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Das sind die Forderungen von FCL-Trainer Celestini
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Bis FCL-Trainer Fabio Celestini mit seinen Spielern (rechts Marvin Schulz) ein geregeltes Training aufnehmen kann, wird es noch Wochen dauern. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Falls die Super League fortgesetzt wird Das sind die Forderungen von FCL-Trainer Celestini

5 min Lesezeit 1 Kommentar 01.04.2020, 05:01 Uhr

Der Fussball steht still. Frühestens am 20. April kann in der Schweiz das Mannschaftstraining wieder aufgenommen werden. FCL-Trainer Fabio Celestini hat eine klare Vorstellung davon, was vor einer Wiederaufnahme der Meisterschaft und nach deren Ende passieren muss.

Seine Frau weilt mit der gemeinsamen Tochter in Panama, seine Söhne leben in Lausanne und seine Eltern in Italien, wo das Corona-Virus bislang am schlimmsten wütete. Und er, Fabio Celestini, ist in Luzern. Seinen Liebsten gehe es gut, niemand sei vom Virus betroffen, sagt der FCL-Trainer mit spürbarer Erleichterung.

Der 44-Jährige gibt unumwunden zu, dass «es nicht einfach ist, die Familie und die Kinder in dieser Zeit nicht bei mir zu haben». Aber wenn das Ganze nicht länger als ein paar Wochen dauere, sei es kein Problem.

Geraten die Grundlagen in Vergessenheit?

Aber weil eben niemand wissen kann, wie lange die Massnahmen im Kampf gegen die Verbreitung des Corona-Virus aufrechterhalten werden, ist Celestini in Luzern – auf Geheiss seines Arbeitgebers (zentralplus berichtete). Er kann voll und ganz hinter dem Entscheid der Klubführung stehen: «Es hätte ja keinen Sinn gemacht, wenn ich erst zehn Stunden aus Panama in die Schweiz hätte fliegen müssen, falls die Trainingsbeschränkung früher aufgehoben worden wäre. Oder Panama die Ausreise nicht erlaubt hätte.»

Bis zum 19. April wird er ein Trainer ohne Spieler sein. Diese machen Home-Training mit individuellen Trainingsplänen von FCL-Konditionstrainer Christian Schmidt (zentralplus berichtete).

«Warmes Wetter könnte im Kampf gegen das Virus helfen, dass wir die Saison zu Ende spielen können.»

FCL-Trainer Fabio Celestini

Aber was kann Celestini tun, damit die Grundlagen, die er mit seinen Mannen in den zwei Monaten seit seinem Jobantritt (5 Siege und ein Remis in sechs Spielen) Anfang 2020 erarbeitet hat, nicht in Vergessenheit geraten?

Darin sieht Celestini kein Problem: «Wenn klar ist, wie der Plan ausschaut und was genau verlangt wird, ist das keine Herausforderung. Wichtig ist, dass die Spieler bei ihrer Rückkehr ins Mannschaftstraining eine positive Mentalität, Lust auf die Arbeit und gute Gesundheit mitbringen.»

Verschiedene Szenarien entworfen?

In der Zwischenzeit wird Celestini nicht in Aktionismus ausbrechen. «Ich werde die Spieler in nächster Zeit einmal kontaktieren, um mich zu erkundigen, wie es ihnen geht, wie sie mental mit der Situation klarkommen. Bis dahin sollen sie sich auf ihre Familien konzentrieren können.»

Er nutzt die Zeit, um in Zusammenarbeit mit seinem Staff verschiedene Szenarien zu entwerfen. Was bedeutet eine Wiederaufnahme der Meisterschaft im Mai, im Juni oder gar noch später? Und was ein Abbruch?

Celestini hofft auf warmes Wetter. «Das könnte im Kampf gegen das Virus helfen, dass wir die Saison zu Ende spielen können.»

Er fordert dreiwöchige Vorbereitung

Der europäische Fussballverband (Uefa) wird diesen Mittwoch mit allen 55 Mitgliedern beraten, wie die Meisterschaft in den verschiedenen Ländern möglichst gleichzeitig wieder aufgenommen und zu Ende gespielt werden könnte. Dies im Bestreben, die Gelddruck-Maschine Champions League und Europa League nicht abwürgen zu müssen.

Darüber hinaus geht es auch um Fragen wie: Wann öffnet das nächste internationale Transferfenster? Wann soll die Saison 2020/21 beginnen?

«Es ist ein Irrglaube, dass sich die Spieler jetzt erholen könnten.»

Für Celestini ist erstens klar: «Wir brauchen ab Beginn des ersten gemeinsamen Mannschaftstrainings bis zum Wiedereinstieg in die Meisterschaft mindestens drei Wochen Vorbereitungszeit.» Das Home-Training sei zwar gut, um die Athletik in Schuss zu halten. Aber es sei kein Ersatz fürs Mannschaftstraining. «Fussball besteht aus Körperkontakt, aus Laufwegen, aus Abschlüssen. Das kann man nur gemeinsam üben und einstudieren.»

Und zweitens: «Falls die aktuelle Meisterschaft zu Ende gespielt werden kann, braucht es mindestens zehn Tage Erholung für die Spieler und ein paar Wochen Vorbereitungszeit, bevor die nächste Saison beginnen kann.» Es sei ein Irrglaube, dass sich die Spieler jetzt erholen könnten. «Die Corona-Krise zwingt sie, zu Hause zu bleiben. Und die aktuelle Ungewissheit nagt an allen Menschen.»

Was passiert mit FCL-Spieler Matos?

Aber was, falls die Meisterschaft abgebrochen werden muss? Das verschlimmerte nicht nur die finanzielle Situation des um die Existenz kämpfenden FC Luzern (zentralplus berichtete). Es macht auch Celestinis Anspruch, die Mannschaft in der nächsten Saison nach seinen Vorstellungen zu verändern, um einiges schwieriger.

«Klar, einen Otar Kakabadze zum Beispiel habe ich nicht spielen sehen können», sagt er. «Aber ich bin jetzt drei Monate hier und kenne die aktuellen Kaderspieler und kann ihr Potenzial darum recht gut einschätzen.»

«Ich habe eine klare Idee davon, auf welchen Positionen wir uns verbessern müssen und wie das Profil einer Verstärkung auszusehen hat.»

Celestini steht darum in regem Kontakt mit Sportchef Remo Meyer. Eine seiner drängendsten Fragen ist, «was mit Ryder Matos passiert». Der Brasilianer ist unter seiner Ägide zu einem Stammspieler geworden, doch der Leihvertrag endet mit dieser Spielzeit.

Eine wichtige Frage ist auch jene nach möglichen Verstärkungen für den FCL. Celestini sagt dazu, dass er keine konkreten Namen von Spielern im Kopf habe. «Schliesslich habe ich ja noch keine Info darüber, was der Plan und die finanziellen Möglichkeiten des Klubs für die Zukunft sind. Aber ich habe eine klare Idee davon, auf welchen Positionen wir uns verbessern müssen und wie das Profil einer Verstärkung auszusehen hat.»

Auf dem Planeten Fussball werden in den nächsten Tagen und Wochen wichtige Weichen gestellt. Und dann werden aus den Eventualitäten in Celestinis Plan zunehmend Gewissheiten.

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1 Kommentare
  1. Armin Kneubühler, 02.05.2020, 22:57 Uhr

    Ich habe Sie erst jetzt entdeckt.
    Toll, was Sie machen !!!

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