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Das Cup-Wunder von Luzern
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Die Spieler des FC Inter-Altstadt freuen sich über den Cup-Erfolg. (Bild: zvg )

FC Inter-Altstadt ringt haushohen Favoriten nieder Das Cup-Wunder von Luzern

4 min Lesezeit 14.08.2017, 13:08 Uhr

Es ist ein kleines Wunder im Regionalfussball: Der FC-Inter-Altstadt ringt in einem schweisstreibenden und intensiven Cupspiel die Favoriten des SK Root 3:2 nieder. Inter-Coach Marco Liembd erklärt den Erfolg mit Ehrgeiz, einem guten Trainer, und dass sein Team diesem Erfolg alles unterordnete.

Ja, der SC Kriens ist gegen den grossen Rivalen aus der Stadt im ersten Cup-Derby seit über einem Jahrzehnt gescheitert, das Wunder blieb aus. 0:1 hiess das undankbare Verdikt nach 90 Minuten. Vorbei der Traum vom Triumph, von der «Nummer eins am Pilatus», wie die Fans im Vorfeld auf ihren Bannern monierten.

Doch ein anderes Cup-Wunder geschah am Sonntag am Fusse des Luzerner Hausbergs, nur wenige Meter neben der Swissporarena. Der FC-Inter-Altstadt Amore, der sympathische 5.-Liga-Club von nebenan, besiegte in der David-gegen-Goliath-Partie den um zwei Ligen höher klassierten SK Root im Spiel des IFV-Dickerhof-Cups (siehe Box). «Die brachten sogar ihre eigene Masseurin mit», lacht FC Inter-Altstadt-Coach Marco Liembd. Seine Freude über den Sieg ist auch am Montagmorgen noch ungetrübt.

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Ein Auswärtsspiel auf dem eigenen Platz

Aber der Reihe nach: Besammlung der Städter war um zehn Uhr im Konzerthaus Schüür – vier Stunden vor Anpfiff. Um elf Uhr gab’s Spaghetti. «Wir haben unsere Kohlenhydratspeicher aufgefüllt und uns auch mental perfekt vorbereitet», so Liembd. «Wir haben den ganzen Sonntag diesem Cupspiel untergeordnet.»

«Wir haben diesen Sieg nicht gestohlen.»

Marco Liembd, Coach FC Inter-Altstadt

80 Leute verschlug es in die Allmend, wo der FC-Inter-Altstadt seine Heimspiele austrägt. «Gefühlt 70 davon waren für den SK Root», sagt Liembd. Dabei mussten sich diese erst an die Umgebung gewöhnen: Inter-Altstadt verfügt über kein Klub-Haus, für die Spiele werden zwei Pavillons aufgestellt, unter denen die Fans zusammengepfercht Schatten suchen können. «Da ist man sich in der dritten Liga sicher anderes gewohnt», so Liembd.

Dafür verköstigte der 5.-Liga-Verein die anwesenden Fans mit Bratwürsten. «So einen Aufwand können wir nur für die wichtigen Spiele betreiben», so Liembd.

Turbulente zweite Hälfte

Das Spiel begann eigentlich gar nicht nach dem Gusto der Luzerner: Bereits nach wenigen Minuten lag man 0:1 hinten. Der Rooter Mladen Milojicic traf in der sechsten Minute per Penalty. «Vielleicht hat sich der SK Root mit der Führung im Rücken etwas zu sicher gefühlt. Wir haben aber an uns geglaubt und gekämpft», lobt Liembd die eigene Mannschaft.

Marco Liembd, Coach von Inter-Altstadt, designt auch die Flyer für die Spiele selber (zentralplus berichtete):

Marco Liembd inmitten seiner Plakate, die er für seinen Club gestaltet. (Bilder: zvg/Montage: zentralplus)

Marco Liembd inmitten seiner Plakate, die er für seinen Club gestaltet. (Bilder: zvg/Montage: zentralplus)

1:1 hiess es in der Pause dank dem Ausgleich durch Florian Schneeberger – ein Zwischenerfolg. Und dann ging’s schnell: Innerhalb von nur zwei Minuten der Doppelschlag von Inter-Altstadt durch Reto Helfenstein (70.) und Patrick Signorell (72.), bevor der SK Root eine Minute später bereits wieder den Anschluss durch Tim Meierhans fand. Dann hiess es 20 Minuten lang kämpfen und gegen die anstürmenden Rooter dagegenhalten. Bis der Schlusspfiff den Prestige-Erfolg besiegelte. Und Liembd versichert: «Wir haben diesen Sieg nicht gestohlen.»

Ü40-Veteran wichtig für Erfolg

Speziell: Die beiden Torschützen der zweiten Halbzeit spielen normalerweise bei den Veteranen von Inter-Altstadt. «Helfenstein ist über 40 und hat eine riesige Erfahrung», sagt Liembd. «Er ist toll, ein richtig ‹müehsamer Siech›, der sich in diesem Cup-Spiel beweisen wollte, dass er mit den Jungen noch mithalten kann», lacht Liembd.

Der IFV-Dickerhof-Cup

Neben dem Schweizer Cup, in dem auch die Teams der Super League vertreten sind, findet alljährlich auch der Cup des Innerschweizer Fussballverbands (IFV) statt. Dieser regionale Wettbewerb berücksichtigt die Innerschweizer Mannschaften von der 5. Liga bis zur 2. Liga Regio.

Dass überhaupt Veteranen im Team sind, erklärt Liembd so: «Für den Cup machen wir immer eine Selektion: Die besten Spieler aus dem ganzen Verein werden für die erste Mannschaft aufgeboten, so dass wir in voller Stärke antreten können.» Da seien erfahrene Veteranen genauso wichtig wie junge, laufstarke Spieler.

René Distel, der Favoriten-Töter

Auch der Cheftrainer der 5.-Liga-Mannschaft wird vonseiten Liembd mit Lob überschüttet. «Mit René Distel haben wir den kompetentesten Trainer der fünften Liga», ist sich der Schüür-Chef sicher.

Und tatsächlich: Distel war immerhin Sportchef und Trainer des SC Kriens. Ausserdem weiss er, wie man Favoriten das Cup-Grab schaufelt – mit dem FC Küssnacht gewann er einst im Schweizer Cup dank einer aufopferungsvollen Darstellung gegen das Super-League-Team FC St.-Gallen 2:1.

Die Zusammenfassung des legendären Küssnachter Cup-Sieges:

 

Auslosung: Harte Brocken warten

Der nächste Gegner der Luzerner steht noch nicht fest – die Auslosung findet am Freitag statt. Dabei ist ein Gegner aus einer höheren Spielklasse sehr wahrscheinlich: Im IFV-Cup spielen Teams bis zur 2. Liga Regional, neben dem FC-Inter-Altstadt gibt es nur einen weiteren Fünftligisten, der die erste Runde überstanden hat. Angst hat Liembd keine, aber er sagt: «Gegen so einen Gegner muss alles passen.» Ein Vorteil ist, dass die Luzerner höchstwahrscheinlich wieder zu Hause antreten dürfen.

Träumt Liembd nach diesem Erfolg vom Cup-Sieg? Der Coach gibt sich kämpferisch: «Wir wollen jeden Match gewinnen, sonst müssen wir uns gar nicht erst umziehen.» Für ihn sei es das Grösste, sich mit einem Gegner messen zu dürfen, bei dem sogar Geld fliesst. «In der dritten Liga gibt es Punkte-Prämien und einen bezahlten Trainer-Staff. Wir verdienen keinen Rappen – das ist eine ganz starke Motivation.» 

Der Flyer fürs Cup-Spiel vom Sonntag:

Der Flyer zum Cup-Spiel.

Der Flyer zum Cup-Spiel.

(Bild: zvg)

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