Das Entlebuch ist der Corona-Hotspot des Kantons Luzern
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Das Entlebuch hat derzeit die höchste 14-Tages-Inzidenz des Kantons. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Neue Daten veröffentlicht Das Entlebuch ist der Corona-Hotspot des Kantons Luzern

2 min Lesezeit 18 Kommentare 12.11.2020, 14:53 Uhr

Auf der Internetseite des Kantons sind neu Daten publiziert, die von Lustat Statistik aufbereitet wurden. Sie zeigen: Die Stadt Luzern ist in Sachen Corona nicht das Problem.

Wie sich die Coronafälle im Kanton Luzern verteilen, darüber gab es bisher kaum Auskunft. Doch nun hat der Kanton neue Daten publiziert. Sie werden von Lustat Statistik aufbereitet. Ein Blick auf die Karte zeigt: Die meisten bestätigten Fälle pro 100’000 Einwohner, also die höchste sogenannte Inzidenz, gab es in den letzten 14 Tagen nicht etwa in der dicht besiedelten Kantonshauptstadt, sondern im Entlebuch. Dort gab es in zwei Wochen 934,4 bestätigte Fälle pro 100’000 Einwohner. Zum Vergleich: In der gesamten Schweiz liegt der Wert aktuell bei 1120,54 Fällen.

Das Entlebuch ist als ländliche Region keine Ausnahme: Auf Platz 2 folgt die Region Willisau (853,8), dann Sursee (834,9), Platz 4 belegt die Region Hochdorf (796,0) und erst dann kommt die Region Luzern-Stadt (722,1). Am besten steht die Region Luzern-Land da, die Rate ist mit 716,6 am tiefsten. Die 14-Tages-Inzidenz des ganzen Kantons liegt übrigens bei 806,1.

Was die Hospitalisationen im Kanton Luzern betrifft, nimmt die Zahl seit einigen Tagen wieder ab. Allerdings steigt dafür die Anzahl Patienten, die beatmet werden müssen. Am Donnerstag waren es deren 16 – Tendenz steigend. Zum Vergleich: Am Mittwoch hatte der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri berichtet, dass im Kanton Zug aktuell 33 Personen hospitalisiert sind, vier davon liegen auf der Intensivstation (zentralplus berichtete).

Während sich in der ersten Welle vor allem ältere Luzerner und Luzernerinnen angesteckt hatten, machen die 20- bis 29-Jährigen derzeit die meisten Neuinfektionen aus. Am Mittwoch waren es auf 100’000 Einwohner bereits über 100 neue Fälle in 24 Stunden. Das ist allerdings kein Rekord. In den letzten Tagen betrug die höchste Inzidenzrate innerhalb einer Altersgruppe 144 – auch die wurde bei den jungen Erwachsenen registriert. Bei den 60- bis 69-Jährigen hingegen steckten sich am Mittwoch «nur» 40 Personen pro 100’000 Einwohner an, bei den 70- bis 79-Jährigen 25 und bei den Senioren über 80 wurden 33 infiziert. In den vergangenen 30 Tagen gab es in diesen drei Altersgruppen nie über 100 Fälle pro 100’000 Einwohner an einem Tag.

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18 Kommentare
  1. beat, 14.11.2020, 16:30 Uhr

    934 postiv getestet auf 24000 einwohner des wahlkreises entlebuch sind gerade mal 3.8 % dafür haben wir keine grippe patienten ! und vielleicht sind ja die vielen ausflügler aus der ganzen schweiz die am wochenede überall zu sehen sind auch nicht ganz unschuldig..

  2. Kurt Flury, 13.11.2020, 18:14 Uhr

    Diese Erhebungs-Methode hat nicht nur im Kanton Luzern System.
    Aus einer „repräsentativen“ Stichprobe positiv getesteter wird auf die Grundgesamtheit geschlossen, also mit eine Dreisatz „hochgerechnet“. Das ist unfachmännisch und irreführend, oder manipulativ?
    Jeder, der einen Grundkurs in Statistik absolviert hat, weiss, dass das Testen von Hypothesen inhärent fehlerhaft ist (Fehler 1. und 2. Art). – Erst wenn die hier gemachte Aussage („höchster Anteil Positiver im Entlebuch“) mit einer Zutreffens-Wahrscheinlichkeit (%) unterlegt ist, verdient sie es, ernst genommen zu werden.

  3. Margarita, 13.11.2020, 12:32 Uhr

    Ein bestens vernetzter Entlebucher und Geschäftsmann (mit Maske) hat sich kürzlich über die Sorglosigkeit gewisser Leute im Entlebuch beschwert. Die neue Statistik bestätigt scheinbar diese Aussage. In Kreisen auf dem Land werden nicht selten Umweltprobleme weniger ernst genommen. Der Glaube die Natur werde es schon richten, verfängt eben nicht.

    1. Dani, 13.11.2020, 18:48 Uhr

      Das ist eine Unterstellung und reine Mutmassung. Was die Zahlen belegen ist viel mehr, dass die Städter in den nebelfreien Naherholungsgebietes ihre wohlverdiente Freizeit verbringen und das Virus so im Kantonsgebiet verschleppen. Alles eine ganz natürliche und selbstverständliche Haltung. Wer will schon das ganze Wochenende im Nebel sitzen?

  4. Denise, 12.11.2020, 23:23 Uhr

    Ich bin der Meinung es ist für Leser*innen verwirrend zu lesen, dass es im Entlebuch 934 bestätigte Fälle gab (auf 100‘000 hochgerechnet) und im Artikel mit keinem Wort erwähnt wird, dass es sich in Wahrheit um knapp 30 betroffene Personen handelt (gemäss der effektiven Einwohnerzahl des Entlebuch 3283 Personen). Sowas schürrt die Angst der Menschen, die sich dieser Rechnung nicht bewusst sind und verfälscht die Vorstellung der Zahl effektiv erkrankter Personen.

    1. Redaktion Lena Berger, 13.11.2020, 09:24 Uhr

      Vielen Dank für diesen wertvollen Hinweis. Wir klären das gerne ab.

    2. John, 13.11.2020, 12:17 Uhr

      3283 Einwohner im Entlebuch stimmt natürlich auch nicht (Wikipedia gibt 17’000 an), aber dennoch haben Sie recht. Das ist das grösste Problem in dieser Krise: Die Journalisten sollten die Zahlen genau anschauen, /bevor/ sie ihre Artikel und vor allem die Schlagzeilen schreiben.

    3. Redaktion Lena Berger, 13.11.2020, 13:03 Uhr

      Vielen Dank Euch für die kritische Auseinandersetzung. Ich möchte betonen, dass sich der Artikel auf die offiziellen Statistiken von Lustat stützt. Die Zahlen stimmen. Wir planen einen Nachfolge-Artikel, in welchem wir diese durch den Kantonsarzt einordnen lassen. Sobald er fertig ist, werden wir darauf verlinken.

    4. Andreas Peter, 13.11.2020, 12:53 Uhr

      @John: Wenn die Journalisten die Zahlen genauer anschauen würden, gäbe es viel weniger solcher Schlagzeilen sondern mehr kritische Fragen an „die da oben“.
      Leider scheint die 4.Gewalt ihren Job nicht mehr machen zu wollen oder zu dürfen.
      Aber klar, wir haben natürlich überhaupt kein Problem mit der Meinungsfreiheit…

    5. Redaktion Lena Berger, 13.11.2020, 13:08 Uhr

      Welche kritischen Fragen sollen „denen da oben“ konkret gestellt werden? Und wer genau sind „die da oben“? Bei zentralplus wollen und dürfen unseren Job machen. Ich bin offen für konstruktive Inputs. Mit pauschaler Medienschelte kann ich aber leider nichts konkretes anfangen.

    6. realist und antiverschwörer, 13.11.2020, 16:44 Uhr

      @andreas peter: sie riechen mir stark nach verschwörung. es ist doch sachlicher journalismus. danke habe fertig.

    7. Andreas Peter, 13.11.2020, 17:23 Uhr

      Guten Abend Frau Berger

      Wenn ich ihnen tatsächlich Fragen, die gestellt werden müssen präsentieren würde, hätten Sie bestimmt eine fertige Schublade in der Schmuddelecke dafür.
      Ich weiss, das ist etwas unfair meinerseits.
      Aber nachdenken schadet nie. 😉

      Schönen Abend!

    8. Redaktion Lena Berger, 13.11.2020, 18:04 Uhr

      Ich habe diesen Kommentar etwas gekürzt. Und zwar, weil mir darin eine Haltung unterstellt wurde, die ich als beleidigend empfinde. Aber um zum Thema zurück zu kommen: Schade, dass die Gelegenheit nicht genutzt wird, der Redaktion die Fragen mitzuteilen, die gerade beschäftigten. Das hätte ich sehr konstruktiv gefunden.

    9. John, 14.11.2020, 10:51 Uhr

      Guten Tag Frau Berger, vorab danke für ihre Bereitschaft, hier die Kommentare zu lesen und darauf einzugehen. Eine grosse und wichtige Frage wäre zu allererst, wie diese Tests funktionieren, die die sog. „Fallzahlen“ generieren und daraus folgend die Ängste und die all die Massnahmen. Wer untersucht die Proben und wie genau? Gibt es einheitliche Standards, insbesondere was die Vermehrungszyklen betrifft? Was genau wird eigentlich untersucht und was wird gefunden, damit ein Test als positiv ausgewiesen wird? Diese Fragen werden von fast allen Medien sträflich vernachlässigt, man betet einfach die Zahlen herunter und macht schöne Grafiken daraus, ohne wirklich zu fragen, was das eigentlich sein soll.

    10. Redaktion Lena Berger, 15.11.2020, 09:11 Uhr

      Vielen Dank für diese Fragen.

    11. Andreas Peter, 14.11.2020, 16:30 Uhr

      Guten Abend Frau Berger
      „Ich habe diesen Kommentar etwas gekürzt.“
      Ja, Sie haben meinen Kommentar nicht zum ersten Mal so gekürzt, dass völlig sinnentstellt ist.
      Das ist genau das Problem, was ich meine.
      Aber so haben Diskussionsversuche keinen Sinn.
      Stichwort: „Marsch durch die Institutionen“ 1967 Rudi Dutschke.
      Mein Navi würde sagen „Sie nähern sich dem Ziel“.

    12. Redaktion Lena Berger, 15.11.2020, 09:10 Uhr

      Gerne verweise ich auf unsere Netiquette. Die Meinungsfreiheit ist mir sehr wichtig. Aber beleidigende Aussagen gegen Autoren und Kommentatoren werden gestrichen. Diskussionen sind wertvoll. Wenn man bei Nachfrage nicht einfach das Thema wechselt.

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