Coronakrise reisst Millionenloch in der Kasse der Luzerner Spitäler
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Kantonsspital Luzern LUKS Luks Herbst Corona (Bild: ber)

So will der Kanton helfen Coronakrise reisst Millionenloch in der Kasse der Luzerner Spitäler

3 min Lesezeit 26.10.2020, 17:20 Uhr

Die erste Corona-Welle im Frühling hat bei den Luzerner Spitälern finanzielle Spuren hinterlassen. Der Kanton Luzern will für einen Teil der Mehrkosten davon aufkommen – es geht um Beiträge in Millionenhöhe.

Schutzmassnahmen, aufgestockte Intensivstationen, abgetrennte Isolierstationen, neue Beatmungsgeräte und zusätzliches Personal: Die Spitäler sind in der Coronakrise auch finanziell gefordert. Zum einen wegen der höheren Ausgaben (zentralplus berichtete).

Zum anderen durften sie während der ersten Welle nur noch Eingriffe durchführen, die nötig waren. Das schlägt sich in den Finanzen zu Buche. Das Luzerner Kantonsspital, die Luzerner Psychiatrie und die Hirslanden Klinik St. Anna ersuchten deshalb den Kanton, dass er sich an den Mehrkosten und Ausfällen beteiligt.

Die Mehrkosten bei allen Luzerner Spitälern in der ersten Welle beträgt laut Schätzungen rund 15 Millionen Franken. Das ist ein Viertel der insgesamt rund 60 Millionen Franken an corona-bedingten Mehrkosten der ersten Welle im ganzen Bereich Gesundheit des Kantons. Das geht aus einer Stellungnahme der Luzerner Regierung auf ein Postulat von Claudia Huser Barmettler (GLP) hervor.

Wie hoch diese Kosten Ende Jahr tatsächlich werden, kann heute noch nicht gesagt werden. Für den Luzerner Regierungsrat ist jedoch klar: Da die Spitäler vom Kanton den Auftrag erhielten, sich auf die Behandlung von vielen Covid-Patienten vorzubereiten, ist es angebracht, dass er auch dafür aufkommt. «Wir haben hier eine Verantwortung, auch als Eigner», begründete Gesundheitsdirektor Guido Graf am Montag an der Oktober-Session.

Wer zahlt für Ertragsausfälle?

Zurückhaltender äussert sich die Regierung zur Frage, ob er auch die Ertragsausfälle der Spitäler mitfinanziert. Weil diese im Frühling auf sämtliche Behandlungen und Operationen verzichten mussten, die nicht dringlich sind, fehlt ihnen nun viel Geld.

Eine erste Grobschätzung des Vereins Spital Benchmark geht davon aus, dass sich der Corona-bedingte finanzielle Schaden für die Spitäler bis Ende April 2020 schweizweit auf rund 1,5 bis 1,8 Milliarden Franken belief. Hochgerechnet bis Ende Jahr könnte sich der Schaden um rund 1.1 Milliarden Franken erhöhen. Rund 80 Prozent entstanden, weil für die Spitäler ein Behandlungs- und Operationsverbots galt. Dieses hatte der Bundesrat angeordnet.

Verhandlungen laufen

In den Luzerner Spitälern, so schätzt die Regierung, beläuft sich diese Summe auf rund 40 Millionen Franken. «Dabei handelt es sich aber erst um grobe Schätzungen und vor allem ist nicht bekannt, wie sich die Situation in den kommenden Wochen und Monaten entwickelt», schreibt der Regierungsrat.

Verschiedene Kantone wie etwa Zürich, Bern und Graubünden haben bereits entschieden, dass sie die Ertragsausfälle zumindest teilweise übernehmen werden. Der Luzerner Regierungsrat will hingegen die Jahresabschlüsse 2020 der einzelnen Spitäler abwarten. Erst dann werde man entscheiden, in welchem Rahmen und unter welchen Voraussetzungen sich der Kanton an den Ertragsausfällen beteiligen soll.

Der Regierungsrat hofft zudem, dass sich der Bund und die Krankenversicherungen an den Mehrkosten und Ausfällen beteiligen. Entsprechende Gespräche seien derzeit im Gange, konkrete Resultate liegen aber noch nicht vor.

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