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Das ist aus unseren Möchtegern-Schlagzeilen geworden
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Mit dieser Collage betitelten wir unseren Jahresausblick – was ist daraus geworden? (Bild: Montage zentralplus)

Bilanz des Luzerner Jahresausblicks für 2019 Das ist aus unseren Möchtegern-Schlagzeilen geworden

4 min Lesezeit 31.12.2019, 12:21 Uhr

Vor einem Jahr nahmen wir wagemutig die kommenden Ereignisse von 2019 vorweg: Super-Wahljahr, Medien-Sparhammer, Mega-Bauprojekte. Wie haben sich unsere satirischen Schlagzeilen nun behauptet? Die ernüchternde Bilanz zum Jahresende.

«In einem Jahr ziehen wir Bilanz.» Danke an den Redaktor-Kollegen, der mich an das letztjährige Versprechen erinnert hat. Es geht um einen Artikel, in dem wir uns Schlagzeilen fürs 2019 ausgedacht hatten.

Nun also die Retrospektive: Hat sich womöglich eine unserer erfundenen Schlagzeilen bewahrheitet? Der Faktencheck unserer eigenen Gedankenspiele:

1. Trübsal im neuen Stadthaus

Wir mutmassten, dass das neue, grosse, spiegelnde Krienser Stadthaus zum Erfolg würde. Nur der Stapi Cyrill Wiget werde dann etwas wehmütig zum alten Gemeindehaus schauen und sich nach dem Dörflichen sehnen.

Bilanz: Das neue Stadthaus machte inzwischen mit Kostenüberschreitungen Schlagzeilen – und Cyrill Wiget tritt bei den Wahlen im März nicht mehr an. Ein Fünkchen Wahrheit vielleicht?

2. Aargauer Medienkonzentration

Nicht nur die Zeitungsredaktionen von CH Media, sondern auch das hiesige Radio Pilatus und Tele 1 würden mit den anderen Sendern aus gleichem Hause verschmolzen – so unser Blick in die Kristallkugel vor einem Jahr.

Bilanz: Tatsächlich wurden die Bereiche Radio und TV innerhalb von CH Media neu organisiert. Es werden «Synergien genutzt», es gibt neue Verantwortliche und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen regionalen Sendern. So falsch lagen wir also nicht.

3. Status quo in der Bahnhofstrasse

Juso-Aktivisten haben genug und blockieren die Bahnhofstrasse für den Verkehr. Es sei dies der Anfang einer Rückeroberung des Strassenraums, spekulierten wir.

Nein, das ist nicht passiert. Aber dass sechs Jahre nach dem Volks-Ja zur autofreien Bahnhofstrasse noch kein Stein verschoben und kein Auto an der Durchfahrt gehindert wurde, bleibt Tatsache. Vor 2020 geht nichts, weil die Luzerner Kantonalbank juristisch gegen die Pläne der Stadt vorgeht (zentralplus berichtete). Hey Jusos, habt ihr schon einen Neujahrsvorsatz?

Lässt noch auf sich warten: die autofreie Bahnhofstrasse.

4. Ach, FCL

«Der Cheftrainer darf bleiben», schrieben wir zum FCL. Von furiosen Spielen träumten wir. Wir waren guter Dinge.

Wir Narren: Nicht nur einer, gleich zwei Trainer mussten seither gehen. Kurz nach dem satirischen Artikel war es René Weiler. Und nun wurde vor Weihnachten auch noch Thomas Häberli entlassen.

5. Lieber Luzerner Marathon …

Schnell weiter: Auch der Bezug der Wohnungen in der Genossenschaftssiedlung Himmelrich 3 diesen Sommer war uns eine Prophezeiung wert: Die 400-Meter-Dachterrasse werde als Joggingroute zum Hit und der Marathon führe sein nächstes Rennen übers Dach.

Fazit: Ja doch, das Dach ist beliebt, aber mehr bei Fussgängern als bei Joggern. Und hey, Luzerner Marathon, vielleicht eine Idee für 2020? Oder steht die Route schon?

Viel Platz auf dem Dach: Luftaufnahme der Überbauung Himmelrich 3.

6. Schuss daneben beim Wahljahr

Ach, wir waren schlechte Propheten, auch bei diesem Thema: dem Super-Wahljahr 2019. Für die kantonalen Wahlen prognostizierten wir einen Social-Media-Hype, wir rechneten realistischerweise damit, dass die Luzerner Regierung bürgerlich und männlich bleiben – dass dafür aber im Herbst als Konter zwei linke Luzerner Ständerätinnen gewählt würden. 😏

Bilanz: Die Wahlen spielten sich wie gehabt analog ab – und in der Regierung als auch im Ständerat blieben Überraschungen aus. Immerhin hat’s mit Neo-Ständerätin Andrea Gmür (CVP) eine Frau geschafft.

7. Kein Theater in Kriens

Aufgrund des neuen Musik-Campus mit Hochschule und Sinfonieorchester beim Südpol werde auch das Luzerner Theater dort bauen wollen, so unsere steile These vor einem Jahr.

Stimmt natürlich nicht: Noch immer dreht sich die Theater-Diskussion um den Theaterplatz an der Reuss. Nur, ob man den alten Kasten abreissen darf, ist immer noch nicht klar. Aber die Idee mit einem Erweiterungsbau der Jesuitenkirche anstelle eines Theaters finden wir immer noch prüfenswert …

8. Dauerbrenner Ladenöffnungszeiten

Längere Ladenöffnungszeiten werden Realität – dafür serbelt das Bahnhofshopping. Dieses holte sich Rat beim Profi für leere Ladenflächen: der Mall of Switzerland. So lautete unsere Prognose.

Nun, immerhin werden die minimalst länger geöffneten Geschäfte wohl nächstes Jahr Realität. Der Rest kommt vielleicht (eher nicht). Oder doch?

9. Zum Schluss drei Flops …

Und schliesslich noch ein paar nicht bewertbare Kurzprognosen, die allesamt in die Hosen gingen:

  • Die Bäckerei Bachmann expandiert ins Inseli und übernimmt eine Sommerbar: 👎
  • Im letzten Luzerner «Tatort» trifft der Bösewicht nicht mehr nur ins Bein von Kommissar Flückiger: 👎
  • 2019 findet das Blue Balls Festival mit einem Konzert von Bruce Springsteen auf der Allmend statt: 👎

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