Corona-Test im Schnellverfahren? So läuft’s ab
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Beim Zuger Kantonsspital werden ab Donnerstag Corona-Schnelltests durchgeführt. (Bild: zvg)

Im Zuger Kantonsspital ab Donnerstag möglich Corona-Test im Schnellverfahren? So läuft’s ab

3 min Lesezeit 1 Kommentar 05.11.2020, 05:00 Uhr

Im Zuger Kantonsspital sind ab Donnerstag auch Corona-Schnelltests im Einsatz. Wer darf sie nutzen? Wie wird man über das Resultat informiert? Und wo liegen die Unterschiede zum normalen Test? Wir haben nachgefragt.

Im Kanton Zug gibt es neuerdings Corona-Schnelltests. Während diese bereits seit Montag in der Andreasklinik im Einsatz sind, sind sie im Zuger Kantonsspital erst ab Donnerstag erhältlich. Doch wie genau läuft das ab mit diesen Schnelltests? Wie lange müssen Getestete auf diese warten und was passiert nach einem positiven oder negativen Bescheid?

zentralplus hat beim Zuger Kantonsspital nachgefragt. Die Medienverantwortliche Sonja Metzger macht gleich alle Hoffnungen zunichte, dass der Schnelltest für Patienten angenehmer ist als der herkömmliche Corona-Test. Bei diesem wird ein Stäbchen durch die Nase geschoben, um das sich im Rachenraum befindende Sekret zu gewinnen. Angenehm? Nein, mitnichten. Aber auch nicht so richtig schlimm, wie die eigene Erfahrung beweist. Auch, wenn es sich ein wenig so anfühlt, als wenn einem im Hirn rumgestöbert würde. Was natürlich Blödsinn ist.

Die Medienverantwortliche erklärt: «Der Ablauf des Tests ist identisch zum bisherigen Test.» Dann jedoch ändert sich das Prozedere im Vergleich zum herkömmlichen PCR-Test. «Beim bisherigen Test wird die Erbsubstanz des Virus mittels einer sogenannten PCR-Reaktion nachgewiesen. Eine solche Analyse dauert einige Stunden und braucht eine entsprechende Laborinfrastruktur», so Metzger. «Bei den neuen Tests wird ein Oberflächenbestandteil des Virus, ein sogenanntes Antigen, nachgewiesen. Dieses bindet an Antikörper, welche gegen diesen Bestandteil gerichtet sind.» Dies könne innert kurzer Zeit ohne Laborinfrastruktur erfolgen.

Nach zwei Stunden gibt’s ein SMS

Das Testresultat stehe bei diesen Antigen-Schnelltests zwar innert 15 Minuten zur Verfügung. Durch die nötige Vor- und Nachbearbeitung verzögere sich die Sache, weswegen die getesteten Personen erst innerhalb von zwei Stunden Bescheid erhalten. Ein grosser Zeitgewinn also, verglichen mit der bisherigen Wartezeit von 48 Stunden.

Im Testzentrum bleiben müssen die Getesteten bis zur Bekanntgabe des Resultats nicht. Dieses wird via E-Mail und/oder SMS zugestellt.

50’000 Schnelltests werden vonseiten des Bundes täglich zur Verfügung gestellt und gemäss Bevölkerungsgrösse an die Kantone verteilt. Neben Hausarztpraxen oder Apotheken erhalten natürlich auch Spitäler solche Tests. Das Zuger Kantonsspital hat nach eigenen Angaben im Rahmen der ersten Belieferung 4’000 Schnelltests für den Corona-Test erhalten. Derzeit werden am Standort täglich etwa 250 herkömmliche Tests durchgeführt.

Nicht alle Personen können jedoch einen Schnelltest machen. Es gilt unter anderem folgende Kriterien zu erfüllen:

  • Symptome, die vor weniger als vier Tagen begonnen haben.
  • Die Testwilligen gehören nicht zu den besonders gefährdeten Gruppen.
  • Die Personen sind nicht im Gesundheitswesen mit direktem Patientenkontakt tätig.

Diese Kriterien haben ihren Grund: Die Antigen-Schnelltests sind weniger verlässlich als die herkömmlichen Tests.

Trotz negativem Test ist Quarantäne angesagt

Man lässt sich also im Schnellverfahren testen und erhält kurz darauf die Mitteilung, ob positiv oder negativ. Ein negatives Resultat ist jedoch kein Grund, sich hochjauchzend in die Menschenmengen zu stürzen. Das Zuger Kantonsspital verweist auf die Wichtigkeit, dass Personen trotz negativem Testresultat gemäss den Bestimmungen des BAG zu Hause bleiben müssen. Dies bis 24 Stunden nach Abklingen der Symptome. «Ein negatives Testresultat hebt auch die Quarantäne nicht auf.»

Sonja Metzger erklärt zudem: «Da ein Schnelltest weniger genau ist als ein PCR-Test, sollte bei einem negativen Testresultat bei einer Verschlechterung der Symptome oder bei anhaltenden starken Symptomen der Test nach zwei Tagen wiederholt werden.» Dies sei bei einem PCR-Test nicht der Fall.

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1 Kommentare
  1. igarulo, 06.11.2020, 10:34 Uhr

    Und wie können sich die Risikogruppen testen lassen?

Die zentralplus Redaktion wünscht Dir einen schönen Tag!

Wir möchten einfach kurz Danke sagen. Danke, dass du zentralplus liest.