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Das gefährliche Spiel der FCL-Chefs
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30.09.2018; Luzern; FUSSBALL SUPER LEAGUE - FC Luzern - FC Sion; Trainer Rene Weiler (Luzern) (Martin Meienberger/freshfocus) (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Luzern steckt vor Match beim Meister im Tief Das gefährliche Spiel der FCL-Chefs

3 min Lesezeit 05.10.2018, 17:49 Uhr

Beim FC Luzern hat der kommunikative Realismus Einzug gehalten. Trainer René Weiler und Sportkoordinator Remo Meyer reden die zuletzt dreimal sieglose Mannschaft schlecht. Die Frage vor dem Auswärtsspiel beim verlustpunktlosen Leader YB diesen Samstag ist: Kann man so das Optimum aus seinen Spielern herausholen?

Es ist eine Zeitenwende. Zumindest auf kommunikativer Ebene. Jahrelang haben sie beim FCL alles schöner geredet, als es in Wirklichkeit war. Mit der Verpflichtung von Trainer René Weiler gehört das der Vergangenheit an. Der 45-jährige Winterthurer pflegt offen zu sagen, was er denkt.

So wird er seit seinem Jobantritt nicht müde zu erwähnen, dass seine Mannschaft mittelmässig sei. Und sein Vorgesetzter Remo Meyer befand nach dem jüngsten 1:3 gegen Sion in der «Luzerner Zeitung», dass dem FCL «Typen mit Ausstrahlung» fehlen. Bleibt anzumerken, dass Meyer bei der Zusammenstellung dieser Mannschaft federführend war.

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Die Einschätzungen von Trainer und Sportchef sind inhaltlich bestimmt nicht falsch. Aber sie treiben damit auch ein gefährliches Spiel. Profi-Fussballer sind nicht selten empfindliche Gemüter. Und wenn sie von ihren Vorgesetzten permanent zu hören bekommen, dass sie nicht genügen, besteht die Gefahr, dass sie nicht mehr ihre Leistung bringen. Dann gerät der auf Platz 8 abgerutschte FCL in akute Abstiegsgefahr.

Stimmt Weilers Sichtweise?

Weiler kam jüngst zum Schluss, dass sein Team dort stehe, wo es hingehöre. Mit anderen Worten: Mehr kann man im Moment nicht herausholen. Aber stimmt das wirklich?

Seiner Logik zufolge müssten also immer nur die teuersten Mannschaften mit den besten Einzelspielern überall auf dem Planeten Fussball die Meisterschaften gewinnen. Zum Glück ist das nicht ausschliesslich so, wie zum Beispiel Leicester City mit dem Titelgewinn in der Premier League 2015/2016 zeigte. Weil es immer wieder Trainer gibt, die mit Cleverness ein Optimum aus ihrem Team herausholen.

«Bei uns mangelt es derzeit überall ein bisschen.»

René Weiler, FCL-Trainer

Jung-Trainer Gerardo Seoane, mittlerweile bei YB beschäftigt, hat in diesem Frühjahr aufgezeigt, wo das Leistungslimit der Luzerner ist. Er hat eine Mannschaft, die bis auf Goalie Jonas Omlin und Mittelfeldspieler Hekuran Kryeziu unverändert geblieben ist, auf Platz 3 geführt. Seoane hat viel mehr herausgeholt, als eigentlich möglich schien.

Die wegweisenden Spiele warten

Weiler hingegen ist immer noch auf der Suche nach dem Pfad zum Erfolg. Die Balance in seinem Team fehlt. Hinten gesteht der FCL dem Gegner zu einfach Tore zu, vorne fehlt die Effizienz im Abschluss. Weiler sagt: «Bei uns mangelt es derzeit überall ein bisschen.» Vor allem müssten die Luzerner aber die eigenen Fehler abstellen und mehr Kaltblütigkeit im Umgang mit Torchancen zeigen.

Gerry Seoane gibt in dieser Saison beim Meister den Ton an. 

Gerry Seoane gibt in dieser Saison beim Meister den Ton an. 

(Bild: Facebook)

Kein Realist erwartet vom FCL einen Punktezuwachs in Bern. Dafür scheint der Gegner, der all seine neun bisherigen Meisterschaftsspiele gewonnen hat, zu übermächtig. Und der FCL tritt nach den jüngsten Misserfolgen nicht mit breiter Brust an.

Danach folgen aber die für Luzern richtungsweisenden Spiele gegen Thun und Aufsteiger Xamax. Da ist verlieren verboten. Zeit, dass Weiler anfängt zu zeigen, auch in der Super League ein grosser Trainer sein zu können.

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