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Das Handy wird zum Portemonnaie
  • Wirtschaft
Die Rechnung im Restaurant wird aufgeteilt: Mit der App «Paymit» kann man Geld von Handy zu Handy überweisen. (Bild: bra)

Luzerner Kantonalbank setzt auf «Paymit» Das Handy wird zum Portemonnaie

4 min Lesezeit 21.01.2016, 19:00 Uhr

Mit dem Smartphone schnell und einfach Geld überweisen? «Paymit» heisst das Zauberwort. Die Luzerner Kantonalbank bietet diesen Service ab sofort an. Doch wie funktioniert dieser Zahlungsdienst, wie sicher ist er und können ihn nur Kantonalbank-Kunden nutzen? 

«Wie viel schulde ich dir?» Mit der Zahlungs-App «Paymit» lassen sich Taxifahrten, Restaurantrechnungen oder Ticketkosten schnell unter Freunden und Bekannten aufteilen. Die Luzerner Kantonalbank (LUKB) will nun damit in ein neues Zeitalter starten.

Ab sofort können LUKB-Kunden den Zahlungsdienst im iTunes Store sowie auf Google Play für Android herunterladen. «Wir wollen möglichst viele Erfahrungen sammeln können», sagt Mediensprecher Daniel von Arx. Doch wie funktioniert die App? Wie sicher ist das Ganze? Und wer hat’s erfunden? Wir gehen den wichtigsten Fragen nach. 

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1. Wie funktioniert die App? 

Das Bargeld wird in vielen alltäglichen Situationen ersetzt. Die Paymit-Nutzer lösen untereinander eine Zahlung aus. Nötig dazu ist eine Handynummer, ein Schweizer Bankkonto oder eine Schweizer Kreditkartennummer. Abgewickelt wird das Verfahren über die Firma SIX, die die Infrastruktur des Schweizer Finanzplatzes betreibt.

Man gibt einmalig entweder seine Kreditkartennummer oder seine IBAN an, tippt einen Betrag ein und wählt die Mobilnummer jener Person, an die man Geld überweisen oder von der man es einfordern möchte. «Du schuldest mir 15 Franken», sagt sie. «Ich schick sie dir sofort», antwortet er. Dann zücken beide das Handy und das Geld wird mit einer kurzen Bestätigung überwiesen. 

 

2. Wer hat’s erfunden? 

Die App wurde von der Schweizer Finanzbranche lanciert. Paymit beruht auf einem einheitlichen Bankenstandard und ist mit schweizweit rund 170’000 Downloads per Januar 2016 die von den Nutzern am häufigsten verwendete App dieser Art. Allerdings: So ganz exklusiv nur für LUKB-Kunden ist Paymit nicht. 

Es gibt verschiedene Versionen der App – von verschiedenen Banken –, und es handelt sich um ein Angebot, das grundsätzlich allen Smartphone-Usern offensteht. Paymit ist eine Lösung des Partnernetzwerkes zwischen SIX, UBS, Zürcher Kantonalbank und Swisscom.

Die App kann in der Grundversion auch ohne Banken und mithilfe von Kreditkarten-Guthaben benutzt werden. Die LUKB hat sich eine angepasste Version programmieren lassen und will so die Verbreitung des Systems vorantreiben. «Wir sind nach der UBS und der Zürcher Kantonalbank (ZKB) die dritte Schweizer Bank, welche die App einführt», sagt von Arx.

3. Wie sicher ist die App?

Aber was passiert, wenn einer das Handy klaut? «Ein potenzieller Dieb müsste mehrere Hürden überspringen», sagt Jürg Schneider von der Firma SIX, welche die App mitentwickelt hat und für den Schweizer Zahlungsverkehr zuständig ist.

Beste Schweizer App 2015

Paymit wurde im Jahr 2015 von Branchenexperten als die «beste Schweizer App» prämiert. Die von der Agentur Namics entwickelte Applikation für SIX, UBS und Co. wurde mit der Master Award ausgezeichnet.

Daneben erhielt die App Bronze in der Kategorie «Funktionalität» viermal Silber für verschiedene «Design»-Aspekte.

«Die App ist sicher», beteuert er.  Ein Dieb brauche erstens das fremde Handy, die PIN fürs Telefon und zweitens den sechsstelligen Geheimcode der App. «Um Geld an sich selbst zu überweisen, müsste der Dieb zusätzlich seine Mobiltelefonnummer eingeben – und wäre somit leicht überführt. Denn die Mobiltelefonnummer wird bei der Bank oder beim Kreditkartenunternehmen registriert.»

Die an der Zahlung beteiligten Unternehmen sind dieselben, über die auch sämtliche Banküberweisungen und Kreditkartenzahlungen in der Schweiz laufen. «Die Einhaltung der Sicherheitsstandards ist gewährleistet», sagt Schneider. 

Zusätzlich verhindern verschiedene Limiten eine unerwünschte Benutzung. Pro Transaktion liegt die Limite bei 500 Franken pro Monat. Die Sendelimite bei Kreditkarten beträgt 500 Franken pro Monat. Bei Belastungen auf Bankkonten liegt die Grenze bei 1’500 Franken, ebenfalls für die letzten 30 Tage. «Die tiefe Limite soll die Sicherheit erhöhen», so Schneider. 

4. Was kostet das?

Die App ist gratis. Für Benutzer sind alle Transaktionen mit Paymit kostenlos, abgesehen von bereits bezahlten Gebühren für das Konto oder die Kreditkarte. 

5. Wie sieht es mit Auslandzahlungen aus?

Die Welt wird immer globaler, aber die Paymit-Apps sind nur für Personen mit Wohnsitz in der Schweiz gedacht. Zulässig sind ausschliesslich Schweizer Telefonnummern, Kreditkarten und Bankkonten.

6. Ist Paymit die Lösung für die Zukunft?

Künftig sei es gemäss von Arx denkbar, dass man kleinere Beträge in Geschäften so bezahlt. Das System sei bewusst für alle Banken offen. Andere könnten sich ebenfalls beteiligen. «Ein System ist dann gut, wenn möglichst viele es nutzen», sagt er.  «Mobile Bezahllösungen werden zweifelsohne in Zukunft eine grosse Rolle spielen.»

Welche Lösung sich schliesslich durchsetzen wird, wird sich über die Akzeptanz bei den Nutzern und beim Detailhandel entscheiden. Komfort, Einfachheit, Geschwindigkeit, Sicherheit und das Kosten-Nutzen-Verhältnis dürften gemäss von Arx die wichtigsten Treiber sein.

7. Welche Rolle spielt die LUKB? 

Paymit-Nutzer der Luzerner Kantonalbank können Guthaben vorerst mit ihrer Kreditkarte aufladen. «Wir arbeiten an LUKB Paymit 2.0, mit dem die Nutzer auch auf ihre LUKB-Konten zugreifen können», sagt von Arx. Für die LUKB sei die Einführung von LUKB Paymit ein weiterer Schritt in ihrer Digitalisierungsstrategie. «Für uns ist zentral, dass wir von Beginn an bei Digitalisierungsinitiativen wie Paymit dabei sind», so von Arx.   

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