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(Nicht) in jedem steckt ein John Travolta

5min Lesezeit

Andy Wolf über das Rudelverhalten von Frauen an einer Party. Und weshalb er lieber hinter dem DJ-Pult steht.

Andy Wolf

Bee Gees! Kylie Minogue!! Justin Timberlake!!! Göttlich, nein königlich. Deshalb heisst das neuste Luzerner Partylabel «Disco Royal» – erstmals zu erleben am Freitag im Konzerthaus Schüür. Feiert doch mit, wenn Luzern zum Discotakt der besten Popsongs schwingt und tanzt. Als Organisator freut es mich rüüdig, eines meiner Lieblings-Musikgenre den partywütigen Luzernerinnen und Luzerner präsentieren zu dürfen.

«In erster Linie sind es Frauen, die anfangen zu tanzen.»

Discomusik ist seit den späten 70er-Jahren weltweit präsent und noch heute eine dankbare Musikrichtung, um die Menschen auf den «Dancefloor» zu locken. Die Menschen? In erster Linie sind es Frauen, die im Club, an einer Bar, in einer Discothek anfangen zu tanzen. Die Männer können die Musik noch so gerne haben, mehr als mit dem linken Fuss im Takt zu wippen, geht in den meisten Fällen nicht.

Und dann gibt es ja noch das Taktgefühl. Das will einfach bei den Männern selten so fliessen und anmutig ausschauen, wie wenn John Travolta im Film «Saturday Night Fever» über die Tanzfläche schwebt.

Unsere Motorik spielt uns zusätzlich immer wieder einen Streich. Es sieht einfach nicht elegant aus, wenn wir uns zu musikalischen Klängen bewegen sollen. Ausser, wir haben uns an der Bar schon ein wenig «warm» getrunken. Dann sinkt die Hemmschwelle. Und die Motivation zum Tanzen steigt, von Bier zu Bier.

«Die Frauen sind in einem Club chilliger unterwegs als die Männer.»

Ich selber trinke keinen Alkohol. Rücken oder Leiste schmerzen sowieso, weshalb ich meine hoffnungsvolle Fussballerkarriere leider frühzeitig abbrechen musste. Darum bin ich ja auch seit Jahrzehnten hinter und nicht vor dem Mischpult anzutreffen. Das Gefühl, die Partymenschen zum Tanzen zu bringen, versöhnt mich sehr: Es ist ganz ein feines Gefühl.

Der DJ Ihres Vertrauens, heute, alive and kicking ...
Der DJ Ihres Vertrauens, heute, alive and kicking ... (Bild: zvg)

Da mir die kommerziellen Hits aus den 70er-Jahren bis heute auch selber gut gefallen, muss ich mich als DJ auch nicht verstellen und darf so quasi «meine» Musik für die Gäste abspielen. Und so oder so ist es entspannter und einfacher, die Menschen vom DJ-Pult aus zu beobachten, als sich selber tanzend in Szene zu setzen.

Klar beneide ich alle Männer, die schwungvoll tanzend die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und so nicht nur die eigene Tanzpartnerin begeistern. Die Frauen sind in einem Club «chilliger» unterwegs als die Männer. Wenn ihnen die Musik und Stimmung gefällt, beginnen sie – meistens in Gruppen von zwei bis sechs Frauen – mit dem Tanzen und geniessen das Leben. Viva la vida!

«Keine tanzwilligen Frauen – keine stimmige Party.»

Ein Phänomen, welches nicht nur ich als DJ kenne, sondern in vielen Städten anzutreffen ist. Warum das so ist? Keine Ahnung. Daher ist es aber ein ungeschriebenes Gesetz, welches auch wir mit «Disco Royal» einhalten werden. Setze ein paar Freundinnen und Kolleginnen auf die Gästeliste und spiele von Anfang an kommerziell erfolgreiche Discosongs, wie zum Beispiel:

- Michael Jackson – Don’t Stop ’til You Get Enough
- Olivia Newton-John & John Travolta – You’re the One That I Want
- Crystal Waters – Gypsy Woman
- Technotronic – Pump Up the Jam
- Yves Larock – Rise Up

Denn eines behaupte ich einfach mal frech: Wenn du als Veranstalter keine tanzwilligen Frauen vor Ort hast, entsteht keine stimmige Party. Da können die Männer noch so viel an der Bar trinken.

... und einst, 1984, im schicken Hawaiihemd.
... und einst, 1984, im schicken Hawaiihemd. (Bild: zvg)

Aber vielleicht tickt Luzern und die Zentralschweiz ja anders? Daher mein Aufruf an euch, liebe royale Disco-Liebhaber: Bekämpft das Klischee und zeigt uns, dass auch die Männer gerne und wild auf der Tanzfläche sind.

«Guys, let’s dance!»

Zum Beispiel diesen Freitag bei «Disco Royal». Guys, let’s dance! Bee Gees! Kylie Minogue!! Justin Timberlake!!!

Aus dem zentralplus Blog Wolf im Schafspelz

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