Coronaausbruch trotz Impfung in Zuger Pflegeheim
  • News
Trotz Impfung wurden in einem Altersheim im Kanton Zug Personen positiv getestet. (Bild: Pixabay)

Kantonsarzt hebt Positives hervor Coronaausbruch trotz Impfung in Zuger Pflegeheim

2 min Lesezeit 8 Kommentare 30.03.2021, 08:59 Uhr

Ein Coronaausbruch in einem Zuger Altersheim im Februar lässt aufhorchen. Denn mehrere positiv getestete Personen waren nur wenige Tage zuvor zum zweiten Mal geimpft worden. Kantonsarzt Rudolf Hauri hebt dennoch positives hervor.

«Die Impfung hat die Bewohnerinnen und Bewohner nicht signifikant vor einer Infektion geschützt.» So lautet das Fazit zweier Ärzte, die im Auftrag der Zuger Gesundheitsdirektion einen Untersuchungsbericht verfasst haben. Dies berichtet der «Tages Anzeiger» am Dienstag. Stein des Anstosses für das Papier war demnach ein Coronaausbruch in einem Altersheim im Kanton Zug im Februar, in dessen Folge 15 Bewohnerinnen einem Test unterzogen wurden.

Acht der getesteten Personen zeigten ein positives Resultat. Brisant: Fünf davon sollen geimpft gewesen sein und hätten erst zwei Wochen zuvor die zweite Dosis des NRA-Impfstoffes von Pfizer/Biontech erhalten. Für die beiden Ärzte ist das Ergebnis gemäss Tages Anzeiger «bemerkenswert».

Rudolf Hauri hebt das Positive hervor

Trotz dieser negativen Ankündigung sollen die zwei Mediziner in dem Bericht aber auch festhalten, dass die Impfung wahrscheinlich schwere Verläufe und Todesfälle verhindert hat. So hätten die meisten der positiv getesteten keine nichts von der Ansteckung gespürt. Nur zwei Personen hätten leichte Symptome gezeigt. Die beiden Bewohner seien jedoch geimpft gewesen.

Auch für den Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri kam der Ausbruch unerwartet, wie er gegenüber dem Tages Anzeiger sagt. Ihm seien in der Schweiz keine ähnlichen Fälle bekannt. Gemäss der Zeitung sind hierzulande bisher lediglich Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen bekannt, die zu einem Zeitpunkt auftraten, an welchem die Impfungen noch liefen oder kurz nachdem die zweite Dosis verabreicht worden war. Hauri betont indes, dass es sich bei dieser «Zuger Studie» um sehr kleine Fallzahlen handle und statistisch gesicherte Aussagen demnach nicht zulässig seien.

Der Kantonsarzt hält aber weiter fest, dass die Ansteckungen bei den Personen möglicherweise erfolgt seien, bevor das Impfen abgeschlossen war. Deshalb könne es sein, dass der Schutz noch nicht vollständig aufgebaut war. Laut Tages Anzeiger favorisiert Hauri diese Erklärungsmöglichkeit. Der Bericht hingegen ist eher zurückhaltend: Es sei denkbar, dass «ein Grossteil der Bewohnerinnen und Bewohner schon zu einem früheren Zeitpunkt angesteckt wurde», heisst es dort.

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

War dieser Artikel nützlich für Dich?
Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

8 Kommentare
  1. Michel von der Schwand, 30.03.2021, 16:52 Uhr

    @Sandrine Es entzieht sich meiner Kenntnis, weshalb der Kantonsarzt überrascht ist. Fakt ist, dass man bei der Impfung entsprechend aufgeklärt wird. Zudem behauptet kein Hersteller, dass die Impfung einen hundertprozentigen Schutz bietet. Sämtliche Ärzte und andere Fachpersonen sagen immer das Gleiche. Dies habe ich bereits aufgeführt. Zudem «befreit» die Impfung nicht, die üblichen Schutzmassnahmen zu befolgen. Eine Ansteckung kann auch nach erfolgter Impfung erfolgen. Es geht im übrigen auch nicht darum, keine Panik zu verbreiten. Richtig informieren und den Arzt Ihres Vertrauens fragen. Informieren Sie sich bei den Pharmaunternehmen, welche Impfstoffe produzieren. Ich selbst habe mich impfen lassen und habe mich vorgängig intensiv über den RNA-Impfstoff informiert und verschiedene Ärzte befragt. Alle haben mir immer das Gleiche gesagt. Wie gesagt, der Dunning-Kruger-Effekt ist all gegenwärtig.

    1. Sandrine, 30.03.2021, 17:29 Uhr

      Gut, dann ist ihre Argumentation für mich nachvollziehbar. Ich würde aber nicht so weit gehen und Leute als inkompetent bezeichnen (Dunning Kruger Effek), Unerfahrenheit und schlecht geschult in wissenschaftlichen Diskursen vieleicht. Aber es ist dann auch Pflicht, etwas verständlich zu erklären, sonst darf man sich nicht das Recht nehmen, jemanden zu verunglimpfen. Es ist mir auch ein Rätsel, warum der Kantonsarzt überascht ist. Nach Ihrer Argumentation zu Folge wäre er demnach auch nicht für sein Amt geeignet.

      Es ist aber leider so, das die Impfung auch von ganz Oben als eher unkritisch gesehen wird bezüglich Ihrer Wirkung insb. bei Betagten und auf das wollte Herr Greter wahrsch. eintreten. Ok seine Argumentation ist schon ein wenig Flacherdler Niveau, aber so ganz unrecht gebe ich Ihm nicht.

  2. Sandrine, 30.03.2021, 15:49 Uhr

    @ Vonderschwand aha ja drum ist auch der Kantonsarzt überrascht, dass sich So viele Leute anstecken. Nicht gerade kohärent ihre Argumentation. Entweder nützt die Impfung bei alten doch nicht so gut (überrascht sein) , oder sie nützt und verhindert schwere Fälle. Aber beides Zusammen geht nicht. Oder der Kantonsarzt weiss es besser und sagt nicht die ganze Wahrheit, um keine Panik zu verbreiten, wäre ja au verständlich.

  3. Hubert, 30.03.2021, 15:39 Uhr

    Meine Güte, das ist aber auch wirklich erwartbar, dass Impfungen bei älteren Leuten nicht mehr so wirkungsvoll sind. Das ist ja überhaupt nichts neues und z.B bei einer Grippe Impfung auch so. Die belegte Wirksamkeit der Impfung aus den Studien streitet ja niemand ab. Die Wirklichkeit abzubilden in einer Studie z.B. Alte Leute absichtlich Anstecken und eine Doppelblindstudie durchführen ist ethisch nicht zu vertreten und daher kann man auch nicht behaupten, dass die Impfung bei allen Menschen, ungeachtet der Konstitution, Vorgeschichte, Genetik zu 95 Prozent effektiv ist (Bedingte Wahrscheinlichkeit lässt Grüssen).

  4. Roli Greter, 30.03.2021, 11:20 Uhr

    Es erweckt den Eindruck, dass es nicht sein DARF was IST; die Impfung schützt nicht vor Ansteckungen.

    1. Michi Hotz, 30.03.2021, 12:04 Uhr

      Und noch ein Flacherdler. Natürlich sind alle wissenschaftlichen Studien falsch und die Rückgänge der Ansteckungen bei den Alten alles Erfindungen. Und wer hat es rausgefunden? Sie und ihre Verschwörungskollegen. Wow.

    2. Michel von der Schwand, 30.03.2021, 12:07 Uhr

      Hat nie jemand behauptet, dass die Impfung von einer Ansteckung schützt. Eine Impfung kann bei einer allfälligen Ansteckung allenfalls zu einem milderen Verlauf führen. Nichts anderes wird gesagt. Nur Schwurbler behaupten wieder einmal etwas anderes. Der Dunning-Kruger-Effekt ist all gegenwärtig.

    3. Johann Hauri, 30.03.2021, 12:16 Uhr

      Ihr Kommentar verschweigt aber erstaunlich viele Tatsachen:
      – Erstens: bei der Impfung geht es eher darum, Tod und Leid zu verhindern. In diesem Beispiel wurde das Ziel klar erreicht.
      – Zweitens, die volle Schutzwirkung wird erst 2 Wochen nach der zweiten Impfung erwartet. Hier ist es also überhaupt keine Überraschung, dass eine Ansteckung möglich war.
      – Drittens, es wird ja nicht behauptet, dass die Impfung vollständig Ansteckungen verhindert. Anhand der Daten wird vermutet, dass die Impfung das Risiko einer Ansteckung reduziert (aber nicht eliminiert). Ansteckungen verhindern ist auch Wichtig, aber wie schon erwähnt ist dies gar nicht das Hauptziel der Impfung.

Abonniere den Newsletter

Und erhalte unsere Post ganz nach Deinen Bedürfnissen und Wünschen: Täglich oder wöchentlich.