(Bild: Cut & Shoot)
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Emil Steinberger, der Grand Senior der Schweizer Komiker-Szene, inspiriert und prägt mich bereits seit knapp 40 Jahren. Er hat mich in schwierigen Lebenslagen zum Lachen gebracht und mich mit Selbstwertgefühl erfüllt, als mein jugendliches Selbst es dringend nötig hatte. Und nur Emil ist es zu verdanken, dass ich in der Primarschule beliebter war als der Pausenapfel.

Andy Wolf

Ich zähle ja schon zum alten Eisen; zu meiner Schulzeit wurde auch am Samstag die Schulbank gedrückt. Versüsst hat mir das harte Primarschulleben – natürlich – die grosse Pause, fast noch besser war aber, was sich einmal monatlich nach der Zähni-Pause abgespielt hat. Erraten Sie's?

Genau, dort im Klassenzimmer vor versammelter Mannschaft habe ich die ersten Schritte Richtung Unterhaltungsbranche gewagt. Einmal im Monat durfte ich meine Gspändli mit den legendären Nummern des einzigartigen Emil Steinberger unterhalten. Ob auf der Wache, auf dem Balkon oder als fast perfekter Beifahrer beim Einparkieren – dank Emils Kreativität hatte ich die Lacher auf meiner Seite.

Das kam mir recht, denn sportlich konnte ich nicht gross auftrumpfen – dafür stieg ich dank meiner Showeinlagen am Samstagmorgen in der Klassen-Hierarchie blitzartig auf. Danke Emil!

Leider hat es sich während meiner Jugend nie ergeben, dass ich Emil live hätte erleben können. Seine Nummern kannte ich nur ab Schallplatte, Kassette (ja, liebe Millennials, so ging das damals) und ab raren Schwarz-Weiss-Aufzeichnungen im Fernsehen.

Umso emotionaler war dann das erste Zusammentreffen mit meinem Idol. Es fand erst Jahrzehnte später statt, und zwar im Radio-Studio. Emil war nach einigen Jahren in New York wieder zurück in der Heimat und ich durfte mit ihm über sein Buch «Wahre Lügengeschichten» plaudern. Sie können sich nicht vorstellen, was mir das bedeutet hat und noch immer bedeutet. Nach Jahren stand endlich mein grosses Vorbild leibhaftig vor mir.

Im Gespräch mit Emil.
Im Gespräch mit Emil. (Bild: zvg )

Und dann war Emil – er besuchte das Studio mit seiner Frau Niccel – auch genauso charmant und liebenswürdig, wie ich ihn mir in meinen kühnsten Träumen vorgestellt hatte. Die Chemie stimmte. Sie stimmte so sehr, dass ich Emil und Niccel ins Hotel Park Weggis (zu dem ich auch eine emotionale Bindung habe; haben Sie's schon gelesen?) einlud und vor Live-Publikum ein Stündchen mit ihm weiterplauderte. Ein wahr gewordener Traum!

Inzwischen ist Emil ja auch wieder unterwegs und spielt heute, am 18. Oktober, quasi vor meiner Haustüre in Sarnen. Ehrensache, dass auch ich im Publikum sitzen werde.

Emil, mein Held, auf dich trifft eines meiner Lieblings-Zitate ganz speziell zu: «Wenn ich alt bin, will ich nicht jung aussehen, sondern glücklich.» Danke für alles.

Eine Ehre: die handgeschriebene Widmung.
Eine Ehre: die handgeschriebene Widmung. (Bild: zvg)

Mit meinem grossen Idol.
Mit meinem grossen Idol. (Bild: zvg)

Aus dem zentralplus Blog Wolf im Schafspelz

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