Das Eidgenössische Schützenfest geht in Luzern neue Wege
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Die Verantwortlichen des ESF 2020: (v.l.n.r.) Philipp Bühler (OK-Vizepräsident ESF), Paul Winiker (OK-Präsident und Regierungsrat) und Luca Filippini (Präsident Schweizerischer Schiesssportverband). (Bild: cbu)

Alles neu wegen Corona Das Eidgenössische Schützenfest geht in Luzern neue Wege

3 min Lesezeit 1 Kommentar 27.03.2021, 12:59 Uhr

Das Eidgenössische Schützenfest findet nach einer Verschiebung heuer definitiv in Luzern statt. Wegen Corona wird der nationale Wettbewerb aber erstmals in seiner jahrhundertelangen Geschichte auf die Schweiz verteilt durchgeführt.

Schützenfreunde können aufatmen. Wie das Organisationskomitee am Samstagmittag im alten Zeughaus in Kriens bekannt gab, findet das Eidgenössische Schützenfest 2020 (ESF) definitiv statt. «Eine Absage stand nie zur Diskussion», sagt Philipp Bühler, OK-Vizepräsident des ESF kämpferisch. «Unklar war lediglich das Datum der Durchführung.»

Eidgenössische Anlässe finden nur alle fünf Jahre statt, weswegen man vehement um eine Durchführung in einer der Situation entsprechenden Form gekämpft habe. Eigentlich hätte das Festival bereits im Sommer 2020 stattfinden sollen, musste aber verschoben werden. «Wir dachten erst, eine Verschiebung in den Herbst würde reichen», sagt Regierungsrat und OK-Präsident Paul Winiker. Dann aber musste man den Tatsachen ins Auge blicken.

Neues Datum, neue Form

Nun soll der Anlass zwischen dem 11. Juni und dem 11. Juli stattfinden – wenn auch in neuer und bisher ungewohnter Form. Erstmals in seiner jahrhundertelangen Geschichte wird das Schützenfest nämlich auf die ganze Schweiz verteilt.

Nach dem traditionellen Eröffnungsschiessen am 5. Juni, das in einem kleinen, geschlossenen Rahmen – dafür mit Livestream – durchgeführt wird, verteilen sich die Qualifikationen auf alle Kantone. «Grossmehrheitlich soll auf jedem Stand in der Schweiz die Qualifikation geschossen werden können», sagt Philipp Bühler. Die Ergebnisse werden dann gesammelt und ausgewertet. Auf diese Weise können auch Auslandschweizer am Wettbewerb teilnehmen.

Ein ESF ohne F

Verzichtet wird jedoch auf einen Festbetrieb mit Musik, Theater, Unterhaltung und Ausstellungen, der eigentlich auf dem Gelände der Kaserne Emmen hätte stattfinden sollen. Eine Aussicht, die Bühler wehmütig werden lässt: «Es scheint heute fast unglaublich, dass solche Anlässe vor gut einem Jahr noch stattfinden konnten.» Reduziert wird auch das Gastroangebot. «Der Fokus liegt auf dem Sport und dem Wettbewerb», so Bühler weiter. Ein Eidgenössisches Schützenfest ohne Fest also.

Nachdem die rund 40’000 Schützen ihre Qualifikation in der heimischen Umgebung abgeschlossen haben, soll der Final dann wieder nach Luzern kommen. Genauer nach Emmen und Kriens. Bis zur Preisvergabe braucht es dann aber noch etwas Geduld. «Das grosse Fest wird im Oktober während zehn Tagen in Luzern durchgeführt», sagt Regierungsrat Winiker.

«Wo wir früher klotzten statt kleckerten, werden wir dieses Jahr kleckern – dafür in guter Qualität.»

Philipp Bühler, OK-Vizepräsident ESF

Beim grossen Anlass, dem auch Bundesrätin Viola Amherd beiwohnen wird, werden dann die Ränge verkündet, der Schützenkönig – oder die Schützenkönigin – gekürt und die Pokale überreicht. Ein genaues Datum dafür gibt es noch nicht.

Freude herrscht

Auch wenn das ESF in einer abgespeckten Form daherkommt, zeigen sich die Verantwortlichen glücklich. «Wo wir früher klotzten statt kleckerten, werden wir dieses Jahr kleckern – dafür in guter Qualität», sagt Bühler. Für Regierungsrat Winiker ist die Durchführung Ehrensache: «Das Eidgenössische hat eine unglaubliche Tradition. Auch in der Stadt Luzern.»

Luzern dient zum sechsten Mal in der Geschichte des ESF als Austragungsort. Rund 40’000 Schützinnen und 200’000 Besucher nehmen jeweils an dem Fest teil. Selbst in der abgespeckten Corona-Variante rechnen die Verantwortlichen mit einem Gewinn von 200’000 Franken.

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1 Kommentare
  1. Michel von der Schwand, 28.03.2021, 09:35 Uhr

    Blödsinniger und rückwärts gewandter Anlass der General-Guisan und Reduit-Fetischisten.

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