Darum müssen Eltern die Schutzmasken zahlen
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An der Kantonsschule Zug gibt es eine Maskenpflicht – mitbringen müssen sie die Schüler selber. (Bild: Symbolbild Adobe Stock)

Maskenpflicht an der Zuger Kanti Darum müssen Eltern die Schutzmasken zahlen

2 min Lesezeit 2 Kommentare 13.08.2020, 05:00 Uhr

An der Kanti Zug gilt nach den Sommerferien für alle Schülerinnen eine Maskenpflicht. Auch für diejenigen, die noch in der obligatorischen Schulzeit sind. Die Kosten dafür sollen die Eltern tragen – obwohl es ein Recht auf unentgeltlichen Unterricht gibt.

Der Schulunterricht in der Schweiz ist gratis, das schreibt die Bundesverfassung vor. Die Schulen sind verpflichtet, die dafür notwendigen Mittel unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.

Trotzdem müssen Eltern immer wieder das Portemonnaie zücken für Kosten, die von ihren Kindern an öffentlichen Schulen verlangt werden. Beispielsweise für Exkursionen und Lager. Wenn diese obligatorisch sind, ist dies allerdings nicht rechtens, wie das Bundesgericht 2018 entschied (zentralplus berichtete).

Wie sieht es nun aus mit den Kosten für die Schutzmasken an der Zuger Kantonsschule? Auch diese sind obligatorisch. Die Schüler sind verpflichtet, sie zu tragen, wenn sie am Unterricht teilnehmen. Das gilt auch am Untergymnasium und damit während der obligatorischen Schulzeit. Dürfen die Eltern dennoch gezwungen werden, die Kosten zu übernehmen?

Die Jugendlichen bräuchten die Masken sowieso

Ja, findet Bernhard Rütsche, Professor für Öffentliches Recht an der Universität Luzern. Vom Recht auf Kostenübernahme ausgenommen sind nämlich Kosten für Mittel, die zwar im Schulunterricht benötigt werden, jedoch auch ausserhalb des Unterrichts erforderlich sind. Also beispielsweise die Kosten für die persönliche Kleidung.

«Hinsichtlich der Kosten für die im Unterricht obligatorischen Corona-Masken ist somit entscheidend, ob sich die Schülerinnen und Schüler nicht ohnehin Masken besorgen müssen, um sich und andere vor Ansteckungen zu schützen», erklärt Rütsche.

«Es ist davon auszugehen, dass sich Schülerinnen und Schüler unabhängig vom Grundschulunterricht eine Maske besorgen sollten.»

Bernhard Rütsche

«Aus meiner Sicht ist dies zu bejahen: Im öffentlichen Verkehr und im öffentlichen Raum gibt es Pflichten oder zumindest Empfehlungen, eine Maske zu tragen.» Auch in privaten Räumen sei es teilweise angebracht, eine Maske zu tragen – besonders im Umgang mit gefährdeten Personen und wenn der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

«Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass sich Schülerinnen und Schüler unabhängig vom Grundschulunterricht eine Maske besorgen sollten», argumentiert Rechtsexperte Bernhard Rütsche. «Folglich besteht keine Pflicht der Schulbehörden, die Kosten für die Masken zu übernehmen.»

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2 Kommentare
  1. mebinger, 13.08.2020, 13:20 Uhr

    Es ist schon der Gipfel der Frechheit, dass Misshandelte die Folterinstrumente noch selber zahlen müssen 😉

  2. Sandra Muff, 13.08.2020, 10:37 Uhr

    So teure Masken kann sich der Kanton Zug auch nicht mehr leisten. Man muss ja schliesslich sparen, wenn man wegen Corona schon die Steuern senken muss. Da bleibt natürlich weniger für Schule und Gesundheit…

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