Das musst du zum Impfstart im Kanton Luzern wissen
  • Gesellschaft
Ab Mittwoch wird im Kanton Luzern gegen Corona geimpft. (Bild: Unsplash/Dimitri Houtteman)

Impfung für alle bis Ende Sommer Das musst du zum Impfstart im Kanton Luzern wissen

4 min Lesezeit 9 Kommentare 21.12.2020, 19:59 Uhr

Der Kanton Luzern startet am Mittwoch mit den Corona-Impfungen. Vorrang haben Bewohnerinnen von Alters- und Pflegeheimen, wenn möglich auch deren Personal. Der Rest der Bevölkerung dürfte Ende Frühling an der Reihe sein.

Luzern ist einer der ersten Schweizer Kantone, die ab Mittwoch Corona-Impfungen durchführen. Wie die Strategie genau aussieht, hat er in einer Mitteilung beschrieben. Hier findest du Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wer wird als Erstes geimpft?

Ganz im Sinne der Impfstrategie des Bundes werden zuerst Bewohner und Personal von Alters- und Pflegeheimen geimpft. Dies, weil den Kantonen zu Beginn nur wenige Dosen zur Verfügung stehen. Die erste Lieferung umfasst rund 5000 Dosen, erklärt Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf gegenüber zentralplus. Im Januar werden weitere Lieferungen erwartet. Pro Person sind zwei Impfungen nötig. Diese werden vor Ort in den Heimen von mobilen Impf-Teams von Curaviva durchgeführt. Wer für Ferien eine Impfung braucht, geht aktuell noch leer aus.

Was ist mit Risikopatienten, die zu Hause leben?

Momentan gibt es für Risikopatienten ausserhalb der Alters- und Pflegeheimen nicht genügend Impfstoff. Bis dieser vorhanden ist, erarbeitet die Arbeitsgruppe mögliche Lösungsansätze. Mobile Risikopatienten können sich zu einem späteren Zeitpunkt in einem Impfzentrum oder beim Hausarzt impfen lassen. Für Leute, die nicht mobil sind, bestehen auch schon Lösungsansätze. Sobald die Details geklärt sind, wird der Kanton aktiv informieren.

Wann kann sich jeder impfen lassen?

Der Kanton Luzern hat bereits im Sommer mit der Planung einer Impfstrategie begonnen. Deshalb konnte man nun auch rasch reagieren, wie Graf erklärt. «Wir waren gut vorbereitet.» Voraussichtlich frühestens im Frühling 2021 kann sich die breite Bevölkerung impfen lassen. Der Startschuss kann fallen, sobald mehr Impfdosen vorhanden sind. Graf rechnet zwischen März und Mai mit einer grösseren Lieferung. «Die Anzahl Impfdosen gibt die Geschwindigkeit vor», sagt er. Der Kanton will die Öffentlichkeit frühzeitig informieren, sobald die Impfung allen zur Verfügung steht. Läuft alles nach Plan, könnten bis Ende Sommer alle impfwilligen Luzernerinnen geimpft sein. Dabei sein wird auch Graf: «Ich lasse mich ebenfalls impfen, aber erst, wenn es für alle möglich ist.»

Wer bekommt keine Impfung?

Die Wirkung bei unter 16-Jährigen ist noch nicht ganz klar, weshalb sie von der Impfung ausgeschlossen werden. Auch Schwangere werden nicht geimpft, weil die Folgen für den Fötus noch nicht bekannt sind.

Muss ich mich impfen lassen?

Es gibt keinen Zwang, die Impfung ist kostenlos. Für Fragen rund um die Corona-Impfung wird der Bund eine Hotline einrichten.

Wo kann ich mich impfen lassen?

Das Haupt-Impfzentrum ist auf der Luzerner Allmend geplant und wird durch den Kantonalen Führungsstab betrieben. Da die breite Bevölkerung mangels Impfstoff in den kommenden Wochen noch nicht geimpft wird, dient das Zentrum vorerst als Bezugsort der Impfstoffe für die mobilen Teams. Sobald sich auch der Rest der Luzerner impfen lassen darf, wird es öffentlich zugänglich gemacht. Es müssen aber nicht alle aus dem Kanton nach Luzern reisen. Auch in den Regionen Sursee/Nottwil, Hochdorf und Willisau/Entlebuch sind Impfzentren geplant. Welche Zentren dann tatsächlich realisiert werden, hängt von der Liefermenge und dem Lieferzeitpunkt ab und wird in enger Zusammenarbeit innerhalb des Kantonalen Führungsstabs entschieden.

Kann ich mich auch bei meinem Arzt impfen lassen?

Corona-Impfungen in Arztpraxen und Apotheken sind erst möglich, wenn genügend Impfdosen vorhanden sind. Ausserdem sind noch nicht alle logistischen und administrativen Fragen geklärt. Sobald dies jedoch geschehen ist, sollen auch Ärzte und Apotheker impfen dürfen.

Welches sind die Herausforderungen für den Kanton?

Der Kanton allein kann sich nicht um alles kümmern. Deshalb sind die Aufgaben aufgeteilt: Entgegennahme, Lagerung und Transport übernimmt beispielsweise die Firma Galliker aus Altishofen. Bei der Bestelladministration erhält der Kanton Unterstützung von Stöckli Medical aus Oberkirch. Auch der Bund soll mithelfen: Der Kanton erwartet, dass der Impfprozess durch eine Software unterstützt wird. Derzeit ist man daran, «zahlreiche Merkblätter für Impfinteressierte» zu erstellen.

Wie kann ich helfen?

Derzeit sucht der Kanton Freiwillige, die beim Impfen helfen. Die Rekrutierung des Personals für die Impfzentren läuft.

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9 Kommentare
  1. Bucher Theres, 25.01.2021, 19:41 Uhr

    Ich warte schon lange auf das Impfen in Willisau oder Nottwil. Ich bin 86 Jahre alt und möchte nicht unbedingt nach Luzern reisen. Warum wird das Land so lange nicht bedient?

  2. Erwin Schaffert, 23.01.2021, 20:30 Uhr

    Es würde mich Interessieren, wann endlich der Kanton Luzern auch die Einwilligung gibt, dasa in Arztpraxen geimpft werden kann ????
    Ich bin 80 Jahre, gehe aber in keinem Falle in das Impfzentrum!!
    Ich habe meine Hausärzte und die geniessen mein vertrauen, werde mich solange nicht Impfen lassen bis auch der Kanton Luzern umdenkt. Den heute erhältlichen Impfstoff muss nicht mehr so tief gefroren werden.
    Luzern ist immer dabei wenn es um Wirkung geht und die Medien, siehe erste Corona-Impfung. Später sind die Verantwolrtlichen schlimmer als Neandertaler.

  3. Rolf Fichter, 14.01.2021, 13:23 Uhr

    Obiger Artikel ist vom 21.12.2020 datiert. Inzwischen sind fast 4 Wochen vergangen und ein neuer Impfstoff ist zugelassen, der erst noch in Schweiz hergestellt wird. Wann kommt endlich ein Update das die jetzige Situation erfasst. Als 44er Jahrgang habe ich Anrecht auf klare Information und keine verschwommenen Andeutungen auf die Zukunft

    1. Redaktion Redaktion zentralplus, 14.01.2021, 13:49 Uhr

      zentralplus berichtet laufend, die bestehenden Berichte werden aber nicht aktualisiert. Den neusten Beitrag zur Impfung in Luzern finden Sie hier: https://www.zentralplus.ch/ab-jetzt-koennen-sich-alle-luzerner-fuer-die-corona-impfung-anmelden-1984921/

  4. Annemarie Vogt, 05.01.2021, 09:28 Uhr

    Es ist für mich völlig unverständlich, dass die Impfzentren immer noch «in Planung» sind und nach dem Impfstart auf Zusehen hin keine Impfdosen mehr zur Verfügung stehen! Es wird z.B. schon lange davon gesprochen, dass es in Hochdorf ein Impfzentrum geben soll, nur WANN wird es soweit sein? Es scheint punkto Impfung so ziemlich alles schief gelaufen zu sein. Hätte man von Anfang an auf möglichst viele Verträge mit Herstellern von Impfungen gesetzt, könnte man die unsäglichen und viel zu langen Restriktionen schon bald herunterfahren. Da muss der Regierung wirklich ein grosser Vorwurf gemacht werden.

  5. Muff Othmar, 30.12.2020, 11:16 Uhr

    Ich, Risikopatient, zudem über 80, suche vergeblich nach einer Hotline oder Tel.Nr. . wo
    man sich melden kann, um einen Termin für eine Impfung zu bekommen. Bin absolut
    beweglich und warte darauf.

    1. Redaktion Redaktion zentralplus, 30.12.2020, 11:28 Uhr

      Der Bund hat dazu eine Infoline Covid-19-Impfung eingerichtet:
      +41 58 377 88 92 (täglich 6 bis 23 Uhr)

  6. Rentner, 22.12.2020, 11:16 Uhr

    ja und Emmen ,Kriens auch ja und muss man 4 Monate in Emmen warten wie für ein Termin bei Corona Test Mooshüsli, Impfzwang für alle Pflegenden und Heiminsassen mit der Zeit so hoffe ich kommt das Obligatorium Impfausweis, früher nach Mombasa musste man Geimpft sein sonst kam gar nicht hin,,, so sollte sein und jetzt mit dem noch schlimmeren werden die Leute wohl vernünftiger und doch gehen, Es ist ja zum Schluss zum Wohle aller

    1. josch777, 31.12.2020, 10:01 Uhr

      Ich verstehe nicht warum der Rentner auf ein Obligatorium Impfausweis hofft. Wer will, kann sich impfen lassen und sich sicher fühlen. Der muss dann auch keine Angst haben für Leute die sich nicht impfen lassen. Warum also ein Obligatorium. Warum überhaupt sollten Abermillionen von gesunden Menschen sich impfen lassen mit möglich gefährlichen Chemikalien wenn es auch günstige und sichere Medikamente zur Behandlung gibt?

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