Darum eilt es mit dem Einstieg eines neuen FCL-Aktionärs
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FCL-Präsident Philipp Studhalter ist darauf angewiesen, dass die Finanzierung des neuen Aktionariats bis September 2022 sichergestellt wird. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Klub benötigt Bankgarantie für Lizenz 2021/22 Darum eilt es mit dem Einstieg eines neuen FCL-Aktionärs

3 min Lesezeit 2 Kommentare 01.10.2020, 16:03 Uhr

Die Finanzierung des FC Luzern ist durch das zerstrittene Aktionariat bis zum Ende der laufenden Meisterschaft gesichert. Die Uhr tickt. Denn im Februar muss der finanzielle Elchtest zur Erlangung der Lizenz 2021/22 bestanden werden. Darum wiegt das Versagen des runden Tisches schwer.

Zehn Monate haben zwei Aktionäre und zwei Adlaten am runden Tisch ergebnislos verstreichen lassen. Sie verfehlten ihr Ziel, bis Ende September das zerstrittene Aktionariat für die Zukunft neu aufzustellen. Am Mittwoch stellten sie in einer nichtssagenden Medienmitteilung eine «Lösung in den nächsten Wochen» in Aussicht (zentralplus berichtete).

Warum sollte die Suche nach einem neuen Aktionär nun plötzlich gelingen? Sicher ist: Das Provisorium an der Spitze des Vereins schadet dem FC Luzern und das Versagen des runden Tisches ist unverantwortlich gegenüber der operativen Klubführung (zentralplus berichtete).

Es braucht Klarheit und Stabilität

Schliesslich steht in Zeiten von Corona das Überleben des FC Luzern auf dem Spiel. Zum Überleben braucht es nicht nur Geld, sondern vor allem Klarheit und Stabilität in der Führung. Nur so können Gönner bei der Finanzierung des Klubs weiterhin zum Mitmachen bewegt werden.

Mit einer Bankgarantie haben die zerstrittenen Aktionäre im November die FCL-Finanzierung bis zum Saisonende 2020/21 sichergestellt. Damit hatten sie dem Unmut im Umfeld des Klubs entgegenwirken können, der nach dem Bekanntwerden des unversöhnlichen Streits zwischen Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg und den «Sieberianern» (Marco Sieber, Samih Sawiris und Hans Schmid) entstand.

Aber bald geht der Turnus der Lizenzerteilung von Neuem los. Bis im Februar will die Super League wissen, wie sich der FCL und seine Konkurrenten bis zum Ende der übernächsten Saison finanziell über Wasser halten.

Auf Grosszügigkeit angewiesen

Verwaltungsratspräsident und Geschäftsführer Philipp Studhalter wird wohl wieder auf die Grosszügigkeit der FCL-Aktionäre angewiesen sein. Die Bankgarantie muss zur Absicherung bis September 2022 ausgestellt werden. Die «Sieberianer», die ihre Aktien zum Kauf anbieten (zentralplus berichtete), werden kaum Lust verspüren, dazu nochmals Hand zu bieten.

Nicht auszuschliessen, dass Studhalter zur Sicherstellung der Liquidität in der laufenden Saison noch mehr Geld benötigen wird – je nach Verlauf der Corona-Pandemie in den nächsten Monaten.

Laut FCL-Geschäftsbericht 2018/19 machten die Einkünfte aus Zuschauereintritten und Hospitality 35 Prozent des Gesamtbudgets aus. Damals wiesen die Luzerner einen Durchschnitt von 9’364 Zuschauern pro Heimspiel aus.

In der vergangenen Spielzeit, die vom Ausbruch der Corona-Krise und der damit verbundenen Zuschauerbeschränkung betroffen war, machten die Einkünfte aus der Matchorganisation laut Auskunft des FCL gar 40 Prozent des Budgets aus.

Wie weiter im Überlebenskampf?

Am Sonntag in gut zwei Wochen, wenn die Mannschaft von Fabio Celestini ihr zweites Heimspiel gegen St. Gallen bestreiten wird, werden erstmals wieder über 1’000 Zuschauer in der Swissporarena erlaubt sein. Maximal werden es 7’300 (zentralplus berichtete). Vorerst wird der FCL keine Einzeltickets zum Verkauf anbieten.

Auf der Basis der epidemiologischen Entwicklung kann der Kanton Luzern die Zuschauerobergrenze nach unten korrigieren. Das würde den finanziellen Überlebenskampf des FC Luzern verschärfen.

Die Baustelle im Aktionarität muss deshalb dringend behoben werden.

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2 Kommentare
  1. Karl Ottiger, 01.10.2020, 17:49 Uhr

    Jeder der in Luzern investiert muss dumm sein. Wie kannst du Geld investieren in ein Produkt das dir immer rote Zahlen garantiert wo du Leuten vertrauen musst die für diese Sportart kein Herzblut haben. Vielen Leuten beim FCL musstest du erklären das der Ball rund ist weil Sie gedacht haben ins Lattenkreuz passt nur ein Würfel.

    1. oldrabbit 2, 07.10.2020, 18:53 Uhr

      Hier müssen wir Dich korrigieren, Werter Kari Ottiger. Mit Übernahme der operativen Leitung durch den Ex CEO Kälin macht der FCL keine Verluste mehr. Der FCL macht Gewinne und dies ist auch ein Mitgrund warum der Knatsch bei den Investoren explodierte. Plötzlich gehörten die 25% Aktien dem Herrn Alpstaeg und davor, wollte diese niemand, weil eben der Verlust gedeckt hätte werden sollen.
      So einfach ist die Mathematik.

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