Das alte Luzerner Hotel Bären wird zum Wohnhaus
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Das weisse Gebäude des ehemaligen Hotel Bären an der Pfistergasse 8. (Bild: uus)

Hotelkönig wird zum Vermieter Das alte Luzerner Hotel Bären wird zum Wohnhaus

3 min Lesezeit 26.04.2020, 14:00 Uhr

Das historische Hotel Bären an der Pfistergasse 8 soll zum Wohn- und Geschäftshaus umgenutzt werden. Geplant sind neun Kleinwohnungen und ein Ladenbereich im Erdgeschoss. Wer den Laden betreiben wird, ist offen. Dem Vormieter wurde gekündigt.

Das Haus an der Pfistergasse 8 wurde 1996 an die Schiller Betriebe verkauft, saniert, brandschutztechnisch voll verkleidet und bis letzten Oktober als Personalhaus genutzt. Seit 2019 gehört das Haus Urs Karli. Der bekannte Luzerner Hotelier besitzt unter anderem das Hotel Astoria, The Hotel oder das Renaissance in der Stadt Luzern.

An der Pfistergasse 8 ist allerdings künftig keine Gastronutzung oder gar ein weiterer Hotelbetrieb vorgesehen. Stattdessen sollen neun Wohnungen und wie bisher ein Ladenlokal das ehemalige Hotel Bären ausfüllen. Pikant: Dem vormaligen Ladenmieter, dem Einrichtungshaus «Wohnteam- Collection» wurde letztes Jahr gekündigt, mit der Begründung, es sollten elf Wohnungen entstehen. Davon ist im aktuellen Baugesuch jedoch keine Rede mehr.

Stattdessen sollen nun je zwei kleinere Wohnungen auf jedem der vier Stöcke eingerichtet werden. Im Dachgeschoss ist eine grössere Wohnung geplant. Die historischen Dachgauben, auch Lukarnen genannt, sind in schlechtem Zustand. Diese Vorbauten, die aus dem Dach ragen, um Licht und Luft ins Dachgeschoss zu lassen, werden in Absprache mit dem Denkmalschutz neu aufgebaut.

Die Sanierungsarbeiten sind aufwendig

Die Bausubstanz des Hauses dürfte wohl wie bei den Nachbargebäuden um 1800 entstanden sein. Deshalb wurde das historische Haus von verschiedenen Stellen der Stadt Luzern begutachtet, bevor das Baugesuch aufgelegt wurde.

Das Gebäude von der Burgerstrasse aus gesehen. Gut sichtbar die Lukarnen, die aus dem geneigten Dach ragen.

Neben den aufwendigen Sanierungsarbeiten bekommt das Haus auch einen neuen Anstrich: Die Fassade wird in dezenten grauen und beigen Farben getönt. Kupferfarbene Details – wie die Dachwasserrohre oder die Lukarnen – auf dem Dach ergänzen das Farbkonzept.

Gebaut werden soll ab Ende August, bezugsbereit sind die Wohnungen voraussichtlich ab Dezember 2021, wie Architekt Iwan Bühler sagt. Für das Ladenlokal sei noch kein Mieter bekannt. Die veranschlagten Kosten nennt er nicht.

Vormieter werden sich nicht um Ladenlokal bemühen

Das Einrichtungshaus «Wohnteam-Collection» ist übrigens in der Zwischenzeit an die Maihofstrasse 36 gezügelt. Sich noch einmal für den Ladenbetrieb an der Pfistergasse zu bewerben kommt für Mit-Inhaber Peter Lüdi nicht infrage, wie er auf Anfrage von zentralplus sagt. Man sei zufrieden am neuen Standort.

Die Geschichte des Bären – oder «de l’ours», wie es auf den Bauplänen angeschrieben ist – ist nicht einfach zu rekonstruieren. Obwohl zentral gelegen, gleich neben dem Krienbrüggli, gehörte das Hotel offenbar nicht zu den bekanntesten Luzerner Hotels. Peter Omachen, Obwaldens Denkmalpfleger und Verfasser des Buches «Luzern. Eine Touristenstadt» hat in seinem Fundus immerhin eine undatierte Postkarte gefunden.

Undatierte Postkarte mit dem ehemaligen Hotel Bären. (Bild: Sammlung Peter Omachen, Luzern)

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