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Das bringt das neue Stipendiengesetz

3 min Lesezeit 13.10.2015, 13:40 Uhr

Ziel erreicht, sagt der Kanton übers neue Stipendiengesetz: Es gibt einen Viertel weniger Stipendiaten, sie bekommen allerdings mehr Geld. Das Fazit von Lustat ist hoffnungsvoll.

Seit Herbst 2014 spricht der Kanton Luzern Ausbildungsbeiträge nach dem neuen Stipendiengesetz. Eine Evaluation von Lustat Statistik Luzern nach dem ersten Jahr kommt zum Schluss, dass die angestrebten Ziele mehrheitlich erreicht werden: Die Beiträge könnten gezielter und bedarfsgerechter ausbezahlt werden und einkommensschwache Elternhaushalte profitierten vermehrt vom neuen Verteilschlüssel. Das schreibt Lustat in einer Mitteilung.
 
Das neue Stipendiengesetz wurde im Mai 2014 vom Luzerner Stimmvolk angenommen. Es habe zum Ziel, die Stipendiengelder zielgerichteter zur Unterstützung von Aus- und Weiterbildungen einzusetzen. Möglich sollen dies ein neues, transparentes Berechnungssystem und ein verstärktes Beratungsangebot machen. Zudem könnten Gesuchsstellende bei Bedarf Stipendien und Darlehen von privaten Stiftungen, Einzelpersonen und Dritten erhalten.

Das Stipendiengesetz hatte auch Kritiker auf den Plan gerufen, besonders von Links wurde es bekämpft (zentral+ berichtete): Es sei so keien Förderung nach dem Giesskannenprinzip mehr möglich, das schmälere die Chancengleichheit. Das Volk hat die Vorlage aber mit 70,3 Prozent Ja-Stimmen angenommen.

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Fazit der Auswertung

Das sind die Befunde von Lustat Statistik zum neuen Stipendiengesetz:
 
•    Das durchschnittliche Stipendium sei von 5200 auf 6800 Franken gestiegen.
•    Die Zahl der Stipendienbezüger habe sich um etwa einen Viertel auf 1500 verringert.
•    56 Prozent der Ausbildungsbeiträge seien an Personen in Ausbildung gegangen, deren Eltern ein steuerbares Einkommen von unter 30‘000 Franken auswiesen (vor der Gesetzesrevision: 40 Prozent).
•    Personen in Ausbildung mit einem alleinerziehenden Elternteil werden klar bessergestellt, ihr Anteil am Stipendienvolumen steigt von 15 auf 40 Prozent.
•    Personen in Ausbildung mit eigenen Kindern erhalten im Durchschnitt doppelt so hohe Beiträge wie zuvor.
•    Durch die Anwendung gleicher Berechnungsgrundlagen für alle Bildungswege hat die Sekundarstufe II einen höheren Anteil erhalten.
 

Darlehensbezüge noch nicht evaluiert

Die Aufwertung der Darlehen sei gemäss der Evaluation erst im Ansatz zu erkennen. Zwar habe sich zuletzt das Darlehensvolumen erhöht, doch lägen die Zahl der Bezüge, die Bezugsquote und das Gesamtvolumen noch unter den Erwartungen. Ein abschliessendes Fazit zum Darlehensbezug ist noch nicht möglich. Eine Evaluation hierzu folgt in einem Jahr.

Im Rahmen eines Pilotprojekts des Kantons Luzern mit dem Verein Studienaktie wurde den abgewiesenen Personen die Möglichkeit einer kostenlosen und unverbindlichen Finanzierungsberatung angeboten. Rund 20 Personen hätten dieses Angebot genutzt, schreibt Lustat, die Mehrheit hätte sich danach aufgrund eines gemeinsam erstellten Budgets selbständig finanzieren können. Zurzeit seien zwölf Personen im Vermittlungsprozess für private Darlehensgeber. Um noch mehr Erfahrungswerte zu sammeln, werde das Pilotprojekt um ein Jahr verlängert.

Was hat das neue Gesetz gebracht?

Aufgrund der Evaluation zieht der Kanton Luzern nach dem ersten Jahr mit dem neuen Stipendiengesetz ein positives Fazit:
 
•    Die Anspruchsberechnung erfolgt nach realitätsnäheren, besser nachvollziehbaren Kriterien.
•    Die neuen Parameter und Prozesse sind gut akzeptiert.
•    Besondere Familienkonstellationen werden berücksichtigt.
•    Die neue Einkommensdefinition, die sich an das Gesetz der individuellen Prämienverbilligung anlehnt, führt zu den erhofften Effekten und wird als Verbesserung wahrgenommen.
•    Fälle mit auffallend grossen Veränderungen zum alten Recht sind plausibel und waren beabsichtigt.
•    Die Zahl der Beschwerden ist zwar gestiegen, sie ist aber im Verhältnis zur Zahl der abgelehnten Gesuche nachvollziehbar.
•    Die Gesamtsumme der ausbezahlten Stipendien ist mit 10,5 Millionen Franken unverändert, was der Vorgabe des Kantonsrats entspricht.
•    Die beobachteten Auswirkungen der neuen Bedarfs- und Beitragsberechnung entsprechen sehr genau den Ankündigungen in der Botschaft zur Gesetzesrevision.

 

Informationsangebote Stipendien

Für Informationen zu Ausbildungsbeiträgen stehen Mitarbeitende der Fachstelle Stipendien jeden Donnerstag von 15.30 – 17.30 Uhr im Beratungs- und Informationszentrum für Bildung und Beruf (BIZ) an der Obergrundstrasse 51 in Luzern für persönliche Beratungen zur Verfügung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
 
Kostenlose Infoveranstaltungen zur Ausbildungsfinanzierung finden jeweils im Frühling statt und werden auf www.stipendien.lu.ch publiziert.
 
Wer sich für ein Stipendium interessiert, kann online mit dem Stipendienrechner berechnen lassen, ob eine Chance auf Ausbildungsbeiträge besteht.

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