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Das Chamer Rad-Urgestein hängt den Helm an den Nagel
  • Sport
So sah Grégory Rast nach einem Eintagesrennen in Belgien vor der Flandernrundfahrt aus. (Bild: Instagram Grégy Rast)

Grégory Rast bald mit neuer Funktion im Team Das Chamer Rad-Urgestein hängt den Helm an den Nagel

3 min Lesezeit 29.07.2018, 06:01 Uhr

Der Chamer Grégory Rast ist ein absolutes Urgestein des Radsports. Nach 17 Jahren als Profi wird Ende Saison Schluss sein. Trotzdem wird er seinem aktuellen Team erhalten bleiben. Auch wenn es noch nicht offiziell bestätigt ist: Er soll die Funktion des sportlichen Leiters übernehmen.

Vor wenigen Wochen erhielt Grégory «Grégy» Rast von Luca Guercilena, dem Teammanager seiner Mannschaft Trek-Segafredo, die Nachricht, dass er als Fahrer keine Zukunft in der Equipe hat. Irgendwo bei einem anderen Team nochmals einen Ein-Jahres-Vertrag zu unterschreiben, sei laut Rast keine Option gewesen. «Einen alten Sack wie mich wollten sie doch nicht mehr», sagt der 38-Jährige lachend.

Doch sein amerikanisches Team um die Topfahrer Bauke Mollema und John Degenkolb machte Rast das Angebot, nach seinem Rücktritt Ende Saison in anderer Funktion bleiben zu können.

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Fliegend vom Rad an den Schreibtisch

Noch gibt es keine offizielle Bestätigung des Teams, wie es für den gebürtigen Ebikoner genau weitergeht. Doch am Mittwoch verkündete die belgische Zeitung «Het Nieuwsblad», dass Rast sportlicher Leiter werden soll.

«Man muss auch wissen, wann Schluss ist.»

Grégory Rast, Chamer Profi-Radrennfahrer

Er wäre nicht der erste Fahrer, der bei Trek-Segafredo fliegend vom Rennrad an den Schreibtisch wechselt. Der gleichaltrige Yaroslav Popovich machte vor gut zwei Jahren den exakt selben Transfer.

Rast freut sich auf die Zeit nach dem aktiven Radsport. «Ich hatte eine schöne Zeit als Profisportler. Doch man muss auch wissen, wann Schluss ist», sagt er. Darauf angesprochen, was er bestimmt nicht vermissen werde, nennt er nicht etwa das Training, sondern die Rennen im Regen.

Rast quält sich an der diesjährigen Tour de Suisse den Klausenpass hoch.

Rast quält sich an der diesjährigen Tour de Suisse den Klausenpass hoch.

(Bild: Instagram Grégy Rast)

Langeweile ist kein Thema

Dass er als Helfer selten im Rampenlicht stand und entsprechend deutlich weniger Medientermine wahrnehmen musste als seine hochdekorierten Kollegen, sei ihm durchaus entgegengekommen. «Es ist auf jeden Fall schön, nach dem Rennen direkt in den Mannschaftsbus einsteigen zu können», sagt er.

«Ich werde sicherlich auch regelmässig auf dem Rennrad und dem Mountainbike sitzen.»

Langweilig werde ihm nach seiner Aktivzeit bestimmt nicht: «Es gibt immer viel zu tun. Ich werde sicherlich auch regelmässig auf dem Rennrad und dem Mountainbike sitzen.»

Sollte trotzdem eine gewisse Leere in ihm aufkommen, kann er sich immer noch bei seinem Freund und Hagendorner Vereinskollegen Martin Elmiger Tipps holen, welcher letzte Saison seine Karriere beendet hat und vor allem für Neoprop, seine Firma für Lichtwerbung in Affoltern am Albis, arbeitet (zentralplus berichtete).

Dreiwöchige Rundfahrt muss nicht mehr sein

Im Gegensatz zu Elmiger ist Rast dieses Jahr bei der Tour de France nicht mit dabei. Auf die Strapazen einer Grand Tour über drei Wochen könne er jedoch gut verzichten. Er verfolgt das Geschehen am Fernseher und glaubt: «Falls nichts Unvorhersehbares passiert, wird Geraint Thomas das Maillot Jaune nach Paris bringen. Er hätte es verdient.»

Grégory Rast gewinnt 2013 die 6. Etappe der Tour de Suisse:

Grégory Rast galt zu Beginn seiner Karriere als grosses Talent. 2002 wurde er als 22-Jähriger Schweizer U23-Meister. Relativ früh fuhr der Mann des RMV Cham-Hagendorn seine grössten Erfolge ein. 2004 und 2006 wurde er Schweizer Meister auf der Strasse. 2007 gewann er die Luxemburg-Rundfahrt.

Die Stationen von Grégory Rast

2003 erhielt Grégory Rast seinen ersten Profivertrag beim Schweizer Team Phonak. Teambesitzer war der im April verstorbene Andy Rihs (zentralplus berichtete). 2007 zog es ihn in die kasachische Astana-Equipe, bevor er 2010 den Weg zu Radioshack fand, das später ins heutige Team Trek-Segafredo überging.

Rast rechnet vor, wie viele Rennen er in seiner Karriere schon bestritten hat: «Ich fahre pro Saison rund 80 Rennen. Und bin nun in meinem 17. Profijahr.» Macht hochgerechnet 1’360 Ein- und Mehrtagesrennen.

Bald geht es nach Utah

Nach zehn Jahren als Profi holte er sich 2013 endlich seinen lang ersehnten Etappensieg an der Tour de Suisse in Meilen, als er sich in einer Ausreissergruppe gegen ein Trio durchsetzte. Rast nennt dies einen seiner schönsten Erfolge neben dem vierten Rang beim Klassiker Paris–Roubaix 2011 und dem völlig unerwarteten achten Rang und dem damit verbundenen olympischen Diplom in London 2012.

Das nächste Rennen auf der Abschiedstournee von Rast wird die Tour of Utah vom 6. bis 12. August sein. Anschliessend stehen verschiedene Eintagesrennen wie die Cyclassics in Hamburg auf dem Programm, bevor die Karriere von Grégory Rast als aktivem Radrennfahrer voraussichtlich im Oktober in China endgültig zu Ende gehen wird.

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