Darum lassen sich die jungen Luzerner noch immer testen
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Das Schild vor dem Testcenter am Inseli lässt die Zielgruppe deutlich werden: Hier werden die Jungen angesprochen. (Bild: Jan Rucki)

Covid-Impfung ist nicht bei allen beliebt Darum lassen sich die jungen Luzerner noch immer testen

4 min Lesezeit 6 Kommentare 22.08.2021, 16:29 Uhr

Um Party machen zu können, lassen sich jedes Wochenende viele junge Luzernerinnen auf Covid-19 testen. Wie finden sie das? Haben sie nicht genug davon? Und was, wenn sie die Tests selber zahlen müssen? Wir haben nachgefragt, weshalb sich zahlreiche Junge nicht gegen Corona impfen lassen.

In Luzern wird wieder gefeiert – und zwar in vollen Zügen. Jedes Wochenende sind unzählige Jugendliche und junge Erwachsene unterwegs auf Luzerns Strassen und in den Clubs. Auch Taxifahrer haben seit einigen Wochen wieder alle Hände voll zu tun (zentralplus berichtete).

Auf die Tanzfläche kommt, wer mindestens eines der drei Gs erfüllt: genesen, getestet, oder geimpft. Letzteres ist nach wie vor nicht der Renner: Noch immer sind weniger als die Hälfte der unter 29-Jährigen im Kanton Luzern geimpft (zentralplus berichtete).

Wer ungeimpft ist, lässt sich deshalb testen. Das zeigt sich am Freitagnachmittag auf dem Inseli beim Luzerner Bahnhof. Hier gibt es seit einiger Zeit ein neues Testcenter, wo sich gerade auch junge Personen für ihren Partybesuch am Wochenende testen lassen können.

Von Corona «nicht betroffen»

zentralplus hat bei den Jungen nachgefragt, was das wöchentliche Testen mit ihnen macht, wie sie damit umgehen und weshalb sie sich noch immer nicht für eine Impfung entschieden haben.

«Das wöchentliche Testen ist für uns das kleinere Übel, als nicht mehr in den Ausgang gehen zu können.»

Partygänger beim Testzentrum

Vier junge Männer Anfang zwanzig stehen vor dem Container und dem Zelt, in dem es den Nasen-Abstrich zu machen gilt. Sie warten auf ihr Testresultat und damit verbunden auf ihr Zertifikat. «Für uns ist das mittlerweile ganz normal», erklärt einer der Männer aus der Gruppe.

«Solange die Tests gratis sind, ist das auch in Ordnung für uns. Schliesslich ist das wöchentliche Testen für uns das kleinere Übel, als nicht mehr in den Ausgang gehen zu können.» Zwei der vier haben ihre Impfung bereits hinter sich. Es sei ihnen von Anfang an relativ egal gewesen, ob die Impfung eine potenzielle Gesundheitsgefährdung darstelle oder nicht. «Hauptsache, ich kann wieder machen, was ich will», meint einer von ihnen.

Hier gibt es den Freipass für die Nacht: Das Covid-Testcenter auf dem Luzerner Inseli. (Bild: Jan Rucki)

Einer der Ungeimpften zeigt sich zurückhaltender: «Ich möchte grundsätzlich nicht einfach so eine Impfung machen, solange ich nicht muss. Schliesslich bin ich ja nicht wirklich von Corona betroffen.» Einen Einfluss, so lässt er uns wissen, könnte der finanzielle Aspekt haben. «Sollten die Tests in naher Zukunft zu kosten beginnen, dann werde wohl auch ich mich impfen lassen müssen.»

Das Resultat der zwei Getesteten kommt – es ist negativ. Der Freipass für die Nacht ist da.

«Impfpflicht» wenn Tests kosten würden

Als Nächstes in der Schlange steht eine Frau, knapp 30 Jahre alt. «Ich brauche mein Zertifikat für die Arbeit. Ich arbeite hinter dem Tresen. Und unser Betrieb lässt nur Personen mit Covid-Zertifikat rein.» Impfen lassen will sie sich auf keinen Fall. Dazu habe sie sich fest entschlossen – auch wenn der Bundesrat nächste Woche beschliesst, dass die Tests ab Oktober kostenpflichtig werden. «Dann tragen wir hinter der Bar eben wieder eine Maske», erklärt sie.

«Ich habe am Montag meine erste Covid-Impfung – endlich.»

Junge Zirkusartistin

Persönlich hat sie eine klare Meinung zur Frage, ob es weiterhin Gratistests geben soll. Muss man selber dafür ins Portemonnaie greifen, sie das eine Art von Impfzwang. Gleichzeitig sei es ihr aber wichtig, sich mit anderen Massnahmen vor dem Virus zu schützen und Gefährdete so gut wie möglich vor einer Ansteckung zu bewahren.

Die Nebenwirkung als Hürde

Für einen Zirkusauftritt am Wochenende braucht eine 16-Jährige, die mit ihrem Velo herandüst, ein negatives Testresultat. Zwölf Auftritte werden während mehreren Wochen immer wieder ein Zertifikat von ihr verlangen. Ja, das sei mühsam, sagt die junge Artistin. «Aber ich habe am Montag meine erste Covid-Impfung – endlich», sagt sie. Früher sei es ihr nicht möglich gewesen, wo sie doch für die Auftritte täglich trainieren musste und potenzielle Nebenwirkungen nicht gebrauchen konnte.

Die Gespräche zeigen: Die Gründe, weshalb sich viele der jungen Personen im Kanton Luzern nicht impfen lassen, sind vielschichtig. Während den einen eine Impfung als definitiv obsolet erscheint, fürchten sich andere vor den negativen Auswirkungen auf ihren Körper. Manche hatten bislang schlicht keine passende Gelegenheit, andere hingegen interessieren sich nicht sonderlich dafür, da sie sich als junge Personen nicht vom Virus bedroht fühlen.

Klar ist: Nicht jede, die sich nicht gegen Covid impfen lassen möchte, ist grundsätzlich gegen eine Impfung oder gegen die Bekämpfung der Corona-Pandemie. Aber: Es besteht bei einigen der Jungen im Kanton Luzern Nachholbedarf, was die Idee der stark forcierten Impfkampagne seitens der Behörden bedeutet.

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6 Kommentare
  1. mebinger, 23.08.2021, 11:01 Uhr

    Ich lasse mich weder kaufen noch erpressen

    Die Einzigen, die an der momentanen gesellschaftlichen Entwicklung wirklich Freude haben dürften, sind die Versuchstiere, denn wir Menschen haben uns entschieden das grösste je stattgefundenes Experiment, nämlich die mRNA-Impfung, direkt am Menschen durchzuführen! Das ginge noch, aber wenn Minderjährige gegen dem Willen der Eltern geimpft werden, ist das meiner Ansicht nach ein Verbrechen.

    Auch wenn nun die Regierung mich durch leere Versprechungen und sogar durch Erpressung indirekt zum Impfen zwingen will, hat sie nur eines erreicht, nämlich, dass ich mich von allen Verpflichtungen frei gemacht habe. Ich habe alle Ämter abgegeben und engagiere mich nirgendwo mehr! Ich bin damit nicht alleine! Wir, die Engagierten, werden fehlen! Ich werde auch keine politischen Veranstaltungen mehr besuchen und falls ich je wieder wählen gehe, dann wähle ich keine Bisherigen mehr. Die Apartheitsdrohung, dass ich ohne COVID-Pass nicht mehr an gesellschaftliche Anlässe teilnehmen kann, ist somit für mich wirkungslos, denn mein Interesse an so einem gesellschaftlichen Leben liegt inzwischen bei null.

    Wenn wir nicht aufpassen, wird auch niemand mehr etwas organisieren.

    Eines muss man der heutigen Politiker- und Wissenschaftsgeneration lassen: Noch nie seit 80 Jahren wurde die Gesellschaft so schnell gespalten und ich stelle mit Schrecken fest, dass die schlechten Eigenschaften einer Gesellschaft, die wir begraben wollten, wieder alle aufgewacht sind.

    Ich habe genügend gute Freunde, welche mit mir ein Bier trinken und eine Zigarre rauchen, ohne dass ich geimpft sein muss und wenn wir wirklich die Restaurantsbesuche von diesem «Wisch» abhängig machen wollen, dann mache ich halt alles zu Hause. Und als Rentner ist es mir dann auch egal, wenn die Beiträge für die Arbeitslosenversicherung explodieren!

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  2. Kasimir Pfyffer, 23.08.2021, 07:32 Uhr

    Wer nicht mit der Spritze geimpft wird, wird vom Virus geimpft. Das ist völlig klar. Bei der Impfung sind die Nebenwirkungen aber extrem überschaubar und nach mehr als einer Million Geimpfter auch bestens bekannt. Das Virus hingegen wird immer aggressiver und kann einem das Leben nicht nur akut, sondern auch via Long Covid versauen. Spitalaufenthalt mit/ohne künstlicher Beatmung und danach Reha, Herz-, Atem- und Lungenprobleme, Fatigue, IQ-Minderung … Absolut rätselhaft, warum so viele dieses Risiko dem doppelten Giks vorziehen.

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  3. Rudolf 1, 22.08.2021, 20:42 Uhr

    Es ist doch selbstverständlich, sich impfen zu lassen, damit man nicht andere ansteckt und die Massnahmen verlängern hilft.

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  4. Ottilia Lütolf Elsener, 22.08.2021, 19:58 Uhr

    Als Impfärztin ist es für mich schlicht nicht erklärbar, weshalb sich denkende Menschen gegen etwas entscheiden, das sowohl sie selber als auch die Gesellschaft vor Erkrankungen schützt.
    Viele dieser Verweigerer lassen sich selbstverständlich mit sehr gefährlichen Impfungen, wie zum Beispiel Gelbfieber impfen, wenn sie in ein Land reisen, wo diese Impfung Bedingung ist.
    Ich finde Impfverweigerer absolute Egoisten!

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  5. Hegard, 22.08.2021, 18:01 Uhr

    Anscheinend sind die Jungs,die sich regelmässig Testen inteligenter als die Task Forc oder Bundesrat.
    Bravo Jungs.

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    1. [email protected], 23.08.2021, 19:06 Uhr

      schön,wenn anscheinend sämtliche jungen Leute intelligenter sind als Task Force oder Bundesrat, Ihre Worte. Da die Hospitalisationzahlen wieder stärker steigen, werden bald schärfere Massnahmen kommen und wenn es noch schlimmer kommt, schlittern wir in den nächsten Shutdown. Anscheinend interessiert es dies jungen Leute nicht, wenn wir dann noch mehr Schulden machen; mir ist dies als Ü 60 völlig egel

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