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Crowdfunding explodiert förmlich – müssen Banken zittern?
  • Wirtschaft
Crowdfunding erfreut sich immer grösserer Beliebtheit. (Bild: fotolia.com )

Hochschule Luzern präsentiert neue Studie Crowdfunding explodiert förmlich – müssen Banken zittern?

3 min Lesezeit 28.05.2018, 15:41 Uhr

Wer Geld braucht, muss nicht zwingend zur Bank rennen. Mit Crowdfunding werden immer mehr kreative Projekte finanziert – aber auch ganze KMU. Dies löst bei Banken gewisse Ängste aus, erklärt ein Experte.

Der Schweizer Crowdfunding-Markt boomt. 374,5 Millionen Franken wurden 2017 über Plattformen vermittelt. Das ist fast drei Mal so viel wie im Vorjahr. Dies geht aus einer neuen Studie der Hochschule Luzern hervor.

Auf nationaler Ebene war die wohl bekannteste Kampagne jene des Magazins «Republik» (3,5 Mio.). Doch auch hierzulande sorgen immer wieder Crowdfunding-Projekte für Schlagzeilen. So hat etwa der SC Kriens einen Teil seines Stadions via Crowdfunding finanziert (zentralplus berichtete). Oder eine politische Gruppierung plant, die Finanzpolitik des Kantons Luzern in einem Film neu zu beleuchten (zentralplus berichtete).

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Projekte benötigen mehr Geld 

Grösste Wachstumstreiber waren in den letzten Jahren die Finanzierung von KMU mittels Crowdlending sowie Investitionen in Immobilien über Crowdinvesting. «Professionelle Investoren nehmen Crowdfunding zunehmend als interessante Anlage wahr», sagt Studienautor Andreas Dietrich. «Wir erwarten, dass der Schweizer Crowdfunding-Markt Ende Jahr erstmals die Milliardengrenze knackt.»

In diesen Bereichen seien auch die Beträge viel höher, weshalb das Wachstum eine logische Folge sei, erklärt Dietrich. «Als Geldgeber fungieren auch verstärkt institutionelle Anleger.» Eine Professionalisierung sei durchaus spürbar. 

«Die tieferen Volumen bei Crowdsupporting/Crowddonating dürfen nicht den Eindruck erwecken, dass dieser Bereich unwichtig ist», sagt Studienautor Andreas Dietrich jedoch. Mit über 1’500 erfolgreich finanzierten Kampagnen im Jahr 2017 (+15 Prozent zum Vorjahr) hat der Bereich weiter zugelegt. Ein Beispiel ist die aktuelle Kampagne zugunsten des Whistleblowers im Bündner Baukartell-Skandal. Dietrich sagt: «Dieses Projekt ging viral. Es sind viele Emotionen im Spiel und der Fall ist medial sehr präsent.» Viele Geldgeber würden mit der Absicht handeln, etwas Gutes zu tun.

Andreas Dietrich forscht zum Thema Crowdfunding.

Andreas Dietrich forscht zum Thema Crowdfunding.

(Bild: zvg)

Müssen die Banken um ihre Zukunft bangen?

Wenn man sich seine Kredite künftig einfach in der Crowd besorgen kann, wird dies nicht zur Gefahr für die hiesigen Banken? Dietrich sagt: «Gewisse Banken haben solche Ängste.» Doch man müsse schon die Relationen sehen. «In der Schweiz sind 800 Milliarden für Hypotheken von Privatpersonen im Umlauf, da ist Crowdfunding erst eine Randnotiz wert.»

Einen neuen Weg ging die Luzerner Kantonalbank, die mit ihrer Plattform «Funders» Crowdfunding und -lending aktiv bewirtschaftet. «Mit Projekten aus der Region macht die LUKB eine Art digitales Sponsoring», erklärt Dietrich. Bei Crowdlending sehe sie bestimmt ein potenzielles Geschäftsfeld. Eines, das in Zukunft an Bedeutung gewinnen dürfte.

Fünf Formen von Crowdfunding


Crowdsupporting: Meist kreative und kulturelle Projekte und Kampagnen aus dem Sportbereich. Der Investor erhält für seinen Beitrag ein Produkt, ein künstlerisches Werk oder eine Dienstleistung.


Crowddonating: Mehrheitlich Spenden für soziale, karitative und kulturelle Projekte, die an keine Gegenleistung geknüpft sind.


Crowdinvesting: Investitionen von Eigen- oder Fremdkapital in Unternehmen (Start-ups) oder Immobilien. Als Gegenleistung erhalten die Investoren eine Gewinnbeteiligung.


Crowdlending: Vermittlung von Krediten an Unternehmen oder Private. Als Gegenleistungen erhalten die Geber Zinszahlungen, deren Höhe vom Risiko des Kapitalnehmers abhängt.


Invoice Trading: Hier kaufen Investoren offene Rechnungen von Unternehmen und erhalten im Gegenzug eine Rendite. Die Unternehmen können so Zahlungsfristen überbrücken oder liquide Mittel freisetzen.

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