(Bild: Cut & Shoot)
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Social Media – meine tägliche Gratwanderung

6min Lesezeit

Die sozialen Medien scheinen allgegenwärtig und teilweise unentbehrlich. Für Blogger Andy Wolf ist daher klar: Um präsent zu bleiben, muss er auf den Plattformen vertreten sein. Nur: In welcher Breite, in welcher Dosis und in welcher Tiefe macht das alles Sinn?

Andy Wolf

Nicht erst seit dem Datenklau bei Facebook ist uns wieder bewusst geworden, wie offenherzig und freizügig wir mit unseren Daten online umgehen. Jede Anmeldung, jeder Klick – alles wird irgendwo auf einem Server abgelegt und gesammelt. Oder meint ihr, die Migros stützt aus lauter Goodwill an der Menschheit die Cumulus-Karte mit wöchentlichen Aktionen und Vergünstigungen?

Daher bringt auch das Löschen vom Facebook-Account wenig, wenn man zum Beispiel immer noch auf Instagram oder WhatsApp aktiv ist und bleibt. Die sozialen Medien sind also Fluch und Segen zugleich.

Bei mir zum Glück eher ein Segen. Denn die sozialen Medien sind meine Plattform und «Verkaufskanäle». In meiner Branche (Event, Kommunikation, Netzwerk) ist es enorm wichtig, präsent zu sein. Wer sich nicht selber zeigt und präsentiert, wird von den Agenturen und Verantwortlichen schnell vergessen. Sei es bei der Besetzung des Moderatorenjobs, einer Influencer-Aufgabe, einem Medientraining oder beim Setting hinter den Event-Kulissen.

Auf welchem Kanal? In welcher Dosis?

Da haben es meine «Gspändli» in den elektronischen Medien einfacher. Wer täglich oder mindestens wöchentlich am Fernsehen zu sehen oder im Radio zu hören ist, ist aktuell und in den Köpfen der Bevölkerung ein Thema. Da ich bekannterweise diese Möglichkeit nicht mehr habe, benutze ich die verschiedenen Plattformen, um meinen Mitmenschen zu zeigen, was ich so mache und für was ich stehe.

Die grosse Schwierigkeit an dieser Aufgabe: Was könnte interessant sein? Was gefällt den Followern? Wo ist der Schnitt zwischen Persönlichem und Privatem? Wie stark positioniere ich mich? Zu welchen Themen? Auf welchem Kanal? In welcher Dosis?

«Es ist für mich eine tägliche Gratwanderung.»

Gerade die Dosis ist eine der schwierigsten Fragen. Zu viel schadet der Positionierung und dem Image. Da das «Posten» eines Bilds, eines Textes oder eines Links aber auch einen Ansatz von Sucht von Menschen mit Geltungsdrang haben kann, ist es für mich eine tägliche Gratwanderung. Kommt hinzu, dass bei mir gewisse Apps bestens funktionieren, andere Kanäle habe ich ehrlicherweise einfach als Mittel zum Zweck, dass ich dort auch dabei bin.

Ist Facebook nicht mehr sexy?

Auf Facebook habe ich zwei Seiten. Eine unter «Andy Wolf» und eine sogenannte «Fan-Seite». Zusammen komme ich da auf eine Reichweite von knapp 8’000 «Freunden». Aber irgendwie läuft auf diesen Kanälen für mich nicht mehr gleich viel wie auch schon. Ist Facebook nicht mehr «sexy» genug? Oder tatsächlich nur noch für die Alten? Oder eben, haben die Followers mich genug auf Facebook gesehen? Denken sie: «Nein nicht schon wieder der?» Ich weiss es nicht.

«Die Tiefe spare ich mir für das private Umfeld auf.»

Rüüdig aktiv – auch wenn mit weniger Followern – bin ich beim Onlinedienst Instagram. Diese schmucke Bilderwelt gefällt mir. Und dann noch ein paar coole Hashtags. Mehr braucht es da nicht. Meine Follower bekommen da ein stimmiges Bild von mir und meiner bescheidenen Welt. Wenn auch ein oberflächliches. Aber die Tiefe spare ich mir für das private Umfeld auf und bei aller Öffentlichkeit, gewisse Dinge und Situationen möchte ich nicht teilen.

Die Masse der sozialen Medien

Geschäftlich setze ich gerne auf LinkedIn. Dort poste ich in erster Linie Links und Hinweise über Projekte, welche ich betreuen darf. Dort bekomme ich von den über 6’100 Followern verschiedene Reaktionen und so ist dieser Kanal für mich als «Gradmesser» dankbar und hilfreich. Ein Xing-Konto habe ich auch. Aber im Vergleich zu LinkedIn ist der Xing-Austausch für mich sehr überschaubar. Wieso der Unterschied zwischen LinkedIn und Xing bei mir solch einen Spagat macht, ist für mich ein grosses Rätsel.

Natürlich bin ich auch auf …

  • Twitter: Dort sind in der Schweiz vor allem Politiker, Promis und Journalisten aktiv.
  • Pinterest: eine wahre Freude, in die x-Tausende von Bilder einzutauchen.
  • Youtube: ein Must. Aber Talent als Filmer habe ich weniger.
  • Vero: cooles Tool. Aber in der Schweiz eher flau genutzt.
  • Periscope: Das gehört Twitter und hatte auch schon bessere Zeiten.
  • Shazam: wichtiges Tool, das brauche ich als DJ. Erkennt die Musik und zeigt mir auf, ob ich diesen Song auf iTunes kaufen kann.

Der einzige grosse Social-Media-Kanal, welcher an mir vorbeigeht, ist snapchat. Irgendwie bin ich für dieses Tool zu alt und sehe darin keinen Vorteil. Und die 24-Stunden-Storys bediene ich auf meinen Instagram- und WhatsApp-Kanälen.

Sie merken, wenn ich alle meine SM-Kanäle seriös betreuen möchte, bin ich täglich mindestens drei bis vier Stunden online. Und genau so lange bin ich täglich in my social media jungle. Und ich verirre mich nur ganz selten in diesem kunterbunten Dschungel.

Aber bitte nehmen sie die Social-Media-Welt nicht allzu ernst. Vieles entspricht nicht dem wahren Leben und hat im realen Leben nicht den gleichen Stellenwert. Dessen bin ich mir selber auch bewusst.

Aus dem zentralplus Blog Wolf im Schafspelz

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