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Die Abstimmung am 9. Juni zur neuen Bau- und Zonenordnung BZO Luzern ist eine Zitterpartie. Denn: Gegen das Bauen lassen sich auch mit schlechten Argumenten schnell Mehrheiten finden.

Brauchen wir Hochhäuser? Auf diese Frage reduziert sich die Debatte um die neue Bau- und Zonenordnung BZO der Stadt Luzern. Vier Hochhaus-Standorte sind offenbar Anlass genug, das bestehende Regelwerk dem revidierten vorzuziehen. Doch woher kommt diese Angst? 

Hochhäuser sind in der Schweiz viel verbreitet und ihre Umsetzung ist erprobt. Es gibt eine lange Tradition im Umgang mit Hochhäusern, auch in der Stadt Luzern. Nicht nur der Wohnturm Fanghöfli von Joseph Gasser oder das Betagtenzentrum Eichhof, nein auch der Verwaltungstrakt beim Verkehrshaus sind geglückte Hochhaus-Beispiele. Längst sind diese Bauten im Stadtkörper aufgenommen worden und werden als Teil des Stadtbilds anerkannt. Hand auf’s Herz: Wen stört heute noch das Alvar Aalto Hochhaus im Schönbühl? 

Als Sinnbild für Veränderungen müssen die Hochhäuser auch in der kommenden Abstimmung herhalten. Mit ihnen lassen sich die heimlichen Ängste gut illustrieren. Es ist wie bei der Frage der Zuwanderung: Beim Bauen ist das Hochhaus Ausdruck für das Fremde, das nicht zugelassen werden soll. 

Wir dürfen die Stadt nicht vor Aktualität bewahren. Die Baugeschichte lehrt uns, dass Veränderungen möglich sind und gelingen, wenn sie von besonderer Qualität sind. Wer würde sich heute noch gegen den Bau des SUVA-Hauptsitzes über der Luzerner Altstadt wehren wollen? Wer die Entwicklung Luzerns der vergangen Jahre verfolgt hat, stellt ohne Mühe fest, dass sich die Stadt in Sachen Baukultur enorm gesteigert hat. Im Vergleich zu Gemeinden, die sich auch Städte nennen könnten oder als Hauptorte ähnliche Zentrumsfunktionen wie Luzern übernehmen, sind die Unterschiede enorm. 

Der Widerstand, der gegen die neue Bau- und Zonenordnung BZO der Stadt Luzern geleistet wird, ist zu bedauern. Ich wünschte mir aktives Mitwirken besonders an jenen Orten, wo die Baukultur über Jahre vernachlässigt wurde. Um die Zukunft von Luzern müssen wir wenig Angst haben. Hier gelten auch nach Annahme der neuen BZO hohe Anforderungen an Städtebau und Architektur. 

Aus dem zentralplus Blog Architektur-Blog

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