Davoser Matchwinner Nygren steht auf der Kandidatenliste des EV Zug
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Verteidiger Magnus Nygren steuerte ein Tor und einen Assist zum 4:3-Sieg der Davoser in Zug bei. (Bild: Andy Müller/freshfocus)

Ärgerliche Niederlage für die Zuger Davoser Matchwinner Nygren steht auf der Kandidatenliste des EV Zug

4 min Lesezeit 06.01.2021, 05:03 Uhr

Steht nach Fabrice Herzog nächste Saison noch ein weiterer aktueller HCD-Spieler beim EV Zug auf der Lohnliste? Die Rede ist von Magnus Nygren, der treibenden Kraft beim 4:3-Sieg nach Penaltyschiessen in Zug. Der 30-jährige Schwede entspricht genau dem Profil eines Verteidigers, den der EVZ ab 2021/22 in seinen Reihen sehen will.

Mit dem zweiten Sieg innerhalb einer Woche über die Zentralschweizer dürfen sich die Bündner damit brüsten, dass sie das bisher einzige Team in der laufenden Meisterschaft stellen, das gegen den Tabellenführer eine positive Bilanz aufweist: Nach dem 3:2-Sieg am zweitletzten Tag des abgelaufenen Jahres haben die auf Platz 7 klassierten Davoser 4 und die Zuger deren 2 Punkte geholt.

Ein Hauptgrund, warum der EVZ die Revanche gegen diesen Gegner verpasste, war die Vorstellung von Magnus Nygren. Er assistierte zum ersten Ausgleichstreffer der Davoser und markierte den zweiten mit einem satten Schuss gleich selber.

Mit neun Toren ist er aktuell der treffsicherste Verteidiger der Liga, zusammen mit sieben Torvorlagen steht der Mann aus Karlstad, dessen Vertrag mit dem HC Davos am Ende der laufenden Saison ausläuft, auf Platz 5 der produktivsten Abwehrspieler der National League.

Der Marathon-Mann der Liga

Die beeindruckendste aller Zahlen in seiner persönlichen Statistik ist aber seine Belastbarkeit: In Zug stand Magnus Nygren über 29 Minuten der insgesamt 65 Spielminuten auf dem «Gletscher». Seine durchschnittliche Eiszeit in dieser Saison beträgt bislang exakt 26 Minuten und 53 Sekunden. Kein anderer Spieler in der höchsten Schweizer Spielklasse muss so lange Dienst schieben.

«Magnus Nygren ist einer von diversen möglichen Kandidaten.»

EVZ-Sportchef Reto Kläy

Magnus Nygren kann seiner Mannschaft aber nicht nur offensiv, sondern auch defensiv Gutes tun und entspricht damit genau der «eierlegenden Wollmilchsau», nach der EVZ-Sportchef Reto Kläy sucht (zentralplus berichtete). Er bestätigt diesem Medium auf Anfrage, dass Nygren einer von diversen möglichen Kandidaten sei.

Für nächste Saison muss Reto Kläy die Abwehr der Zuger nach den feststehenden Abgängen von Captain Raphael Diaz, Santeri Alatalo und den an Davos ausgeliehenen Jesse Zgraggen neu aufstellen.

Samuel Kreis von Biel wird eine Lücke füllen. Und mindestens ein, wenn nicht sogar zwei neue ausländische Verteidiger die weiteren.

Tangnes: «Nicht heiss und schneidig genug»

Trotz der abermaligen Niederlage gegen Davos, die der EVZ einstecken musste, obwohl er nie im Spiel in Rückstand geriet, bleibt das Team von Dan Tangnes klarer Tabellenführer. Damit geht der Zuger Chefcoach aber alles andere als locker um: «Wir waren nicht heiss und schneidig genug. Das ist es, was absolute Topteams von guten Mannschaften unterscheidet.»

«Wir wurden zu Beginn des letzten Drittels überfahren, das darf uns nicht passieren.»

EVZ-Goalie Luca Hollenstein

Sein Team ist ohne jeden Zweifel eine der besten Mannschaften in diesem Championat. Schliesslich ist es seit 13 Spielen und dem 0:4 in Genf nie mehr ohne Punktgewinn vom Eis gestapft. Aber Dan Tangnes verlangt mehr Gier und Persönlichkeit: «Wir hätten das Spiel in der zweiten Hälfte des Mitteldrittels für uns entscheiden müssen.»

Schliesslich weiss er auch: Die Güte dieser Zuger Saison wird einzig und allein am Gewinn des ersten Meistertitels seit 1998 gemessen.

Zug ist das bessere Team, aber …

Noch schlimmer sollte sich der Fortgang des Spiels aus Sicht des Gastgebers entwickeln: Die Zuger wirkten im Schlussabschnitt so, als hätten sie in der zweiten Drittelspause einen «Valium-Tee» zu sich genommen. Nach bloss 46 Sekunden kassierten sie in lethargischem Zustand das 2:2 durch Magnus Nygren.

Und wiederum verstrichen genau 46 Sekunden, bis das zwischenzeitliche 3:2 des Gastgebers im Überzahlspiel (50.) abermals durch die Davoser auf Gleichstand gestellt wurde.

«Wir wurden zu Beginn des letzten Drittels überfahren, das darf uns nicht passieren», gibt Goalie Luca Hollenstein unumwunden zu. «Wir waren grundsätzlich die bessere Mannschaft auf dem Eis, aber wir haben in dummen Momenten die Gegentore kassiert.»

Das 20-jährige Goalietalent hat 31 von 34 Schüssen der Davoser pariert (Abwehrquote 91,18 Prozent) und seinem Team damit eine reelle Siegchance gegeben. Trotzdem und wohl auch wegen geringer Erfahrung auf höchsten Niveau in einem Penaltyschiessen stand am Ende die zweite Niederlage in seinem achten Saisoneinsatz für die Zuger.

Am Freitag folgt das erste Saisonduell überhaupt gegen Fribourg – und erst noch auf eigenem Eis. Das muss Motivation genug für die Zuger sein, sich nicht noch eine zweite negative Zwischenbilanz gegen einen Liga-Konkurrenten einzufangen.

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