(Bild: Cut & Shoot)
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Nicht nur in Luzern gab es kürzlich einen Bänkli-Überfall (zentralplus berichtete), sondern auch in Weggis. Wieso ich deswegen leise vor mich hinleide, erfahren Sie in meinem ersten Blog-Beitrag.

Andy Wolf

Wir schreiben das Jahr 2006. Nach turbulenten privaten Zeiten bin ich auf der Suche nach einer Bleibe, und fündig werde ich nicht etwa in einer Junggesellen-WG in der Luzerner Neustadt, sondern im 5-Sterne-Hotel Park Weggis. Zwar «nur» in dessen Angestelltenhaus, aber das heisst «Friedheim». Wer da nicht Frieden findet ... Nicht schlecht, oder? Besitzer Martin Denz und Direktor Peter Kämpfer haben mir ermöglicht, meine Wunden bei herrlichster Seesicht zu lecken.

Vor dem Hotel befindet sich auch meine allerliebste Holz-Sitzbank. Das schlichte braune Bänkli vor dem Beach Club direkt am Vierwaldstättersee ist zwar alles andere als bequem, doch die leicht unzufriedene Wirbelsäule nehme ich gerne in Kauf. Das Besondere an dieser Sitzgelegenheit? Sie symbolisiert für mich einen besonderen Lebensabschnitt und somit ist ihr emotionaler Wert für mich unermesslich gross.

Andy Wolfs liebstes «Naherholungsgebiet».
Andy Wolfs liebstes «Naherholungsgebiet». (Bild: Andy Wolf)

Als ich im Park Weggis unterkam, moderierte ich zu früher Stunde die Radio-Pilatus-Morgenshow «Andyamo» und somit hatte ich an meinen freien Nachmittagen Zeit, mich zu erholen und zu regenerieren. Dies geschah dann jeweils – Sie haben es erraten – auf «meinem» Bänkli.

Die Sitzbank war ja eigentlich für die illustren Hotelgäste bestimmt, weil's jedoch an Wochentagen relativ ruhig zu und her ging im Beach Club (ob das wohl ein Grund sein mag, wieso das Hotel inzwischen verkauft wurde?), erlaubte mir die Direktion ein paar Stunden erstklassige Bänkli-Erholung.

Die Aussicht auf den Bürgenstock und Vitznau, die vorbeifahrenden Dampfschiffe und das Seepanorama – pure Wellness für die angeschlagene Seele! Die therapeutische Stille und die vornehme Schönheit der Luzerner Riviera erfüllten mich mit neuer Kraft, dafür bin ich meiner «Ruhe-Insel» bis heute dankbar.

Nur: Jetzt ist sie weg, die Bank. Nicht nur sie, sondern das ganze Hotel. Das Hotel Park Weggis wurde anfangs Oktober verkauft; es wird nun eine Gesundheitsklinik daraus. Mit Holzbank am See? Das werde ich vermutlich nie erfahren, zur künftigen Kundschaft zähle ich wohl eher nicht.

Falls Sie aber wissen sollten, wohin es die originale Park Weggis Sitzbank verschlagen hat, lassen Sie es mich wissen. Mir wäre rüüdig geholfen, denn ... es ist wieder an der Zeit für ein wenig Erholung.

Und weg wars!
Und weg wars! (Bild: Andy Wolf)

Aus dem zentralplus Blog Wolf im Schafspelz

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