Regionales Leben

Botanica Pflanzenfestival in Luzern
Das Neubad verwandelt sich in eine grüne Oase

  • Lesezeit: 5 min
  • Kommentare: 3
Das Botanica Festival im Neubad-Pool zog gemäss Organisatorin rund 2'500 Personen an.
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Das Botanica Festival im Neubad-Pool zog gemäss Organisatorin rund 2'500 Personen an. (Bild: ewi)

Von Ständen mit Zimmerpflanzen bis hin zu Kunstinstallationen über die Abholzung der Regenwälder deckt das Botanica Festival so ziemlich die gesamte Spannbreite der Pflanzenwelt ab. Das Festival fand von Donnerstag bis Sonntag im Neubad-Pool statt und ist vor allem eines: kunterbunt.

Schon beim Betreten des Neubads ist irgendetwas anders. Denn ins Auge stechen für einmal nicht die Bar oder die Gäste – sondern das viele Grün, das den Eingangsbereich des ehemaligen Hallenbads dekoriert. Besonders auffällig sind die meterhohen Bananenstauden, die dem Neubad-Interieur gleich etwas Exotisches verleihen. Neben einer dieser Pflanzen steht auf einem Holzschild in grossen Lettern geschrieben: «Botanica Pflanzenfestival». Aha, jetzt wäre also auch der Hintergrund der grünen Dekoration geklärt.

Zugegeben: Beim Betreten des Pools waren wir etwas enttäuscht. Nur schon vom Namen des Festivals her hätten wir uns mehr Dschungel-Feeling erhofft. Wir lassen uns aber nicht irritieren und begeben uns auf einen Rundgang. Gleich zu Beginn stossen wir auf Eddie Hara. Der Basler Streetart-Künstler malt gerade ein riesiges Bild, das gespickt ist mit lauter pflanzlichen Elementen: «Ich bin seit vier Tagen dran», erzählt Hara. «Normalerweise male ich keine Pflanzen. Doch die Organisatorin hat mich hierhin eingeladen und mich gebeten, ein Bild mit Pflanzen zu malen. Live.»

Das sei für ihn zwar eine grosse Herausforderung, zumal er sich gewohnt ist, in Ruhe zu arbeiten. «Doch es ist für mich auch spannend, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und ihnen etwas über meine Arbeit zu erzählen», ergänzt der Maler. Danach greift er wieder zum Pinsel und malt weiter an seinem Bild, das er am Ende des Festivals in sein Studio transportieren wird, um dort daran weiterzuarbeiten.

Gleich daneben stossen wir auf den nächsten Künstler. Der Luzerner Kusthrim Memeti hat sich in einem alten Duschraum des Hallenbads eingerichtet und dort eine Kunstinstallation aufgestellt, die auf die Abholzung des Regenwaldes aufmerksam macht. Holzscheite, rötliches Licht sowie das verstärkte Rauschen der Lüftung erinnern an ein Feuer: «Dieser Raum eignet sich super dafür. Es ist alles sehr steril hier. Mit den Duschen könnte man das Feuer zwar löschen. Doch es kommt kein Wasser.» Damit will Memeti auf unsere Verantwortung als Konsumenten hinweisen, die das Geschehen im Amazonas durchaus mit beeinflussen könnten – es aber dennoch kaum tun.

Doch noch ein wenig Dschungel

Doch das Botanica Festival ist nicht bloss eine Kunstausstellung. Das merken wir, als wir zum nächsten Stand gelangen. Dort werden unsere Ansprüche an das beschriebene Dschungel-Feeling am ehesten erfüllt. Der ganze Stand ist üppig dekoriert mit grossen und kleinen Zimmerpflanzen und ein Sofa lädt ein, in dieser grünen Oase zu verweilen.

Verantwortliche des Standes ist Isabelle Scheuber, in der Stadt Luzern vielleicht besser bekannt als «Blumenfrau», dem Namen ihres Pflanzengeschäfts an der Museggstrasse entsprechend. Diesen Laden hat sie seit zwei Jahren. «Für mich ist dieses Festival eine tolle Gelegenheit, meinen Laden bekannter zu machen. Hier kann ich auf mich und mein Geschäft aufmerksam machen», erzählt sie. Allerdings hätte sie sich noch etwas mehr Besucher erhofft, erklärt sich den mässigen Besucherinnen-Aufmarsch jedoch mit dem tollen Wetter.

Ganz ein anderes Fazit zu den Besucherzahlen zieht hingegen Myrta Holinger. Gemeinsam mit ihrem fünfköpfgien Kollektiv steckt sie hinter dem Botanica Pflanzenfestival. Sie haben das Festival bereits zweimal in Basel in einer Zwischennutzung durchgeführt. Die Idee dazu entstand im Lockdown 2020. Nach den guten Erfahrungen in Basel wollten sie das Festival auch in anderen Städten durchführen, aber unbedingt wieder in einer Zwischennutzung und «nicht irgendwo in einer Messehalle», ergänzt sie.

Organisatorin Myrta Holinger zieht ein rundum positives Fazit zum Festival in Luzern.

So ist Holinger sichtlich begeistert vom Standort. «Der Neubad-Pool passt perfekt zu unserem Festival». Und auch sonst zieht sie ein rundum positives Fazit zur Erstausgabe des Botanica in Luzern. So hätten insgesamt rund 2’500 Besucherinnen den Weg ans Festival gefunden. Damit sei sie sehr zufrieden. Und vor allem zeigt sie sich begeistert über das Publikum: «Die Luzerner sind super. Viele waren sehr interessiert und suchten das Gespräch an den verschiedenen Ständen.»

Ein Drink zum Abschluss

Bevor wir das Botanica Festival verlassen, bleibt unser Blick an einer Reihe schön drapierter Schnapsflaschen hängen. Hier verkauft Florian Wicki von der Lobster Works GmbH verschiedenste Cocktails und Liköre. Was das mit Pflanzen zu tun hat, fragen wir ihn: «Nichts Direktes», gibt Wicki zu. «Doch im weitesten Sinne beruhen gewisse unserer Getränke auch auf Pflanzenbasis», rechtfertigt er sich schmunzelnd.

Die Besucherinnen würden auf jeden Fall reges Interesse an seinem Stand zeigen. Und er geniesst es, dass er es hier zur Abwechslung mit wirklich interessiertem Publikum zu tun hat. Nicht wie an den üblichen Getränke-Messen wo viele Leute primär zum «Gratis-Saufen» da seien.

Daraufhin gibt er uns von einem seiner Cocktails zum Degustieren, was wir natürlich nicht ablehnen. Fazit: Sehr empfehlenswert. Mit einem feinen zitronigen Geschmack im Mund begeben wir uns wieder zum Ausgang und lassen die kunterbunte Messe, wo jemand gerade einen Vortrag über psychoaktive Pflanzen und LSD hält, hinter uns. Gekauft haben wir zwar nichts. Und mit wenigen Worten beschreiben könnten wir das Festival wohl auch nach dem Besuch nicht. Doch der Einblick in die Vielseitigkeit der Pflanzenwelt war allemal spannend.

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3 Kommentare
  1. B Suter, 24.10.2021, 17:33 Uhr

    Wäre gerne gegangen. Doch musste ich feststellen, dass der Artikel auf die Minute genau mit dem Festivalende publiziert worden ist.

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    1. Redaktion Elio Wildisen, 24.10.2021, 17:54 Uhr

      Das ist natürlich schade. Wir hatten aber bereits vor einigen Wochen auf das Festival aufmerksam gemacht: https://www.zentralplus.ch/dschungel-feeling-im-neubad-pool-2196129/. Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr…

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  2. Sam, 24.10.2021, 17:05 Uhr

    War wirklich cool das Festival. War zwar nur kurz dort, aber super Stimmung vor Ort, das Neuband ist sehr zu empfehlen. Aber achtung: Mit einem Hemd und etwas zu sehr business casual wird man auch mal gradheraus geschnitten an der Bar 😉

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