Das letzte Landkino Luzerns ist gerettet – und zwar so richtig
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Jetzt kann er in eine glücklichere Zukunft schauen: Kinobetreiber Beat Bossert (Bild: Anja Glover)

«Gämsi» Bossert ist überwältigt Das letzte Landkino Luzerns ist gerettet – und zwar so richtig

2 min Lesezeit 1 Kommentar 24.12.2020, 19:36 Uhr

Es ist kaum zu glauben: Vor einem Monat drohte das letzte Luzerner Landkino in Willisau unterzugehen. Jetzt haben hunderte Spender den Traum von Beat Bossert Realität werden lassen – die unterstützen ihn mit über 70’000 Franken. Bossert ist von diesem dicken Weihnachtsgeschenk sichtlich gerührt.

Es drohte vor dem Aus zu stehen, das letzte Landkino im Kanton Luzern. Die Willisauer Cinebar hat lange Tradition und wird vom Kino-Vater Beat Bossert geschmissen. Corona drohte dem Kultlokal aber den Garaus zu machen, was Bossert dazu bewog, ein Crowdfunding zu starten. Bereits letzte Woche haben diverse Spenderinnen über 30’000 Franken gespendet (zentralplus berichtete).

Überraschend grosser Zustupf

Jetzt übertreffen sich die Fans des Kinos aber selbst. Über 70’000 Franken befinden sich am Donnerstagabend nämlich im Spendenpot. «Ich bin überwältigt und gerührt von dem grossen Zuspruch», erklärt Bossert auf Anfrage. «Damit hätte ich in keinster Form gerechnet.»

30’000 Franken hätten den Laden wohl auch schon gerettet, doch die Institution hat derart viele Fans und Unterstützerinnen gefunden, dass mehr als das Doppelte des nötigen Budgets zusammengekommen ist. Mit der Solidarisierung von über 500 Spendern kann das letzte Luzerner Landkino noch lange bestehen: «Es klingt unglaublich, aber mit diesen Spenden kann das Kino noch bis im Sommer 2022 überleben.» Dies, weil die Betriebskosten relativ tief seien, wie der Betreiber meint.

Spenden kommen vorwiegend aus Willisau

«Immer wieder treffe ich Leute auf den Strassen Willisaus an, oder sie schreiben mir eine Postkarte und erzählen mir, dass es für sie wichtig sei, dass das Kino weiterhin bestehen bleibt», so Bossert. Deswegen gehe er davon aus, dass eine Vielzahl der Spenden aus der eigenen Gemeinde, quasi aus dem engsten Umfeld kommt. Dennoch: «Einige der Spenden kommen auch von Leuten, die noch nie in meinem Kino waren!» Das klingt verrückt, ist aber wahr.

Für diese Tatsache hat «Gämsi» Bossert, wie er auch genannt wird, eine Erklärung: «Viele Leute hängen am Kino. Der Stil ist speziell, die Filme sehr gekonnt gewählt.» Auch wenn das, wie er mit einem hörbaren Schmunzeln betont, vielleicht etwas «plöfferisch» klingen mag.

Zukunft? Noch in Planung

Ein tolles Weihnachtsgeschenk also für die Seele des letzten Landkinos im Kanton Luzern, dem bis vor wenigen Wochen nur noch der zugeschobene Sargdeckel fehlte. Und wie geht es jetzt weiter, Herr Bossert? «Wie ich jetzt weitermache, weiss ich noch nicht genau. Klar ist aber, dass ich weitermache und mein Angebot möglichst gut den Gästen anpassen werde. Und das Geld, das fliesst dabei zu hundert Prozent in den Erhalt der Cinebar!»

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1 Kommentare
  1. Remo Genzoli, 25.12.2020, 09:52 Uhr

    eine wirklich schöne weihnachtsgeschichte…..

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