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Darum bleibt der EVZ von Verletzungshexe verschont
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Bamm! Da krachen die Spieler ineinander. Die des EVZ allerdings kommen oft ohne Verletzung davon. Oben links: Santeri Alatalo mit der Nummer 22. (Bild: EVZ)

Leiden neben dem Eis zahlt sich aus Darum bleibt der EVZ von Verletzungshexe verschont

4 min Lesezeit 13.01.2017, 12:30 Uhr

Der EV Zug blieb in der Qualifikation bisher fast unbeschadet in Sachen Unfälle – wir klopfen auf Holz. Bisher fehlten nur wenige Spieler aufgrund von Verletzungen. Dahinter steckt eine Person. Und ein besonders hartes Spezialtraining.

Bis jetzt läuft alles rund: Diese Saison musste der EVZ nur auf Simon Lüthi, Santeri Alatalo und Nolan Diem über einen längeren Zeitraum verzichten. Verteidiger Alatalo hat eine mögliche Erklärung, weshalb die Zuger bisher weitgehend von der Verletzungshexe verschont wurden.

«Dass wir wenige Verletzungen haben, hat auch mit Glück zu tun», sagt er. «Gegen Gehirnerschütterungen, Knieverletzungen und Knochenbrüche kannst du nicht viel machen.» Gegen eine andere Sorte Verletzung allerdings lasse sich etwas unternehmen: «Verletzungen an den Adduktoren oder im Muskelbereich kannst du hingegen mit dem Konditionstraining vorbeugen.»

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Tatsächlich wurden wenige Zuger Opfer unfairer Checks oder unglücklich abgefälschter Schüsse. Zum Faktor Glück gesellt sich aber, dass der EVZ wenige Muskelverletzungen verzeichnet. Und dass verletzte Spieler nach ihrer Absenz schnell wieder ihr gewohntes Rendement erreichen. Dies sind alles Faktoren, die eng mit dem Konditionstraining verbunden sind. Und in Sachen Konditionstraining ist der EVZ konsequenter unterwegs denn je.

Arbeit des Off-Ice-Coaches

Als besonders hart gelten die Powertrainings, bei denen innert kürzester Zeit eine maximale Intensität erreicht wird. Alatalo beschreibt die weniger angenehmen Seiten des Profidaseins: «Die Powertrainings sind wirklich hart. Beim ersten Mal musste ich erbrechen – und war nicht der Einzige. Während dieser Einheiten fragst du dich: Was machen wir da? Aber mittelfristig macht es dich besser – gerade mental. Du kannst deine Grenzen besser ausloten.»

Auch der Konditionstrainer weiss, dass diese Übungen nicht unbedingt auf Begeisterung stossen, doch sieht er sie nicht als Drohmittel. «Wir wollen mit solchen Übungen die Spieler entwickeln. Unsere Aufgabe ist es, ihnen physisch und psychisch zu helfen und nicht, sie zu strafen», sagt Off-Ice-Coach Mike Slongo, der seit über zehn Jahren für den EVZ arbeitet.

 

Harte Arbeit fern vom Eis: Off-Ice-Coach Mike Slongo bei der Arbeit.

Harte Arbeit fern vom Eis: Off-Ice-Coach Mike Slongo bei der Arbeit.

(Bild: EVZ)

Slongos Tätigkeit als Off-Ice-Coach besteht nicht nur aus dem Konditionstraining, sondern umfasst auch die Leistungsüberprüfung. Um neue Erkenntnisse in die Trainings einfliessen zu lassen und allenfalls Schwerpunkte für gewisse Spieler anzupassen, werden diese immer wieder getestet.

Wie fit sind die Spieler?

«Diese Saison machen wir relativ viele Tests, um die einzelnen Saisonphasen abzudecken und zu überprüfen, ob wir das Level halten und uns steigern können», sagt Slongo. «Wenn wir merken, dass es bei einem Spieler nicht läuft, können wir so rasch Anpassungen vornehmen.»

«Du bist nicht mehr mit der Mannschaft, sondern vor allem im Kraftraum. Dieses Gefühl ist schlimmer als der physische Schmerz.»

Nolan Diem, Stürmer

Und wie lautet die Zwischenbilanz zu den Tests? «Schwankungen sind normal. Doch momentan sind wir voll auf Kurs. Die Werte stimmen grösstenteils», zieht Slongo eine erfolgreiche Bilanz, die angesichts der bisherigen Leistungen auf dem Eis nicht überrascht.

Mentale Herausforderung für verletzte Spieler

Im Gegensatz zu den Trainings auf dem Eis ist die Arbeit daneben für die meisten Spieler eher Pflichterfüllung. Besonders schwierig wird es bei Verletzungen, wenn das Eistraining wegfällt und die Arbeit nur noch aus Off-Ice-Training besteht. Für Nolan Diem, der im Dezember mit einer Schulterverletzung ausgefallen ist, war die Absenz «nicht einfach. Ich konnte nicht viel bewegen. Besonders die ersten zwei Wochen waren sehr streng. Du bist nicht mehr mit der Mannschaft, sondern vor allem im Kraftraum. Dieses Gefühl ist schlimmer als der physische Schmerz.»

Auch für Alatalo, der wegen einer Knieverletzung sechs Wochen fehlte, waren die Tage in der Eishalle während dieser Phase länger. «Nach der Physiotherapie hast du Massage und andere Übungen. Insgesamt arbeitest du etwa vier bis fünf Stunden am Morgen und nachmittags nochmals.» Umso wichtiger sei es in dieser Phase, dass man einen kompetenten Coach zur Seite habe. «Ich hatte Glück. Die Physio- und Kondi-Trainer sind immer positiv und helfen viel weiter», so Center Diem.

Baldige Reduktion des Off-Ice-Trainings

Das harte Konditionstraining scheint sich auszuzahlen. Gegen Ende der Partien gelingt es den Zugern diese Saison jeweils, die Intensität nochmals zu steigern und die Differenz herzustellen. Das so erarbeitete Punktepolster hilft nun dabei, den Aufbau auf die Playoffs sorgfältig zu planen. «In dieser Trainingsphase liegt der Schwerpunkt auf Kraft und Ausdauer. Ab Februar werden wir das Training reduzieren, sodass wir dem Körper vor den Playoffs eine gewisse Ruhe geben können. Danach nehmen wir nur noch punktuelle Massnahmen vor», blickt Slongo auf das Konditionsprogramm für den Rest der Saison voraus.

Raphael Diaz beim Krafttraining.

Raphael Diaz beim Krafttraining.

(Bild: EVZ)

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