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Da lachen ja die Hühner
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(Bild: Pia Fassbind)

Saisonauftakt Kulturhof «Hinter Musegg» Da lachen ja die Hühner

4 min Lesezeit 02.07.2016, 17:55 Uhr

Hochlandrinder und Alpakas grasen friedlich, Ziegen und Säuli spazieren herum. Aber nicht nur: Am Freitagabend lockte das erste Sommerkonzert auf dem Kulturhof «Hinter Musegg» gegen 100 Leute an. Die Singersongwriterin Pink Spider hat unerwartete Mitmusiker bekommen. Zum Gaudi des Publikums. 

Auf dem Vorplatz sitzen und stehen die Leute herum. Neugierig schauen sie herum, was sich auf dem kleinen Hof mitten in der Stadt alles getan hat die letzte Zeit. Und das ist Einiges. Die Stallungen für die Tiere wurden neu gemacht, das Dach ist mit einer Fotovoltaik-Anlage ausgerüstet und was ursprünglich als Besenbeiz geplant war, hat sich zu einem feinen Gastro-Treffpunkt gemausert.

Würste auf dem Grill, Säuli im Gehege

Auf dem Grill brutzeln Bratwürste, in den Töpfen schmort ein Gemüseeintopf, und dass auf den Tellern nur lokale Produkte landen, versteht sich von selbst.

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Mitorganisatorin Irene Wespi und Helferin.

Mitorganisatorin Irene Wespi und Helferin.

(Bild: web)

Noch nicht auf dem Grill, sondern im neuen Gehege sind die süssen Minischweinchen zu beobachten. Die jungen (vietnamesichen) Hängebauchschweinchen stöckeln auf flinken Beinchen herum und gruchsen aus ihren lustigen Steckdosen-Schnauzen. Apropos Steckdosen: Einer der Tische auf dem Vorplatz ist so mit Fotovoltaik ausgerüstet, dass Mobiles und Laptops aufgeladen werden können. Aber das interessiert im Moment niemanden, denn auf der Bühne greift jetzt Valerie Koloszar alias Pink Spider in die Saiten.

Lauschiger Abend hinter den Musegg-Türmen in Luzern.

Lauschiger Abend hinter den Musegg-Türmen in Luzern.

(Bild: web)

Schon beim Soundcheck hat Pink Spider festgestellt, dass die Location hier etwas anders ist als bei gewöhnlichen Konzertorten: Gockel Hubi kackte zur Begrüssung mitten auf die Bühne. Nichtsdestotrotz greift die Singersongwriterin (noch) unbeeindruckt in die Saiten und verzaubert das (noch) aufmerksame Publikum mit ihren rauen Songs.

Hubi und Henriette sind die Star des Abends

Plötzlich flattert ein Federknäuel zwischen die Beine des Publikums und huscht aufgeregt herum. Es ist Henriette, die Appenzeller Spitzhaubenhenne. Wo das Huhn ist, fehlt der Gockel nicht: Der aufgeplusterte Hubi folgt seiner Henriette auf dem Fuss. Die zwei lassen es nicht dabei bewenden, zwischen Sommerröckli und Flipflops herumzuwuseln. Nein: Es drängt sie auf die Bühne. Ungeniert nehmen sie Platz in einer Nische oberhalb der Musikerin.

Hier das Ganze im Video:

 

Dieser Logenplatz genügt ihnen nicht. Zuerst gackert Henriette sporadisch, fast schon rhythmisch im Wechselspiel zu den Gitarrenriffs. Und dann legt Gockel Hubi los. Ungeniert kräht er seinen Weltschmerz in den Sommerabend hinaus und stiehlt Pink Spider die Show. Kein Wunder, verliert sie ab und zu den Faden und unterbricht einmal sogar mitten in einem Song. «Ich glaub, ich werd’ von hinten attackiert!», ruft sie ins Publikum und erntet Lacher.

 «Ausgerechnet bei der Rede von Stadträtin Ursula Stämmer hat der Gockel ständig dazwischengekräht.»
Pia Fassbind, Betreiberin Kulturhof «Hinter Musegg» 

«Typisch Hubi!», seufzt Pia Fassbind, die zusammen mit ihrem Partner Walter den Hof «Hinter Musegg» betreibt. «Schon gestern hat er ausgerechnet bei der Rede von Ursula Stämmer ständig dazwischengekräht.» Das war, als sich das Stadtparlament zur letzten Sitzung vor den Ferien auf dem Hof getroffen hat. Auch solche Anlässe gehen nämlich auf der «Hinter Musegg» über die Bühne: Der Hof ist offen für private und öffentliche Veranstaltungen und Feiern und bietet selber eine ganze Palette von Angeboten. So können zum Beispiel Schulklassen an den Erlebnistagen den Hof besuchen und sich über die Tiere und ihre Umwelt schlau machen.

Kulturhühner und Theaterfrauen

«Werden die Tiere von der Musik nicht gestört?», will jemand von Pia Fassbind wissen. «Ach was! Das sind Kultur-Hühner, die sind sich solche Klänge gewöhnt», lacht die ehemalige Leiterin des Kleintheaters. Tatsächlich scheint dieser Hühner-Abend geradezu inszeniert zu sein von der ehemaligen Theaterfrau.

Die Stars des Abends: Henriette und Hubi.

Die Stars des Abends: Henriette und Hubi.

(Bild: web)

An der Seite von Fassbind steht ausserdem Irene Wespi, die ebenfalls aus dem Theaterbereich kommt und jetzt auf dem Hof «Hinter Musegg» für verschiedene Anlässe verantwortlich ist. So auch für dieses Sommerkonzert, das den Auftakt für ein bis zwei weitere Veranstaltungen macht. 

Hühnerhaut-Faktor hoch zwei

Einziger Wermutstropfen dieses lustigen Abends: Der Sound von Pink Spider ist im Gegacker von Hubi und Henriette und anderen Kulturhühnern etwas untergegangen, beziehungsweise wollte nicht die richtige Stimmung für ihre so berührenden Songs aufkommen. Auf dem Platz Luzern gibt es nämlich kaum Musik mit so grossem Hühnerhaut-Potenzial. Zwar wurde einem die Hühnerhaut zweifellos eingejagt – aber für einmal nicht von der Musik, sondern von Hubi und Henriette, den offensichtlichen Stars des Abends.

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