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Das steckt hinter der Sitzung des Luzerner Stadtparlaments in Littau
  • Politik
Grossstadtratspräsident Daniel Furrer freut sich auf die Parlamentssitzung in Littau. (Bild: zvg )

Der Ratspräsident will raus zur Bevölkerung Das steckt hinter der Sitzung des Luzerner Stadtparlaments in Littau

4 min Lesezeit 2 Kommentare 26.06.2019, 14:12 Uhr

Heiss ist es. Und heiss zu und her dürfte es am Donnerstag in Littau gehen. Für einmal duellieren sich die Stadtluzerner Politiker nämlich im Ortsteil Littau. Initiiert wurde dies von Grossstadtratspräsident Daniel Furrer. Er verfolgt damit ein grösseres Ziel.

Wenn das Luzerner Stadtparlament am Donnerstag tagt, wird vieles neu sein. Die Zusammensetzung bleibt zwar gleich, doch ausnahmsweise findet die Sitzung nicht im Rathaus statt. Grossstadtratspräsident Daniel Furrer (SP) hat veranlasst, dass das Parlament raus zu den Leuten gehen soll. Deshalb findet die Sitzung ausnahmsweise im Zentrum St. Michael in Littau statt. Los geht’s um 13.15 Uhr. 

Mit dem «Auswärtsspiel» endet das Präsidialjahr von Furrer, der mit drei Schritten die Parlamentsarbeit der Bevölkerung näherbringen wollte. «Das Ziel ist, die Politik zugänglicher, präsenter und transparenter zu machen», sagt Furrer. Dies soll auch das politische Engagement fördern. Die tiefe Stimmbeteiligung bezeichnete Furrer zu Beginn seines Amtsjahres als «bitter» (zentralplus berichtete).

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Um sein Ziel zu erreichen, lancierte der SP-Grossstadtrat gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule ein Lehrmittel für die Oberstufe und veranlasste bereits eine Abendsitzung, damit mehr Besucher beiwohnen konnten. Nun geht’s nach Littau. «Es ist ein Höhepunkt meines Präsidialjahres und ich freue mich darauf», sagt Furrer gegenüber zentralplus.

Littauer Themen fehlen

«Wir wollen gegenüber den Littauern ein Zeichen setzen», sagt Furrer, der selbst im Quartier Tribschen-Langensand wohnt. Schliesslich weise der jüngste Stadtteil jeweils die tiefste Stimmbeteiligung auf. Möglicherweise seien seit der Fusion noch nicht überall mit der Stadt Luzern verbundene Heimatgefühle entstanden, hält er fest. «Umso wichtiger ist es, raus zu gehen. Wir wollen unsere Wertschätzung gegenüber den Littauern zeigen.» 


 

An der Sitzung wird über Hausbesetzungen oder leere Wohnungen in der Altstadt gesprochen. Ein littau-spezifisches Thema ist nicht dabei. «Wäre natürlich schön gewesen», sagt Furrer. Er hofft, dass dennoch und trotz der grossen Hitze viele Littauer den Weg ins Zentrum St. Michael finden werden. Zur Mobilisierung habe man zudem zahlreiche Vereine angeschrieben. «Für den Bevölkerungsapero rechne ich mit 100 bis 150 Personen», so Furrer optimistisch. Dieser startet um circa 17.30 Uhr. 

Littauer sollen Chance packen

FDP-Grossstadtrat Marco Baumann stammt aus Littau und ist erst kürzlich in die Luzerner Innenstadt gezogen. Er findet Furrers Idee toll. «Es soll ein Zeichen dafür sein, dass der Dialog zwischen der Stadtluzerner Behörden und der Bevölkerung aus dem Stadtteil Littau gesichert und gefördert werden soll.» Viele hätten sich seit der Fusion bei ihm beschwert, dass die Verwaltung und die Behörden nun so weit entfernt sind. «An dieser Sitzung und beim anschliessenden Apèro haben sie nun die Chance, Kontakte zu knüpfen und ihre Anliegen zu platzieren.»

Für einmal ist das Zentrum St. Michael in Littau Austragungsort der Parlamentssitzung.

Für einmal ist das Zentrum St. Michael in Littau Austragungsort der Parlamentssitzung.

(Bild: zvg)

Polizei hat alles begutachtet 

Brigitte Koller, Leiterin des Sekretariats des Grossen Stadtrates, ist für die Organisation der Sitzung in Littau zuständig. zentralplus erreicht sie kurz vor Mittag in ihrem Büro. Zuvor und auch am Nachmittag ist sie im Zentrum St. Michael in Littau, um letzte Vorbereitungen vor Ort zu treffen. Die Vorarbeiten für die Sitzung sind definitiv grösser als bei normalen Sitzungen im Rathaus.

«Nach dem Festlegen des Termins ist die Räumlichkeit die wohl grösste Herausforderung», sagt Koller. Schliesslich soll in einem neutralen Raum eine Ratssitzung stattfinden. «Wir mussten Mobiliar, Technik und Verpflegung organisieren.» So wird eine Sprechanlage installiert, die Medien können wie üblich den Ton direkt abkoppeln. Mit der Polizei hat eine Besichtigung vor Ort stattgefunden, um die Sicherheit gewährleisten zu können. Ein erhöhtes Aufgebot sei jedoch nicht geplant, sagt Koller.

Nichts verändern wird sich an der Sitzordnung. Diese hat schliesslich das Parlament festgelegt. «Für den Stadtrat werden wir ein kleines Podest aufbauen», erklärt Koller. Sie hat sich für die spezielle Sitzung auch personelle Unterstützung geholt. «Es wird für Parlamentarier, Journalisten und Zuschauer eine neue Situation sein, dementsprechend erwarten wir vermehrt Fragen.» 

Zu den Kosten sagt Koller: «Inklusive Bevölkerungsapero rechnen wir mit Kosten von rund 10’000 Franken.» Auf die Sitzungsgelder hat der Austragungsort keinen Einfluss. Reisespesen erhalten die Stadtparlamentarier keine.

 

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2 Kommentare
  1. Jöre müller, 26.06.2019, 14:43 Uhr

    für was so eine Teure Sitzung, sind wir Ehrlich, seit der Fusionierung ,gibt es seitens Stadt lere Versprechungen, seit bal 15 Jahren warten wir auf das Projekt Cherstrasse, die Reng und Luzernerstrasse sind vom Verkehr masslos überlastet, aber man Baut Wohnungen und Preist sie als Naherholung an, es muss noch sehr vil Getan werden bis Littau mal da ist wo es hingehört, Müller

    1. Joseph de Mol, 26.06.2019, 16:55 Uhr

      Wie recht Sie haben. Die Littauer wurden mit falschen Versprechungen zur Fusion geködert. Und haben ihn geschluckt. Haben sich übertölpeln lassen. Die Littauer Stimmbevölkerung hätte schon damals eins und eins zusammenzählen können – im Zeitalter der grossen Fusionitis! Zu ihrem eigenen Leidwesen haben sie damals ziemlich deutlich ja gestimmt. Heute würden das wohl viele LittauerInnen anders handhaben. Littau ist die einzige Braut auf dem Fusions-Hochzeitsmarkt geblieben. Alle anderen haben die Lunte gerochen und abgewunken!

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