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«Das kann sich der Regierungsrat nicht leisten»
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Für eine gelungene Demonstration braucht es nur den richtigen Grafiker und ein passendes Foto. (Bild: Fotomontage Tino Steinemann)

Petition der Grafik-Klasse geht durch die Decke «Das kann sich der Regierungsrat nicht leisten»

2 min Lesezeit 1 Kommentar 14.10.2015, 11:57 Uhr

Die Fachklasse Grafik in Luzern soll weggespart werden, dieser Vorschlag des Regierungsrats führte zu entrüsteten Reaktionen. Nun wird am Mittwochabend eine Petition lanciert – doch es haben bereits davor Tausende Personen unterschrieben. Der Widerstand ist enorm.

Überraschung und Unverständnis waren die ersten Reaktionen von vielen Seiten, als am 8. Oktober bekannt wurde, dass der Regierungsrat mit dem Sparpaket die renommierte Fachklasse Grafik einsparen möchte (zentral+ berichtete).

Der Förderverein Fachklasse Grafik Luzern stellte sofort eine Onlinepetition auf die Beine. Diese sollte am Mittwochabend, 14. Oktober, im Rahmen eines Vortrags von Rudolf Strahm lanciert werden. Online ging die Seite für die Unterschriftensammlung jedoch bereits ein paar Tage zuvor.

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Unterschriften aus der ganzen Welt

Und kaum war die Petition im Netz, ging es los. «Wir sind überrascht. Innert weniger Stunden nach dem Aufschalten der Petition hatten wir bereits Tausende von Unterschriften», sagt Vera Bueller, Sprecherin des Födervereins ffgrafik. Bis jetzt haben bereits über 6’000 Personen unterschrieben und es werden stündlich mehr.

«Wir hoffen, dass dieser Vorschlag nicht durchkommen wird.»
Vera Bueller, Sprecherin ffgrafik

Die Unterschriften stammen laut Bueller aus der ganzen Welt, unter anderem von Grafikstudios in Deutschland, Tokio, Amerika, Holland und so weiter. Sie kommen von Orten, wo Schüler und Schülerinnen der Fachklasse Grafik ihr Praktikum im 3. Lehrjahr absolviert hatten. «Aber sie stammen auch von renommierten Grafikern, Kunstschaffenden, Designern, Professoren und Politikern aus der ganzen Welt», so Bueller. Dazu kommen die Unterschriften von Hunderten, bald Tausenden von Luzernern und Luzernerinnen.

Mit den Falschen angelegt

Acht gebe, wer sich mit Grafikern anlegt. Denn diese brauchen nicht einmal auf die Strasse zu gehen, um eine Demonstration auf die Beine zu stellen.

Nicht nur die Petition geniesst eine grosse Aufmerksamkeit. Auch eine Fotomontage (siehe Titelbild) von Tino Steinemann geistert derzeit durch das Netz. Das Foto stammt von einer vergangenen Ausstellung in der Kornschütte, scheint jedoch eine Demo zur aktuellen Situation in Luzern zu zeigen.

Bueller ist überzeugt: «Das kann sich der Regierungsrat nicht mehr leisten, mit diesem Echo.» Mit einem solchen Widerstand habe man wohl kaum gerechnet. «Wir hoffen, dass dieser Vorschlag nicht durchkommen wird.» Die Schliessung von Schulen müsse ein Tabu bleiben.

Schädlich für die Wirtschaft und den Kulturstandort Luzern

Gesammelt wird noch bis zum 13. November, in der Woche danach soll die Petition der Staatskanzlei zuhanden des Kantonsrates übergeben werden. Das Statement des Fördervereins und der Unterschreibenden lautet: «Die Grafik-Schule muss erhalten bleiben! Keine Schliessung der Fachklasse Grafik! Kein Abbau der Berufsbildung!»

Als Begründungen sind auf der Webseite folgende Punkte aufgeführt: Erstens bringe die Fachklasse Grafik marktfähige Berufsleute hervor, die das grafische Handwerk beherrschen. Sie wurde in den letzten Jahren mit viel Engagement weiterentwickelt und geniesse einen ausgezeichneten Ruf. Zudem sei sie für Lernende aus der Volksschule praktisch die einzige Möglichkeit, eine gestalterische Berufsbildung zu absolvieren. Ihre Schliessung schwäche demnach die Berufsbildung.

Drittens komme gerade in einer hoch entwickelten Wirtschaft professioneller Gestaltung eine besonders wichtige Bedeutung zu. Die Schliessung der Fachklasse Grafik schade also auch der Wirtschaft.

Auch mit dem Plakatfestival «Weltformat» wird argumentiert. Denn getroffen würde mit einer Schliessung der Kulturstandort Luzern, der Reputationsschaden wäre enorm.

Für eine gelungene Demonstration braucht es nur den richtigen Grafiker und ein passendes Foto.

Für eine gelungene Demonstration braucht es nur den richtigen Grafiker und ein passendes Foto.

(Bild: Fotomontage Tino Steinemann)

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1 Kommentare
  1. Jörg Willi Dr.med.vet., 14.10.2015, 18:22 Uhr

    Wie lange geht es wohl noch, bis unsere Regierung dies begreift? Das Geld der Steuerzahler ist im Bildungswesen viel besser investiert, als im Strassenbau, in dubiosen “Kultur”stätten und im Fussball. Zum Schluss sei die Frage erlaubt, weshalb plötzlich an allen Ecken und Enden gespart werden muss? Wohl weil der Staat nicht haushälterisch gewirtschaftet hat!