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Das «Baarbürgli» hat Konkurs angemeldet
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Für die treuen «Baarbürgli»-Gäste dürfte der Konkurs ein Schock sein. (Bild: wia)

Corona und persönliche Gründe gaben den Ausschlag Das «Baarbürgli» hat Konkurs angemeldet

3 min Lesezeit 5 Kommentare 19.04.2020, 18:55 Uhr

Das ist ein bitterer Abschied. Seit Freitag ist der Take-away beim Restaurant Baarbürgli geschlossen. Die Beiz hat Konkurs angemeldet. Doch selbst ohne Corona hätte es bald Veränderungen in der urchigsten Baarer Kneipe gegeben.

«Ja, es stimmt, ich habe den Pachtvertrag fürs <Baarbürgli> per Ende Juni aufgelöst», bestätigt Janette Luginbühl Gerüchte, welche derzeit auf der Strasse und im Internet kursieren. «Und nicht nur das», ergänzt die Inhaberin und Geschäftsführerin der Baarer Urbeiz traurig. «Ausserdem habe ich gestern Konkurs angemeldet.»

Sie erzählt: «Ich habe den Pachtvertrag diesen März gekündet. Dies aus persönlichen Gründen.»

Janette Luginbühl ist als alleinige Inhaberin in den Dokumenten eingetragen, die Beiz führte sie gemeinsam mit ihrem ehemaligen Partner Mike Schwarz während sechs Jahren. Diesen habe sie vorgängig über ihren Entscheid informiert.

Und dann kam Corona

Kurz nach der Auflösung des Pachtvertrags kam Corona. Ein herber Schlag für die Beiz, die beinah täglich voll ist – fast ausschliesslich mit treuen Stammgästen.

In den letzten Wochen nach dem Lockdown boten die «Baarbürgli»-Betreiber einen Take-away-Service an. «Zwar hatten wir dort einige Gäste, doch waren die Einnahmen nicht vergleichbar mit denen, die wir mit dem normalen Tagesgeschäft hatten», sagt sie.

«Ich hätte den Kredit niemals zurückzahlen können bis Ende Juni.»

Janette Luginbühl, Pächterin des «Baarbürgli»

Um die Krise zu überbrücken, beantragte Luginbühl im April einen Covid-Kredit, der ihr noch gleichentags ausgezahlt wurde. «Das lief unglaublich unkompliziert», sagt sie. «Mir wurde jedoch bald klar, dass ich diesen Kredit niemals bis Ende Juni zurückzahlen kann. Gerade weil ich damals schon ahnte, dass die vom Bundesrat verordneten Massnahmen längerfristig sein werden.»

Sie erklärt weiter: «Die Idee, mit hohen Schulden aufzuhören, gefiel mir gar nicht. Konkurs anzumelden, war für mich die sauberste Lösung. Den Covid-Kredit habe ich deshalb vollumfänglich zurückbezahlt.» Seit Freitag ist das «Baarbürgli» geschlossen. «Es ist alles sehr schnell gegangen», bedauert sie.

Das «Baarbürgli»: Eine der wenigen Stammkneipen in der Gemeinde Baar.

Ein bitterer Abschied

«Dieser Abschluss tut mir extrem weh. Ich hätte mich sehr gerne von den Gästen verabschiedet», sagt Janette Luginbühl. «Sogar eine Hochzeit hätten wir im <Baarbürgli> noch durchgeführt. Ein Paar, das sich bei uns kennengelernt hatte. Diese wäre wegen Corona jedoch sowieso nicht möglich gewesen.»

Und nun? «Ehrlich gesagt habe ich noch keinen Plan. Vermutlich werde ich jedoch etwas im Angestelltenverhältnis suchen», sagt sie.

Wer die Pacht des «Baarbürgli» übernehmen wird, ist bis dato noch unklar.

2019 war bereits ein hartes Jahr für die «Baarbürgli»-Betreiber. Konkret ging es damals um einen Streit mit den Vermietern. «Wir werden schikaniert», wetterte Mike Schwarz damals (zentralplus berichtete).

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5 Kommentare
  1. Rina, 22.04.2020, 22:44 Uhr

    Das baarbürgli hätte sicher kein konkurs machen müssen. Wenn richtig gewirtschaftet worden wäre. Aber das kann halt nicht jeder. Man bedenke schon mal nur was man an den zimmern verdient.

  2. Martin Grunder, 20.04.2020, 19:32 Uhr

    Das wird nicht der einzinge Konkurs sein. Es wird wohl auch noch die eine oder andere Pizzeria lupfen, die in Zug mit wenig Aufwand, Pseudo-Authentizität und mittelmässigen Produkten Einnahmenmaximierung betreiben.

  3. Richard Scholl, 20.04.2020, 17:09 Uhr

    Ein trauriges, prominentes Corvid-19 Opfer. Soeben dasselbe in Hedingen: nach 160 Jahren wird die Krone Hedingen für immer schliessen. Was bleibt, überlebt von den Traditionsbeizen noch? die Wirtschaft der Brauerei Baar, hoffentlich auch Freimann, Brandenberg ?

    1. Dani, 20.04.2020, 19:07 Uhr

      Es ist kein Covid Opfer. Die haben schon vorher gekündigt

  4. Thomas LANDOLT, 20.04.2020, 10:21 Uhr

    Es ist schade um Frau Luginbühl. Sie ist eine ehrliche Seele und war in ihrem beruflichen Leben sehr eigenverantwortlich. Schade um sie und Ihren Betrieb. Sie ist ein Vorbild für Viele in der Gemeinde Baar.

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