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Darum machten Frauen heute um 11 Uhr Feierabend
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Frauen machen Feierabend: Protestaktion gegen Lohn-Ungleichheit vor der Luzerner Hauptpost. (Bild: zvg)

Luzerner Frauenstreik-Komitee trat in Aktion Darum machten Frauen heute um 11 Uhr Feierabend

3 min Lesezeit 1 Kommentar 21.10.2019, 12:10 Uhr

Feierabend um 11 Uhr: Das Luzerner Frauenstreik-Komitee hat heute vor der Hauptpost gegen die Missstände bei den Lohnunterschieden protestiert – und das Ende der Gratisarbeit eingeläutet. Gleichzeitig fordern SP und Grüne politische Massnahmen.

Mit der Aktion «Schluss mit Gratisarbeit und Prekarität – mehr Lohn und soziale Sicherheit für Frauen» hat das Luzerner Frauenstreik-Komitee am Montag vor die Luzerner Hauptpost gerufen. Dort haben sie kurz nach 11 Uhr den Feierabend eingeläutet. Grund: Weil sie statistisch gesehen immer noch rund 20 Prozent weniger verdienen, endet die bezahlte Arbeitszeit für Frauen am 21. Oktober um 11.03 Uhr.

«Das ganze Jahr hinweg erledigen Frauen einen Grossteil der unbezahlten Arbeit. Ab dem 21. Oktober zudem, arbeiten sie statistisch gesehen gratis», so das Komitee.

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Hier das Video zur Aktion:

Ab heute, dem 21. Oktober, arbeiten Frauen nicht nur Zuhause, sondern auch am Arbeitsplatz gratis. Denn in der Schweiz verdienen sie statistisch gesehen rund 20% weniger als die Männer🧐Entsprechend machen wir um 11:03 Uhr Feierabend. Auch in Luzern💜Kommt ab 10:45 zur Hauptpost beim Bahnhof Luzern und machen wir zusammen auf diese Lohnungleichheit aufmerksam✊🏻#Feierabend2019 #Gleichstellung #Feminismus

Gepostet von Frauenstreik in Luzern: 14. Juni 2019 am Montag, 21. Oktober 2019

Zunehmender «diskriminierender Unterschied»

Das Luzerner Frauenstreik-Komitee weist darauf hin, dass im Kanton Luzern laut Statistik Luzern (Lustat) Frauen im Jahr 2016 in Luzerner Unternehmen durchschnittlich 16 Prozent weniger verdienten als Männer – davon sind 8 Prozent nicht erklärbar. 2014 betrug der «potentiell diskriminierende» Unterschied noch 14 Prozent.

Schweizweit würden im privaten Sektor Frauen im Jahr 2016 durchschnittlich 19,6 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen – das sind 1’532 Franken weniger im Monat.

So protestiert das Frauenstreik-Komitee gegen Lohn-Ungleichheit.

«Während 71,5 Tagen erhalten die Frauen im Vergleich zu den Männern durchschnittlich: Nichts», rechnet das Komitee vor. Und so kam es auf den «Feierabend» am 21. Oktober, das Ende der bezahlten Arbeitszeit für Frauen.

Die Aktion sei ein voller Erfolg gewesen, so das Fazit des Komitees. Innert kurzer Zeit waren 400 Flyer verteilt und es musste Nachschub gedruckt werden. «Es gab spannende Reaktionen und viele Diskussionen mit Passantinnen und Passanten», so das Komitee weiter. Die nächsten Anlässe seien bereits in Planung.

Politische Forderungen

Gleichzeitig mit der Aktion haben Grüne und SP einen Vorstoss zur Reduktion der Lohndiskriminierung eingereicht. Das Personalrecht und die Besoldungsverordnung des Kantons sollen nach dem Willen der Linken auch für ausgelagerte Aufträge und Betriebe des Kantons gelten.

«Gerade in Bereichen wie Reinigungswesen oder Gastronomie (Schulmensen) arbeiten überwiegend Frauen», schreiben Monique Frey (Grüne) und Marcel Budmiger (SP). Ihrer Meinung nach dürften diese insbesondere beim Lohn nicht schlechtergestellt werden. «Die (Tiefst-)Lohnklassen, die überwiegend Frauen betreffen, müssen angehoben werden», so die Forderung.

Es sei inakzeptabel, dass Frauen trotz guter Ausbildung immer noch übervertreten sind in Berufen mit tiefen Löhnen. «Für die Frauen im Tieflohnbereich braucht es dringend existenzsichernde Mindestlöhne», heisst es im Postulat.

Um existenzsichernde Löhne zu garantieren, muss der Kanton nach Ansicht von SP und Grünen prüfen, wie bei ausgelagerten Aufträgen und Betrieben die Arbeitsbedingungen mindestens dem kantonalen Personalrecht und der Besoldungsverordnung angeglichen werden können.

Ausgestempelt, aber nicht abgestempelt: Flyer gegen die Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau.

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1 Kommentare
  1. Joseph de Mol, 21.10.2019, 15:09 Uhr

    Subjektiv kann man alles in politischen Aktionismus transformieren oder als politischen Inhalt deklarieren. Wenn man nur will. Objektiv betrachtet ist diese “Performance” nicht mehr als ein lauwarmes Lüftchen und die Geltendmachung eines freien Nachmittages. Was mir noch auffällt, ist das ostentativ burschikose Äussere einiger Teilnehmerinnen. Ist das die neue Strategie? Wenn ich wie ein Mann ausschau’, verdiene ich auch gleich viel wie ein Mann? Respekt – das ist echt durchdacht!