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«Dann gibt es medial eine Riesenohrfeige»
  • Sport
Haben es derzeit nicht leicht: Markus Babbel (links) und Ruedi Stäger. (Bild: meienberger-photo.ch)

Der FCL auf Twitter, Facebook und in der Presse «Dann gibt es medial eine Riesenohrfeige»

5 min Lesezeit 26.02.2016, 17:30 Uhr

Der FC Luzern steht massiv unter Druck. Nach den abrupten Abgängen des Sportchefs und Assistenztrainers sowie den drei verlorenen Spielen der Rückrunde braucht es nun unbedingt: Siege. Sonst könnte es noch übler komen. Hier lesen Sie, wie das Markus Babbel und Ruedi Stäger den Medien erklären.

FCL-Präsident Ruedi Stäger und Cheftrainer Markus Babbel dürften derzeit nicht besonders gut schlafen. Denn sie wissen: Wenn der FCL die nächsten zwei Spiele gegen Sion (am Samstag) und Lugano im Cup (am Mittwoch) verliert, geht’s ihnen an den Kragen.

Umso spannender ist, wie sich das Duo derzeit in den Medien präsentiert. zentral+ hat dazu ein Sammelsurium von spannenden Aussagen erstellt, welche der FCL auf Twitter, Facebook und in der «Aargauer Zeitung» (AZ) hinterlassen hat.

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«Wir haben uns von den Turbulenzen erholt»

Markus Babbel versicherte an der Medienkonferenz diesen Freitag, dass sich die Mannschaft von den Turbulenzen und Schlagzeilen der letzten Woche erholt habe: «Ich spüre überhaupt keine Unruhe im Team. Wir haben alles miteinander besprochen und aufgearbeitet.» Das würden die Fans dem FCL natürlich gönnen, schliesslich wollen sie ihn endlich wieder siegen sehen.

Deutlich spürbar ist Babbels Frust über die vergangenen Niederlagen. «Ich habe meist eine gute Leistung meiner Mannschaft gesehen. Aber natürlich bin ich genauso genervt wie die Mannschaft, dass wir nach drei Spielen mit null Punkten dastehen. Das geht mir brutal auf den Keks. Aber wir müssen dranbleiben. Und ich bin überzeugt, das wird kommen. Wir arbeiten hart daran.» Und er fügt an: «Ich darf deshalb nicht in Selbstmitleid zerfliessen.»

 

 

Auf das Samstagsspiel gegen Sion angesprochen, sagt Babbel: «Ein Erfolgserlebnis wäre das A und O, auch im Hinblick auf den Cup-Halbfinal. Es würde uns allen guttun.» Allerdings warnt Babbel davor, Sion zu unterschätzen: «Der FC Sion verfügt über einige schlitzohrige Spieler in seinen Reihen. Wir müssen auf alles gefasst sein.»

Erfreuliche News gibt’s zudem von der Spielerfront: «Heki Kryeziu steht uns wieder voll und ganz zur Verfügung. Wir haben nun im Mittelfeld mehrere Varianten zur Auswahl.» Ausser dem Ausfall von Captain Claudio Lustenberger kann Babbel damit aufs gesamte Sortiment zurückgreifen.

«Das Cupspiel interessiert uns null»

Trotz dieser guten Ausgangslage warnt Babbel vor einem schwerwiegenden mentalen Fehler. Nämlich am Samstag gedanklich bereits im Cup-Halbfinal vom Mittwoch gegen Lugano zu sein. «Das Spiel am Mittwoch interessiert uns noch null. Wir haben drei Spiele nicht gewonnen, es wird Zeit, zu punkten. Wir wissen, dass das eine schwierige Aufgabe wird. Wir dürfen nicht an Mittwoch denken. Sonst fehlt uns die Konzentration.»

Auf die Verpflichtung seines neuen Assistenztrainers Patrick Rahmen angesprochen, gibt sich Babbel sehr erfreut: «Ich bin heilfroh, dass wir so einen erfahren Topmann für uns gewinnen konnten. Als ich Wind davon bekam, dass wir ihn eventuell engagieren könnten, hab ich alle Hebel in Bewegung gesetzt. Es freut uns, dass wir ihn überzeugen konnten, nach Luzern zu kommen.»

Babbel ist zudem überzeugt: «Rahmen wir sich schnell zurechtfinden, er kennt die Schweizer Liga, er wird sich schnell eingewöhnen.»

FCL.TV | Markus Babbel vor dem Auswärtsspiel gegen den FC Sion >

Posted by FC Luzern on Freitag, 26. Februar 2016

 

Vrabec-Rauswurf: Babbel will sein Schweigen brechen

Betreffend der sofortigen Trennung von Assistenztrainer Roland Vrabec, den Babbel höchstpersönlich nach Luzern geholt hat, sagt der Cheftrainer: «Ich werde mich sicher einmal äussern, wieso es mit Roland Vrabec nicht geklappt hat. Jetzt wäre aber der falsche Zeitpunkt.»

Diesbezüglich lässt FCL-Präsident Ruedi Stäger in der AZ durchblicken, wo das Problem lag: «Er hat als Assistenztrainer einen guten Job gemacht, was das Fachliche betrifft. Die Probleme lagen im zwischenmenschlichen Bereich zwischen dem Staff und Vrabec. Es geht um Loyalitätsbruch. Loyalität ist aber das A und O. Vielleicht hat Vrabec seinen Abgang auch etwas provoziert.»

Zwar sei klar gewesen, dass es für Vrabec nach Fringers Abgang beim FCL nicht einfach werden würde – Fringer wollte ja bekanntlich Vrabec als Cheftrainer installieren und Babbel absetzen. Stäger räumt diesbezüglich Fehler ein: «Wir waren der Meinung, dass man ihm eine Chance geben sollte, Vrabec sei professionell genug für eine weitere Zusammenarbeit. Aber dies war leider nicht der Fall. Wir mussten handeln. Im Nachhinein wäre es klüger gewesen, wir hätten dies sofort getan.»

«Spezieller Vertrauensbeweis» für Babbel

Babbel räumte an der Medienkonferenz diesen Freitag zudem ein, dass die Personalentscheide der letzten Wochen nicht für alle Fans verständlich sein können. «Für Aussenstehende waren unsere Entscheide nicht immer ganz nachvollziehbar.» Ob er damit auch seine eigene Vertragsverlängerung um gleich zwei Jahre meint? Auch dazu äussert sich Stäger in der AZ. Der Zweijahresvertrag sei ein «spezieller Vertrauensbeweis» gewesen. «Wir waren uns schon bei der Evaluierung sicher, einen starken Trainer und eine starke Persönlichkeit gefunden zu haben. Es gibt keine Anzeichen, an dieser Einschätzung zu zweifeln. Er ist loyal und nicht derjenige, der morgen in die Bundesliga davonrennt.» 

Ein schönes Zitat liefert Stäger in der AZ noch zum Schluss des Interviews. Auf die Frage, was ihm blühen würde, wenn der FCL die nächsten beiden Spiele gegen Sion und Lugano verlieren würde, sagt er: «Dann brennt es hier in Luzern noch mehr. Dann gibt es medial eine Riesenohrfeige.»

Die ganze Zentralschweiz hofft nun, dass Stäger und Babbel diese «Riesenohrfeige» erspart wird.

Hinweis: Sie mögen den FCL? Wir auch. Deshalb widmen wir dem Verein ein eigenes Dossier mit vielen Interviews, Reportagen und Porträts. Machen Sie sich hier schlau!

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