B. die Kachel symbolisch zu erwerben, auf welcher das eigene Zuhause steht. Interessenten leite ich gerne an zentralschweiz.sia.ch weiter.

Aus dem zentralplus Blog Architektur-Blog

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