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Das Stadthaus ist ein offenes Haus – doch wie lange noch?
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Im Stadthaus versammelten sich Medienschaffende und Neugierige. (Bild: Jakob Ineichen)

Luzern überarbeitet Sicherheitskonzept Das Stadthaus ist ein offenes Haus – doch wie lange noch?

3 min Lesezeit 21.05.2019, 16:01 Uhr

Vermehrt komme es an den Schaltern im Stadthaus zu «heiklen, teilweise bedrohlichen Situationen». Dies schreibt der Stadtrat in seiner Antwort auf einen Vorstoss. Darum will die Stadt ihre Kundenzonen zeitgemässer und sicherer gestalten. Das Vorbild könnte Kriens mit seinem neuen Stadthaus sein.

Das Luzerner Stadthaus als offenes Gebäude, in das jeder hineinspazieren kann, ist heute nicht mehr State of the Art. Andere Städte sind restriktiver und schirmen sich besser vor potentiell ungemütlichen Kunden ab. Der Luzerner Stadtrat will darum im Verlauf des Jahres ein neues Konzept zum Bedrohungsmanagement verabschieden.

Damit reagiert der Stadtrat auf eine Motion von Marco Müller und Noëlle Bucher – beide Grüne. Sie forderten vor einem Jahr, dass die Stadt Luzern ihre Kundenzonen der Stadtverwaltung neu gestaltet. In einem Planungsbericht solle der Stadtrat aufzeigen, wie ein moderner Dienstleistungsbetrieb heute aussehen soll. Entwicklungen in den Bereichen Digitalisierung, E-Government und Sicherheit für die Mitarbeitenden müssten dabei berücksichtigt werden.

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Der Grüne Grossstadtrat und die Grossstadträtin denken dabei auch an den geplanten Wegzug der kantonalen Verwaltung an den Seetalplatz: Die frei werdenden Liegenschaften im Stadtzentrum sollen in der Planung des Stadtrates berücksichtigt werden.

Stadthaus heute: nicht optimal

Auch der Stadtrat sieht bei den Kundenzonen der Stadtverwaltung Handlungsbedarf, wie er in seiner Stellungnahme schreibt. Die öffentlichen Bereiche im Stadthaus seien heute teilweise unzureichend ausgerüstet, schwierig auffindbar – kurz: nicht optimal. «Im direkten Kundenkontakt kommt es vermehrt zu heiklen, teilweise bedrohlichen Situationen für Mitarbeitende.»

Stadträtin Manuela Jost (GLP) sagt auf Anfrage, dass es sich dabei vor allem um verbale Bedrohungen handle – nicht alle Kundinnen sind den Mitarbeitern des Stadthauses wohlgesinnt. Darum müsse der Stadtrat jetzt abklären, welche Sicherheitsmassnahmen für welche Bereiche künftig ergriffen werden.

Klar ist: Das Stadthaus am Hirschengraben 17 als komplett offenes Haus wie heute hat wohl in Zukunft ausgedient. Die «Ströme entflechten» muss man laut Manuela Jost, ohne die Kultur der offenen Stadt ganz aufzugeben.

Wie viele Wahlcouverts wohl in seinem Briefkasten landen? Das Stadthaus am Hirschengraben in Luzern.

Das Stadthaus am Hirschengraben in Luzern.

(Bild: bic)

Konzept zu Bedrohungsmanagement

Das Ziel des Stadtrates ist, dass Kundenzonen künftig einladender und besser zu finden sind – und dass sich Mitarbeiterinnen zudem in einem sicheren Arbeitsumfeld bewegen können. Der Handlungsbedarf wird durch aktuelle Entwicklungen erhöht: Digitalisierung, E-Government, Kundenfreundlichkeit, Bedrohungsmanagement. Darum verspricht der Stadtrat noch für dieses Jahr ein Konzept zum Bedrohungsmanagement. Darin sollen verhaltensbezogene, organisatorische und baulich-technische Massnahmen aufgezeigt werden.

Erst danach werden konkrete Massnahmen zu einzelnen Objekten detailliert ausgearbeitet und dem Stadtparlament vorgelegt. Auch der Wegzug der kantonalen Verwaltung hat die Stadt Luzern dabei im Auge und wird sie in die Überlegungen miteinbeziehen.

Fazit: Der Stadtrat teilt mit der Grünen Partei die Forderungen, will diese aber nicht mit einem separaten Planungsbericht umsetzen, sondern die Anliegen in die einzelnen Projekte einfliessen lassen. Deshalb nimmt der Stadtrat die Motion als Postulat entgegen.

Vorbild Kriens?

Ein Vorbild für die Stadt Luzern könnte die Stadt Kriens mit ihrer im Januar neu eröffneten zentralen Verwaltung sein: Die früheren 10 Standorte und über 20 Schalter wurden an einem Ort zusammengelegt.

Für Kundinnen gibt es jetzt eine zentrale Anlaufstelle und Drehscheibe – den Stadtschalter. Dort werden sämtliche rund 60’000 Auskünfte oder Dienstleistungen pro Jahr abgewickelt. Wie am SBB-Schalter zieht man über einen Touchscreen ein Zettelchen und geht an den Empfang. Alle Dienstleistungen, gebündelt an einem Ort – das ist schweizweit einzigartig (zentralplus berichtete).

Und: Auch in Punkto Sicherheit ist die Stadt Kriens der grossen Schwester voraus: Ohne Badge kommt man im modernen Stadthaus nirgends hin.

Das Stadtbüro mit Ticket-System ist die zentrale neue Anlaufstelle für sämtliche Dienstleistungen der Stadt Kriens.

Das Stadtbüro mit Ticket-System ist die zentrale neue Anlaufstelle für sämtliche Dienstleistungen der Stadt Kriens.

(Bild: jwy)

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