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In der kalten Jahreszeit beziehen wir Energie und Wärme aus dem Leitungsnetz. Die Installationen sind gut verborgen. Doch ein Blick hinter die Kulissen lohnt sich. 

Um die Weihnachtszeit werden Licht und Wärme zum kostbaren Gut. Das moderne Leben macht uns unabhängig. Holzhacken und Lagerfeuermachen werden in Magazinen romantisch verklärt. Weil alles so gut klappt, können wir uns auf Wesentlicheres konzentrieren. 

Das gute Leitungsnetz verdanken wir einer Vielzahl von Akteuren, die sich während dem ganzen Jahr um qualitätsvolle Arbeit bemühen. Die Arbeit der Installateure bleibt verborgen. Die Zeiten sind vorbei, als Leitungen durch die Lüfte führten. Heute befinden sich die Leitungen im Boden. Dort befinden sich die Datenautobahnen und Energiekorridore. Sie kommen nur zum Vorschein, wenn gegraben wird. 

Ausnahme bilden die zahlreichen kleinen Unterstationen, die entlang der Strassen oder in den Quartieren stehen. Als Zweckbauten geben sie sich eher unauffällig. Ihre Platzierung ergibt sich oft aus dem Leitungsnetz. Selten übernehmen sie eine raumbildende Aufgabe. Wie zufällig stehen sie im öffentlichen Raum herum. 

Doch der Blick hinter die unscheinbare Kulisse offenbart einen erstaunlichen Reichtum. Die technischen Installationen sind ein optisches Feuerwerk. Farben und Systeme komponieren ein Bild, das den Vergleich mit konkreter Kunst nicht scheuen muss. Die innere Logik bleibt auf den ersten Blick verborgen. Ohne Erklärungen lassen sich diese Skulpturen nicht begreifen. 

Schade, dass diese Qualitäten nur unsichtbar vorhanden sind. Die Siedlungen würden reicher, wären die Türen der Unterstationen aus Glas. Würde eine Beschriftung aufgetragen, liesse sich den Bewohnerinnen und Bewohnern der Zweck und die Funktion der Installationen erläutern. Unsere moderne Technik würde greifbarer und der Blick auf das Wesentliche würde geschärft.

Aus dem zentralplus Blog Architektur-Blog

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