Das KKL ruft – und kaum einer geht hin
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Das KKL darf ab Donnerstag die Ränke wieder voll füllen. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Trotz Lockerungen kaum Verkäufe Das KKL ruft – und kaum einer geht hin

2 min Lesezeit 3 Kommentare 01.10.2020, 08:01 Uhr

Mit dem 1. Oktober fällt auch die 1000er-Regel für Grossanlässe. Wie ein Blick ins KKL zeigt, hält sich der Besucherandrang bisher aber noch in Grenzen – damit haben die Betreiber aber gerechnet.

Das KKL darf ab Donnerstag die Säle wieder voll besetzen. Trotzdem scheint den potentiellen Besuchern die Angst vor einer Ansteckung noch in den Knochen zu stecken. Bisher seien für die Veranstaltung am 7. Oktober, einem Konzert des bayrischen Staatsorchesters, erst knapp 800 Plätze verkauft worden – bei einer Kapazität von 1898 Sitzen.

Das scheint allerdings noch kein Grund zur Beunruhigung zu sein. Wie die Finanzchefin der KKL Management AG, Marianne Bugmann, gegenüber «Pilatus Today» erklärte: «Uns ist aufgefallen, dass Tickets immer kurzfristiger gekauft werden.» Das habe man auch bei den Konzerten im Sommer feststellen können. Bugmann erklärt sich das Verhalten auch darin, dass sich die Besucher nicht mit den Folgen einer möglichen Absage auseinandersetzen möchten – obwohl die Ticketkosten bei einer coronabedingten Absage rückerstattet werden.

Konzept wurde von der Stadt bewilligt

Oder fürchten sich die Leute vor einer Ansteckung im Saal? «An unseren Veranstaltungen im Sommer haben wir diese Verunsicherung nicht wahrgenommen,» sagte Bugmann weiter. Das erarbeitete Schutzkonzept biete jedenfalls den bestmöglichen Schutz. Selbst bei einem Ansteckungsfall müsste nicht der ganze Saal in Quarantäne. Über die nötigen Massnahmen entscheide der Kantonsarzt.

Damit das KKL wieder Anlässe in mehr oder minder gewohntem Rahmen durchführen konnte, musste es bei der Stadt ein Schutzkonzept vorlegen (zentralplus berichtete). Dieses umfasst nun eine Maskenpflicht im ganzen Haus. Ebenfalls wird der Saal nach Veranstaltungsende sektorenweise geräumt. In den meisten Fällen wird auch auf die Pause verzichtet. Einzig eine «Biopause» – also eine WC-Pause – werde es bei bestimmten Konzerten geben.

Primär nicht mit Umsatz gerechnet

Konsumationen – und die damit einhergehenden Einnahmen fallen jedoch weg. «Die Pausenkonsumation hat eine grosse Bedeutung für uns, da wir in diesem Bereich eine Marge haben, um damit die Kulturanlässe zu quersubventionieren», sagte die Finanzchefin gegenüber der Zeitung weiter und räumt ein: «Wirklich verdienen werden wir nicht.»

Aber mit Einnahmen hat man in dieser Startphase scheinbar ohnehin nicht gerechnet. Primär gehe es nun darum, der Bevölkerung zu zeigen: «Wir sind wieder da.»

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3 Kommentare
  1. Paul Bründler, 01.10.2020, 11:27 Uhr

    Vor einer Ansteckung würde ich mich nicht fürchten, aber vor einer Quarantäne.
    Ausserdem mache ich mit Maske nur das Nötigste, so schnell wie möglich und gehe sicher nicht zu einem Konzert damit.

  2. Tobias Eggimann, 01.10.2020, 08:43 Uhr

    Möchten Sie 3 Stunden vor, während und nach dem Konzert dauerhaft eine Maske tragen ? Gestaffeltes Ein- und austreten aus dem Saal ? Lange Wartezeiten ? Keine Pause ? Bei einem Event, der Spass machen soll ? Ich nicht.

    1. Walter Albrecht, 01.10.2020, 23:03 Uhr

      Nun, ich sass etwa 2 Stunden im KKL an einem tollen Konzert mit Cecilia Bartoli.
      Das Maskentragen war etwas ungewohnt, aber machbar. Auf eine Pause kann man als
      Musikliebhaber hin und wieder verzichten. Lange Wartezeiten gab es nicht, die Sitzverteilung
      war sehr gut organisiert. Ich traue dem KKL zu, auch bei grösseren Publikumszahlen, effizient
      für einen geordnetes Konzerterlebnis mit erträglichen Einschränkungen zu sorgen. So sollte
      es eigentlich Spass machen

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