Corona und holpriger Untergrund: Krienbach-Sanierung dauert länger
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Mitten auf der Fahrbahn: Die Baustelle beim Paulusplatz bleibt noch einen Monat länger bestehen. (Bild: ios)

Krienbachkanal wird etappenweise erneuert Corona und holpriger Untergrund: Krienbach-Sanierung dauert länger

3 min Lesezeit 14.05.2020, 05:03 Uhr

In der Obergrundstrasse klafft noch immer ein gewaltiges Loch. Darin rauscht der Krienbachkanal, während Arbeiter den Kanal sanieren. Nun steht fest: Zähes Gelände und die Pandemie verzögern den Abschluss der Arbeiten um einen Monat.

Die Geschichte des Krienbachkanals geht bis in Mittelalter zurück. Wichtig ist aber, was vor rund 140 Jahren geschah. Damals wurde der Kanal überdeckt und fliesst seither versteckt unter der Obergrundstrasse gegen die Reuss zu (zentralplus berichtete).

Seit einigen Jahren wird der ehemalige Bachlauf, der heute ausschliesslich Schmutzabwasser abführt, abschnittsweise saniert. An verschiedenen Stellen wurde der Kanal geöffnet, um vorgefertigte Rohre aus Glasfaserkunststoff in den Untergrund zu transportieren und dort zusammenzufügen.

Arbeiten dauern bis Ende Juni

Die aktuellste Baustelle befindet sich auf der Obergrundstrasse im Abschnitt zwischen Paulus- und Pilatusplatz. Die Arbeiten in diesem Abschnitt begannen im September 2019 und hätten Ende Mai 2020 abgeschlossen werden sollen.

Das noch immer klaffende Loch beim Paulusplatz gibt aber Grund zur Annahme, dass dieser Zeitplan nicht mehr aktuell ist. Auf Anfrage bestätigt dies der Gemeindeverband Real, der für die Sanierung dieses Abschnitts verantwortlich ist. Zwei Faktoren führen dazu, dass die Arbeiten noch bis Ende Juni andauern werden.

Corona-Massnahmen erschweren Arbeit

Die Arbeiten im Kanal werden von Spezialisten der deutschen Firma Aarsleff durchgeführt. Deren Einsatz wurde durch die Pandemie, beziehungsweise den deshalb geltenden Schutzmassnahmen, deutlich erschwert, wie Urs Widmer, Leiter Abwasserwirtschaft bei Real, auf Anfrage erklärt.

«Idealerweise braucht es fünf Personen, um die Rohrteile zu verlegen und zu montieren. So zu arbeiten, ist im Moment aber nicht möglich.»

Urs Widmer, Leiter Abwasserwirtschaft bei Real

«Idealerweise braucht es fünf Personen, um die Rohrteile zu verlegen und zu montieren. So zu arbeiten, ist im Moment aber nicht möglich, was die Arbeitszeit verlängert», sagt Widmer. Dadurch verlangsame sich der Einbau unweigerlich. Die Tatsache, dass bei Regenwetter 2500 Liter Wasser pro Sekunde den Kanal hinunterfliessen, macht die Sache nicht einfacher.

Holpriges Terrain

Der zweite Grund für die Verzögerung liegt im Fundament des Kanals: «Die dort verwendeten Bollensteine sind ziemlich uneben», erklärt Widmer.

Diese Tatsache bereite einem der wichtigsten technischen Hilfsmittel des Unterfangens Mühe: dem Fahrwagen. Dieser transportiert die Rohrteile im Untergrund vom Baustelleneingang zur Montagestelle. Der Fahrwagen musste in der Folge mehrmals dem unebenen Terrain angepasst werden, was wiederum Zeit frisst.

«Trotz aller Widerwärtigkeiten konnten die Bauarbeiten in technisch einwandfreier Qualität und vor allem unfallfrei abgeschlossen werden», hält Widmer fest. «Auch die Verkehrsführung hat gut funktioniert.»

Start der nächsten Etappe ist noch offen

Ein neuer Fertigstellungstermin steht indes bereits fest. Am 29. Juni soll die Baustelle an der Obergrundstrasse komplett zurückgebaut worden sein.

Die nächste Etappe der Kanalsanierung würde den Bereich vom Hotel Anker am Pilatusplatz bis zur Burgerstrasse bei der Franziskanerkirche betreffen. Dort sind im Rahmen des Gesamtverkehrsprojekts Pilatusplatz aber noch diverse politische Fragen zu klären (zentralplus berichtete).

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