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Cupsieger muss in die Erfolgsspur finden
Das sagt Goalie Marius Müller zu fünf heissen FCL-Thesen

  • Lesezeit: 5 min
FCL-Goalie Marius Müller: «Zurzeit stehen wir zu Recht auf Platz 9.»
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FCL-Goalie Marius Müller: «Zurzeit stehen wir zu Recht auf Platz 9.» (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Noch fünf Meisterschaftsspiele bis zur Winterpause: Bis dahin sind der FC Luzern und sein Trainer Fabio Celestini dringend auf eine Leistungssteigerung und möglichst viele Punkte angewiesen. Der auf Barrage-Platz 9 klassierte FCL darf keine Lücke zum rettenden Ufer entstehen lassen.

Die vor der Nati-Pause eingefangene 0:1-Heimniederlage gegen den FC Sion hat dem scheuen Aufwärtstrend des FC Luzern ein jähes Ende bereitet. FCL-Trainer Fabio Celestini forderte daraufhin mehr Qualität und Leistung seiner Spieler auf dem Platz (zentralplus berichtete).

Können die Spieler nicht mehr? Oder wollen sie nicht mehr? Anlass für zentralplus, Luzerns Leistungsträger und Goalie Marius Müller vor dem nächsten Auswärtsspiel in Lugano (Sonntag, 16.30 Uhr) mit fünf Thesen zu konfrontieren.

1. These: Qualität des FCL-Kaders wird überbewertet

zentralplus: Beim FC Luzern redet man gerne davon, wie viel Luft nach oben es qualitativ in dieser Mannschaft noch gebe. Aber die aktuelle Tabelle, die nie lügt, sagt etwas Anderes über die Qualität der Luzerner aus.

Marius Müller: Am Ende des Tages ist das so: Die Tabelle lügt nicht. Auch wenn ich nicht viel davon halte, Tabellenpositionen voreilig zu bewerten. In den letzten gut zwei Jahren habe ich in der Super League gelernt, dass drei Spiele dazu ausreichen, dass nichts mehr ist, wie es vorher war – und das im positiven wie im negativen Sinne. Wenn man sich unsere Saison vor Augen führt, dann stehen wir zu Recht auf Platz 9.

Und zum Thema Luft nach oben möchte ich erwähnen, dass alle gesehen haben, was wir ab April für eine Leistung hingelegt haben. Und viele Abgänge hatten wir im Sommer ja auch nicht. Jetzt aber alles am Fehlen von Louis Schaub, der ein extrem wichtiger Spieler für uns war, festzumachen, ist mir zu einfach. Jeder, der schon letzte Saison dabei war, weiss, was wir gegen Ende ausgepackt haben. Eigentlich müssten wir auf das damalige Leistungsniveau noch eine Schippe drauflegen, allerdings sind wir davon noch ein Stück weit weg. Deshalb muss es bis zur Winterpause unser kurzfristiges Ziel sein, an dieses Niveau heranzukommen.

2. These: FCL-Captains machen Mangel an echten Leadern deutlich

zentralplus: Dejan Sorgic wurde in der laufenden Saison durch Christian Gentner als FCL-Captain abgelöst. Dieser wurde beim 0:1 gegen Sion nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Holger Badstuber aber als erster Luzerner ausgewechselt. Das zeigt exemplarisch, dass es dem FC Luzern an echten Leadern fehlt, die ihre Mannschaft mit Mentalität und Leistung auf dem Platz mitreissen und führen können.

Müller: Man hat gesehen, dass in den letzten zwei Jahren bei den Captains Ladehemmungen vorhanden waren. Es ist die Aufgabe der Betroffenen selber, das mit dem Coach zu regeln. Mit Christian Gentner ist jetzt der absolut Beste gefunden, der persönlich Leistung erbringt, ohne dass ihm die Captainbinde schwere Beine macht. Er war ja schon fast seine ganze Karriere lang Captain.

«Wir haben andere Probleme als Gleichgültigkeit.»

Jetzt sind wir auf einem guten Weg. Dass Christian Gentner zuletzt ausgewechselt wurde, war eine taktische Entscheidung des Trainers. Bis zu diesem Zeitpunkt hat er uns mit seiner Leistung Stabilität verliehen.

3. These: Die Mannschaft hat keinen Plan, wie sie sich steigern kann

zentralplus: FCL-Trainer Fabio Celestini ist auf die Verunsicherung der Mannschaft eingegangen und zeigte sich in seinem taktischen Konzept flexibel. Aber die Spieler selber haben keinen Plan, wie sie sich aus dem Loch herausziehen können.

Müller: Wenn wir keinen Plan hätten, würde ich mich morgen bei Sportchef Remo Meyer melden und ihm sagen, er solle uns sofort vom Spielbetrieb abmelden. In unserer Situation können wir nichts Anderes machen als weiterhin hart zu arbeiten, an die Taktik, das System, die Aufstellung und das gute Gelingen zu glauben.

Wenn du allerdings aufhörst, an das zu glauben, was dir vorgegeben wird, dann hat eine Mannschaft keinen Plan mehr. Aber das ist bei uns definitiv nicht der Fall. Jetzt stehen wir Spieler in der Verantwortung, die erforderlichen Ergebnisse zu erreichen.

4. These: Gleichgültiger FCL ergibt sich seinem Schicksal

zentralplus: Der FCL strahlt auf dem Platz Gleichgültigkeit aus. Er ergibt sich seinem Schicksal statt sich mit aller Vehemenz dagegen aufzulehnen.

Müller: Wenn man das Spiel gegen Sion, das bei Weitem nicht das beste war, was wir bis jetzt gemacht haben, anschaut, so hatten wir 90 Minuten gekämpft und Torchancen gehabt. Es ist im Moment aber auch nicht so, dass wir mal mit einem oder zwei Toren in Führung gehen können oder ein Tor aus dem Nichts machen.

«Wir haben das im Cupfinal gezeigte Niveau nicht mehr erreicht.»

Aber wir haben andere Probleme als Gleichgültigkeit. In Luzern war nur in seltensten Fällen die Mentalität das Problem. Wir haben gegen Sion versucht, bis zum Schluss nach vorne zu spielen. Aber wir hatten einfach zu viele technische Fehler drin. Diese hatten uns beim Erarbeiten von Torchancen gehemmt. Dennoch hatten wir die Chancen, um selber 1:0 in Front zu gehen. Wir müssen einfach weiter daran arbeiten und glauben, dann kommt es auch wieder anders.

5. These: Der FCL-Cupsieg ist mittlerweile mehr Fluch als Segen

zentralplus: Im Nachhinein betrachtet ist der Cupsieg mehr Fluch als Segen für den FCL, weil er sich von diesem Triumph blenden liess.

Müller: Das kann ich nachvollziehen, weil das vielleicht beim einen oder anderen so ankommt nach dem schlechten Saisonstart, in dem wir das im Cupfinal gezeigte Niveau nicht mehr erreicht haben. Letzte Saison haben wir auch viele Spiele verloren. Aber wir hatten dabei ein Level erreicht, bei dem es schier unmöglich war, keinen Punkt geholt zu haben. Das war in dieser Meisterschaft nicht mehr so.

Dennoch war der Cupsieg ein geiles Erlebnis für jeden Einzelnen von uns. Einmalig und historisch. Schon von der ersten Cuprunde an habe ich aber gepredigt, dass uns der Cupsieg in dieser Saison nichts bringt. Dass du nach einem solchen Triumph mal in eine Abwärtsspirale rutschst, kann passieren. Wenn man sich mal die Weltmeister der letzten Turniere anschaut, dann war es nicht nur bei den Deutschen nach dem Gewinn des WM-Titels so, dass die Mannschaft bei nächster Gelegenheit wirklich schlecht spielte. Aber meist sind dann nicht mehr die gleichen Spieler und Betreuer am Werk.

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