Corona: So sind die Spucktests in Zug angelaufen
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Ab Donnerstag werden alle Oberstufenschüler im Kanton Zug zweimal wöchentlich auf Corona getestet werden. (Bild: (Symbolbild: Adobe Stock))

Erste Bilanz zu Massentests an Schulen Corona: So sind die Spucktests in Zug angelaufen

2 min Lesezeit 4 Kommentare 25.02.2021, 15:55 Uhr

In Zuger Klassenzimmern ist am Donnerstagmorgen kräftig gespuckt worden. Zum ersten Mal mussten Oberstufenschüler an den Massen-Coronatests teilnehmen. Diese Massnahme wird nun zweimal wöchentlich umgesetzt. Bildungsdirektor Stephan Schleiss (SVP) zieht ein erstes Fazit.

«Chhhhtüü!» Ab Donnerstag werden Zuger Oberstufenschüler zum regelmässigen Coronatest antraben. Glück haben die Schüler insofern, als es sich um die Tests, die zweimal wöchentlich durchgeführt werden, um Spucktests handelt – und nicht um Nasen-Rachen-Abstriche, wie sie die Bevölkerung bisher über sich ergehen lassen musste.

Stephan Schleiss war am Donnerstagmorgen in der Schule Menzingen bei der ersten Reihentest-Aktion dabei. Er zieht ein positives erstes Fazit: «Das Ganze hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Die Schule war organisiert. Das Testen der Schüler dauerte gerade einmal zehn Minuten. Ich gehe davon aus, dass es künftig noch schneller vonstatten gehen wird.» Er sei entsprechend froh, dass nur wenig Unterrichtszeit für die Tests gebraucht werde.

98 Prozent der Schüler nahmen teil

Von den 530 Schülern in Menzingen hätten über 98 Prozent an den Tests teilgenommen. «Nur gerade zehn Schüler und Schülerinnen haben Dispense eingereicht. Das ist aus epidemiologischer Sicht sehr zu begrüssen», so der Bildungsdirektor. «Ebenfalls positiv zu werten ist, dass ausnahmslos alle Lehrpersonen sowie Verwaltungsangestellten an den Tests teilnahmen. Sie hätten auch die Möglichkeit, sich dispensieren zu lassen und im Gegenzug konsequent eine FFP-2-Maske zu tragen.»

Eigentlich hätten die Zuger Massentests an Schulen gleich nach den Sportferien starten sollen. Wegen Lieferschwierigkeiten musste der Start aber einige Tage verschoben werden. «Nach diesem anfänglichen Rumpler hat heute alles geklappt auf logistischer Ebene. In Zug ist man nun für die nächsten vier Wochen ausgerüstet mit Material.» Eine zweite Lieferung soll weitere vier Wochen abdecken.

Zehn Prozent der Schülerinnen waren schon in Quarantäne

Der Bildungsdirektor erzählt: «In den letzten Monaten mussten rund zehn Prozent der 5’500 Zuger Schülerinnen und Schüler, die nun regelmässig getestet werden, mindestens einmal in Quarantäne.» Schleiss vermutet, dass allein deshalb der Anreiz gross sei, sich regelmässigen Tests zu unterziehen. «Die Quarantäne bedeutet für Schüler eine grosse Belastung. Nicht nur, was das Soziale angeht. Sondern auch, da sie den verpassten Schulstoff alleine nachholen müssen.»

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4 Kommentare
  1. Fabrizio, 26.02.2021, 08:20 Uhr

    Es ist mir nicht klar wieso es wichtig geworden ist in den Schulen alle testen zu lassen? Dreiviertel der Coronatote sind aber in den Altersheimen und das weiss man ja schon lange. Wäre es nicht möglich wie z.B. im Profisport täglich alle testen zu lassen (auch die Mitarbeiter), damit unsere Betagten besser geschützt sind?

  2. René Schärli, 25.02.2021, 22:39 Uhr

    Es ist unsäglich, wie weit wir es schon haben kommen lassen und das innert einem Jahr. Man wird nur noch als ein Stück potentiell todbringender Virenhaufen angesehen, ehe man auf gut Glück mittels eines Spucktests das Gegenteil beweist, was aber dann alle paar Tage wieder neu bewiesen werden muss. Dieser Generation wird eine würdevolle Jugend genommen.
    Ich erinnere mich noch an unseren Schulstoff vor ein paar Jahren, wo wir so manch Verwerfliches aus düsteren Zeiten fassungslos hinterfragt haben. Es stimmt mich zutiefst traurig, in welch verachtender (oder verachtenswerter) Gesellschaft ich mich jetzt ein paar Jahre später wiederfinde.

  3. Christian Müller, 25.02.2021, 18:56 Uhr

    Was spricht dagegen, alle Schüler und Lehrer zu testen?
    Warum nur Oberstufenschüler und deren Lehrer?
    Viele Testen hilft Infektionen früh zu finden und Infektionsketten zu unterbinden.
    Mein Sohn geht in die Primarstufe und ich wäre froh, wenn er und seine Lehrer genauso getestet würde.

  4. Paul, 25.02.2021, 16:20 Uhr

    Kann mir jemand erklären, weshalb man sich um Himmels Willen von einem Spucktest dispensieren lässt? Gibt doch jeden Tag Unangenehmeres (Zahnseide, Windeln wechseln, Grünabfall entsorgen, Duscheabfluss reinigen…), was nicht der Allgemeinheit dient?

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