(Bild: Tanja Rösner-Meisser)
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Wohnraum ist im Kanton Zug nach wie vor gesucht. Die Überbauung Obermühleweid in Cham bietet nun mit sechs Mehrfamilienhäuser eine dörfliches Wohnquartier. Weitere sechs Gebäude werden folgen.

Wo früher ein Feld zwischen der Feuerwehr Cham und dem inzwischen umgebauten Hammergut am nördlichen Siedlungsrand blühte, bietet heute die erste der zwei Etappen des Areals Obermühleweid in sechs Mehrfamilienhäuser Wohnraum. Die zweite Etappe wurde kürzlich gestartet und wird bis 2016 fertig gestellt. Die Lage zwischen Autobahnzufahrt und Lorzenufer sowie die Nähe zu den Schulen und umliegenden Quartieren könnte kaum abwechslungsreicher sein. Die Wohnqualität zeigt sich vor allem aber im Zwischenraum der Wohnhäuser.

Keine mehrspurigen, überlangen Fussgänger-Achsen und keine anstrengende Wiederholung identischer Gebäudetypen mit dem immer gleichen Eingangs-Abzweiger langweilen den Betrachter. Man braucht hier keine krampfhafte Gestaltung mit individuellen Türfarben. Überraschend angenehm, fast dörflich wirkt die innere Freiraumstruktur. Ein Brunnen, geschützte Sitzgelegenheiten, ein unverkrampfter Umgang mit der technischen Infrastruktur um nur einen Teil der Elemente zu nennen. Der Weg von Haus zu Haus führt um auffallend grosszügig grüne Ecken herum, eine Spielweise und Spielelemente sind am Rand zum Naherholungsgebiet platziert und nicht auf einer betonierten Restfläche zuammen gedrückt. Die Familienfreundlichkeit sieht und spürt man, ohne es auf die Nase gedrückt zu bekommen.

Der Freiraum zwischen den Wohnbauten wird am stärksten durch die Loggien charakterisiert, welche als angedockte Vorbauten wie überdimensionale Erker wirken. Gerne würde man sich in den oberen Geschossen einnisten, um das Quartierleben beobachten zu können. Nur schon um zu hören, wie am Abend die Eltern nacheinander ihre Kinder für das Abendessen nach Hause rufen.

Die Putzfassaden sind durch Strukturputzeinsätze dort gegliedert, wo keine Fenster sind. Von der Lorze her gesehen blickt man durch die Loggien hindurch in den Hof. Die starke, senkrechte Unterteilung der Fassade wirkt auf den ersten Blick befremdlich, führt aber auch zu einer kleinflächigeren Fassadenfläche, welche dem dörflichen Charakter zu Gute kommt. Dieser wird auch durch die blühenden Blumen unterstützt, welche nun nicht mehr auf dem früheren Feld, nun aber in den Wohnraumgärten zwischen den Gebäuden blühen.

Aus dem zentralplus Blog Architektur-Blog

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