«Das wird ein ganz grosses Feuerwerk für die Schüür»
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Marco Liembd im Schüürgarten. (Bild: uus)

Luzerner Konzerthaus wird bald umgebaut «Das wird ein ganz grosses Feuerwerk für die Schüür»

5 min Lesezeit 21.11.2020, 05:01 Uhr

Das Konzerthaus Schüür wird nach knapp 30 Jahren saniert und vergrössert. Weil Corona derzeit vieles lahmlegt, werden die Bauarbeiten vorgezogen. Der Startschuss soll im nächsten Sommer fallen.

Live Musik hören, das ist in der Schüür derzeit coronabedingt nicht möglich. Das Konzerthaus ist für das Publikum vorläufig geschlossen – es dient Musikern, Technikerinnen und Bands für Proben und Workshops (zentralplus berichtete).

Hinter den Kulissen laufen derweil die Arbeiten für die geplante Sanierung des Hauses bei der Langensandbrücke. Aktuell wird das Bauprojekt erarbeitet, bereits im Mai 2020 ist der entsprechende Kredit von 380’000 Franken von der Stadt Luzern gesprochen worden, wie aus dem aktuellen Aufgaben- und Finanzplan hervorgeht.

«Wir freuen uns sehr, dass der Umbau immer konkreter wird und näher rückt», sagt Geschäftsleiter Marco Liembd. 1992 hat man das Haus nur für zehn Jahre geplant – in zwei Jahren wird es bereits 30-jährig. «Es ist höchste Eisenbahn, die Schüür für die nächsten Jahre parat zu machen.»

Ein separater Eingang – aber nicht beim Garten

Das 28-jährige Konzerthaus, das ursprünglich im Sinne einer Zwischennutzung realisiert wurde, ist sanierungsbedürftig. Seit dem Start 1992 seien keine grösseren baulichen Arbeiten vorgenommen worden, sagt Anja Kloth, Leiterin Baumanagement bei der Stadt Luzern. Im Zuge des Umbaus ist daher auch eine energetische Sanierung geplant.

Vor allem aber möchte die Schüür schon länger einen zweiten Eingang. So sollen der Konzertsaal im Obergeschoss und der Bereich im Untergeschoss voneinander entkoppelt werden.

«Das Projekt wurde beschleunigt.»

Anja Kloth, Stadt Luzern

Bereits vor drei Jahren präsentierte die Schüür mit dem «Projekt 180°» eine Idee für eine Erweiterung. Diese sieht einen Anbau vor, der mehr Platz bietet für zusätzliche Toiletten, Garderobe und Büro- sowie Technikräume. «Das Projekt 180° ist die Basis für das Projekt, welches momentan erarbeitet wird», sagt Anja Kloth.

Der Schüürgarten bleibt.

Ursprünglich war ein Anbau auf Seite des Gartens angedacht. Das ist inzwischen aber vom Tisch, sagt Liembd. Das Gebäude werde auf der anderen Seite erweitert. «Der wunderschöne Schüürgarten bleibt, wie er ist und wir ihn alle gern haben.» Die Details des Projekts sind noch nicht spruchreif. Klar ist laut Liembd aber, dass die Kapazität des Konzerthauses unverändert bleibt. «Es geht uns nicht darum, grössere und mehr Veranstaltungen durchzuführen, sondern betrieblich so, wie es im Jahr 2020 angemessen ist.»

Dieses – etwas ältere – Video zeigt, wieso eine Erweiterung aus betrieblichen Gründen nötig ist und welche Idee anfänglich im Raum stand:

Für die Schüür sind die Pläne in den aktuell schwierigen Zeiten ein Lichtblick. «Das gibt in dieser Coronakrise für das gesamte Team eine unglaubliche Motivationsspritze und Vision – das ist in diesem Moment unbezahlbar», sagt Liembd. Beim Umbau handelt es sich seinen Aussagen zufolge um den «wahrscheinlich grössten Schritt in der 28-jährigen Geschichte des Hauses. Wenn es so kommt, wie es jetzt geplant ist, wird es ein ganz grosses Feuerwerk für die Schüür.» 

Bauarbeiten dauern neun Monate

Es würde sich eigentlich anbieten, den Umbau jetzt schon in Angriff zu nehmen, wenn der Betrieb eh wegen der Pandemie runtergefahren ist. Doch das Projekt ist noch nicht baureif. Die Stadt ist aber bemüht, Gas zu geben. «Das Projekt wurde beschleunigt», sagt Anja Kloth. «So ist der Baustart im Sommer 2021 vorgesehen, gegenüber dem ursprünglich geplanten Start im Frühjahr 2022.»

«Es wäre perfekt, wenn wir das 30-Jahr-Jubiläum im umgebauten Haus feiern könnten.»

Marco Liembd, Geschäftsleiter

Auch die Bauzeit soll mit neun Monaten kürzer sein, als ursprünglich vorgesehen. Die Schüür muss dazu nicht extra schliessen, denn die Bauarbeiten werden laut Kloth unter laufendem Betrieb stattfinden. Geschäftsleiter Marco Liembd macht der Stadt ein grosses Kompliment, dass Prozesse wo möglich beschleunigt werden. «Es wäre perfekt, wenn wir das 30-Jahr-Jubiläum im Jahr 2022 im umgebauten Haus feiern könnten.»

Bevor es losgehen kann, muss das Stadtparlament voraussichtlich im Sommer 2021 noch dem Kredit zustimmen. Laut aktuellem Aufgaben- und Finanzplan sind 4,5 Millionen Franken für das Projekt eingestellt. Eine Summe, die auch dem zeitlich inzwischen deutlich längeren Horizont Rechnung trägt (siehe nachfolgende Box).

Schüür bleibt mindestens 20 weitere Jahre

Ursprünglich war das Grundstück, auf dem die Schüür steht, für den Südzubringer vorgesehen. Die Stadt Luzern hat das Gelände darum bereits 1984 enteignet. Die Erbengemeinschaft Styger als frühere Eigentümerin hatte allerdings ein Rückforderungsrecht, wenn das Grundstück nicht innerhalb von 25 Jahren überbaut würde.

Vor diesem Hintergrund haben die Luzerner Jungsozialisten (Juso) 2004 die Volksinitiative «Die Schüür bleibt! Gegen die Verdrängung von Jugendkultur aus der Stadt Luzern» eingereicht. Angesichts des Drucks beschloss die Stadt Luzern, das Grundstück der Schüür zu kaufen und damit der Forderung Rechnung zu tragen.

Ungefährdete Zukunft

Heute besteht ein Gebrauchsleihvertrag und eine Subventionsvereinbarung zwischen der Stadt und dem Verein Konzerthaus Schüür. Jährlich fliessen 150’000 Franken in den Betrieb.

Inzwischen ist auch klar, dass das Konzerthaus einer längeren Zukunft entgegenblicken kann als anfänglich geplant. «Zum heutigen Zeitpunkt gehen wir bei der Schüür von einem weiteren Zeithorizont von mindestens 20 Jahren aus», sagt Anja Kloth von der Stadt Luzern. Dies unter Berücksichtigung des Südzubringers, des Durchgangsbahnhofs und der Überbauung Rösslimatt.

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