Das ist mit der abgestürzten Armeedrohne in Oberägeri passiert
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Eine Drohne des Typs ADS 95 im Einsatz. (Bild: Maj A. Spinas)

Absturzursache weiterhin nicht geklärt Das ist mit der abgestürzten Armeedrohne in Oberägeri passiert

3 min Lesezeit 29.10.2018, 13:00 Uhr

Nachdem am 20. März nördlich von Oberägeri eine Militärdrohne abstürzte, verschwand diese bald wieder aus dem Fokus. zentralplus hat sich auf Spurensuche begeben. Wie verlief die Bergung? Wo befindet sich die Drohne jetzt und was war die Ursache für den Absturz?

Ende März stürzte in der Nähe des Gottschalkenbergs in Oberägeri eine Militärdrohne ab (zentralplus berichtete). Anschliessend wurde es ruhig um die Drohne des Typs ADS 95. Dabei erfolgte die Bergung bereits am Tag nach dem Absturz, wie Armeesprecher Stefan Hofer auf Anfrage mitteilt. Die abschliessende Räumung des Schadenplatzes sei dann Mitte Mai erfolgt, als noch verschiedene Kleinteile geborgen wurden.

Absturzursache noch ungeklärt

«Die Drohne kollidierte mit Bäumen in unwegsamem Gelände, was die Bergung der Teile erschwerte. Es konnten jedoch sämtliche Teile geräumt werden», erklärt Hofer. Die Absturzursache sei nach wie vor nicht vollständig geklärt, wie Mario Camelin, Mediensprecher der Militärjustiz, mitteilt.

«Die Drohne wird nicht ersetzt.»

Stefan Hofer, Armeesprecher

«Die Untersuchung läuft noch und das Gutachten ist noch ausstehend. Der fällige Bericht könnte im ersten oder zweiten Quartal 2019 stehen.» Der zuständige Untersuchungsrichter habe die Drohne beschlagnahmt. Doch wie ging es nach dem Absturz weiter?

Absturzstelle wurde über Nacht gesichert

Hofer kann die Absturzstelle heute präziser beschreiben: «Diese befand sich nördlich von Oberägeri im Wald beim Flurnamen ‹Brusthöchi›.» Die Bergung sei zu Fuss und per Helikopter erfolgt. Dafür zuständig waren Spezialisten des Flugplatzkommandos Emmen. Für die Sicherung des Schadenplatzes vom Absturz- auf den Bergungstag wurden Soldaten des Lehrverbandes Flab 33 eingesetzt. Dieser umfasst die Fliegerabwehrmittel der Schweizer Armee.

Stefan Hofer ist Mediensprecher der Schweizer Armee.

Stefan Hofer ist Mediensprecher der Schweizer Armee.

(Bild: Jonas Kambli/VBS/DDPS – ZEM)

Hofer erläutert das Vorgehen bei einer solchen Bergung: «Es wird abgeklärt, welchen Schaden das Gelände um die Absturzstelle erlitten hat. Diesbezüglich wird das Ausmass des Schadenplatzes aufgenommen und möglichst alle Teile werden sichergestellt.» Nach der Freigabe durch einen Untersuchungsrichter werde die Drohne durch das entsprechende Personal geborgen und abtransportiert.

Zusätzlich werde ein Formular ausgefüllt und dem Schadenzentrum des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) zugestellt. Ein Schadenexperte des VBS komme anschliessend vor Ort, um die Schäden im Gelände aufzunehmen.

Ganze Drohne war Schrott

In diesem Falle entstand Totalschaden. Wie Hofer bestätigt, konnten keine Teile wiederverwendet werden von der Drohne, die übrigens ein Fallschirmsystem hat, mit welchem sie im Falle eines Problems gelandet werden könnte.

«Gesteuert werden die Drohnen von Piloten der Schweizer Luftwaffe.»

Stefan Hofer

«Die Drohne wird nicht ersetzt», hält Stefan Hofer fest. Doch noch bleiben der Schweizer Armee einige Drohnen dieses Typs. 1995 wurde das Gesamtsystem ADS 95 mit dem Rüstungsprogramm für 350 Millionen Franken beschafft. «Dabei handelte es sich um 28 Drohnen, je acht Startkatapulte, Bodenkontrollstationen, Antennenterminals sowie diverses Material zum Unterhalt, Instandsetzung, diverse Immobilien und Fahrzeuge sowie einen Simulator», so Hofer. Den exakten Neupreis einer Drohne dieses Typs nennt er dabei nicht, eine Flugstunde soll aber laut SRF 7’300 Franken kosten. Damit hat die Armee derzeit noch 14 Drohnen im Einsatz, die anderen 14 Stück sind im Laufe der Jahre entweder durch Unfälle verloren gegangen oder wurden nicht mehr repariert.

Drohen dem Piloten Konsequenzen?

«Gesteuert werden die Drohnen von Piloten der Schweizer Luftwaffe. Diese besitzen eine zivile Berufspilotenlizenz und eine darauf basierende Ausbildung und Qualifikation, eine ADS 95 zu fliegen», sagt Hofer. Ob es für den beim Absturz zuständigen Piloten Konsequenzen geben wird, sei Bestandteil der laufenden Untersuchung.

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