(Bild: Tanja Rösner-Meisser)
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Der Lorzenweg Cham-Hagendorn verbindet Naherholungsgebiete und Siedlungsräume. Einen Dank an den Fluss, welcher der heutigen Stadt Entwicklungshilfe gegeben hat.

Cham hat seiner Bevölkerung viel zu bieten, dies nicht zuletzt dank der Lage am Zugersee und der Lorze. Die Eröffnung des Lorzenweg Cham-Hagendorn im Mai 2015 könnte man deshalb auch als Dankbarkeit resp. als Erkenntnis dieses Umstandes werten. Die Stadt Cham war bis vor 300 Jahren ein von der Landwirtschaft und dem Handwerk dominiertes Dorf. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beginnt sich der Ort mit Hilfe des Lorzenausfluss aus dem Zugersee zu wandeln. Mühlen, Schmiede und Werke entstehen und verhelfen zu Wachstum und Lebensqualität.

Der Weg beginnt mit dem Flussuferauslauf zwischen Villettepark und dem Hirsgarten, führt unter der Bärenbrücke durch in Richtung Papierfabrik Cham. Das Industrieareal, welches sich künftig in ein Wohn- und Arbeitsquartier wandeln wird, markiert den ersten der fünf Abschnitte mit dem Titel «Fabrik». Der darauf folgende Abschnitt «Park» steht sinnbildlich für die Umgebung des Hammerguts. Die Abschnitte «See», «Kanal Süd» und «Kanal Nord» widmen sich ganz der Natur, aufgebrochen durch das Kleinwasserkraftwerk Untermühle und die Abwasserreinigungsanlage.

Der Weg verbindet Orte, welche die Chamer kennen, man aber bisher nicht in dieser Abfolge und Erholungsqualität erleben konnte. Es gibt Zugänge zum Wasser, von Holz dominierte Spielplätze, gesicherte Wege und attraktiv platzierte Sitzplätze. Eindruck hinterlässt die abrupt einige Meter über dem Ufer endende Holzbrücke. Drei bewusst platzierte Öffnungen lenken den Blick auf die Tier- und Pflanzenwelt am Ufer der Lorze. Die seitlichen Wände aus abgedrehten Holzlatten spielen ebenfalls mit Licht und Blick ins Grüne.

Zu den Zielen des Projekts gehören die Naherholung, Hindernisfreiheit, Schutz und Aufwertung der Natur, Identifikation und die Anbindung an die Siedlungsgebiete. In den acht Jahren der Planung und Realisation hat man sich diesen bewusst angenommen und spürbar umgesetzt. Der Natur resp. dem Einflussgebiet der Lorze zwischen Cham und Hagendorn hat man eine Bühne geschaffen, auf welcher der Fluss unterschiedliche Rollen spielt.

Aus dem zentralplus Blog Architektur-Blog

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