Corona-Skeptiker hetzen gegen Luzerner Polizistin
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Solche Bilder vom Einsatz der Polizei in Altdorf gegen Corona-Skeptiker machen auf Twitter die Runde. (Bild: Twitter)

Nach Demo in Altdorf Corona-Skeptiker hetzen gegen Luzerner Polizistin

2 min Lesezeit 8 Kommentare 13.04.2021, 19:21 Uhr

In Altdorf gingen am Wochenende die Wogen hoch. Rund 500 Demonstranten wehrten sich gegen die Corona-Massnahmen an einer unbewilligten Kundgebung. Nach einem Polizeieinsatz wird nun eine Polizistin der Luzerner Polizei in den sozialen Medien übel beleidigt.

Bei der Demonstration in Altdorf vom vergangenen Samstag ist nach Rangeleien während der unbewilligten Kundgebung zum Einsatz von Tränengas durch die Polizei gekommen. In den sozialen Medien kursiert nun ein Bild einer Polizistin aus Luzern, die aus einer Dose Tränengas sprüht. Die Aufnahme ist offenbar in Altdorf entstanden. Das Foto wird laut «Blick» gemeinsam mit üblen Beleidigungen geteilt, wobei «Versagerin» noch zu den netteren Beschreibungen gehöre.

Die Luzerner Polizei weiss offenbar von den Hasstiraden einschlägig bekannter Personen. Sie teilt gegenüber «Blick» mit, es werde «leider zunehmend festgestellt, dass ein Mangel an Respekt und eine latente Gewaltbereitschaft gegenüber Polizistinnen und Polizisten vorhanden ist.» Dieser begrenze sich nicht nur auf Hass im Netz.

Verband hofft auf Anzeige durch die Luzerner Polizei

Polizeisprecher Christian Bertschi sagt weiter, dass das Internet einige dazu verleiten möge «Dinge zu schreiben, die man nie jemandem ins Gesicht sagen würde». Das Netz sei aber kein rechtsfreier Raum. Ob es eine Anzeige gegen die Verantwortlichen gibt, lässt er offen.

Offenbar hofft man beim Verband Schweizerischer Polizei-Beamter aber genau darauf: «Menschen, die in den sozialen Netzwerken solche Beiträge platzieren, müssen unter allen Umständen verfolgt und zur Rechenschaft gezogen werden», sagt Alexia Hungerbühler, Leiterin Kommunikation & Marketing beim VSPB gegenüber dem Blick.

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8 Kommentare
  1. Moni, 15.04.2021, 22:14 Uhr

    «….nach Rangeleien während der unbewilligten Kundgebung zum Einsatz von Tränengas….» kann man so auslegen, muss man aber nicht. Es ist blamabel, dass die Polizei mit Tränengas auf friedliche Trychler losging. Es gab keine Gewaltbereitschaft (ausser von Seiten der Polizei) – das beweisen auch unzählige Filme über das Geschehen in Altdorf. Von den Hasstiraden über diese Polizistin in den SM weiss ich nichts – bin dort nicht aktiv – ist aber definitiv fehl am Platz, gehört sich nicht. Das heisst aber nicht, dass die Polizei nicht auch eine gewisse Manöverkritik über das Vorgehen machen muss und selbstkritisch sein muss: Gewaltbereitschaft war dort unter den Besuchern nicht vorhanden! Sehe das genau so wie der folgende Kommentar unterhalb: Das aktuelle Feindbild scheint jeder zu sein, der seine Meinung kritisch äussert zu aktuellem Thema. Andere extreme Gruppierungen sind kein Zeichen wert. Seltsam.

  2. Stefan Ernst, 14.04.2021, 13:36 Uhr

    Wenn die Antifa das macht ist es keine Zeile wert aber wehe die Anfeindungen kommen zur Abwechslung mal nicht aus dem linken Umfeld, da gibt es einen riesen Medienaufschrei.

  3. John, 14.04.2021, 10:32 Uhr

    Die Luzerner Polizei könnte ganz einfach deeskalierend wirken und selber machen, was sie einfordert, nämlich Respekt zeigen. Statt den völlig unverhältnismässigen Einsatz von Tränengas mit «Rangelei» und anderem Unsinn zu rechtfertigen, könnte sie sich entschuldigen und zugeben, dass die Polizistin sich unprofessionell verhalten hat. Das würde ihr den gewünschten Respekt einbringen und die aufgebrachten Gemüter umgehend besänftigen.

    1. Philipp Meier, 14.04.2021, 11:03 Uhr

      Die Demonstranten könnten sich auch ganz einfach an die Regeln halten und nicht an einer unbewilligten Demo teilnehmen. Ganz zu Schweigen von dem nicht einhalten der geltenden Maskenpflicht und ignorieren der Abstandsregeln. Dann wäre ein Polizeieinsatz auch nicht nötig. Meiner Meinung nach dürfte und müsste die Polizei gegen solche Querulanten noch viel härter vorgehen.

    2. John, 14.04.2021, 13:01 Uhr

      @Philipp Meier, Sie meinen so wie in Weissrussland? Damit bringen Sie unser Aussenministerium aber ganz schön in die Zwickmühle… Demos sind übrigens per Definition oft gegen die Obrigkeit gerichtet, und es gibt Gründe, weshalb sie in demokratischen Staaten nicht verboten sind. Die Nichtbewilligung von Altdorf ist klar illegal. Wenn Sie wollen, dass die Regierung gegen sie gerichtete Demos nicht bewilligen, nach Ihrer Lesart also verbieten kann, dann haben Sie wohl allgemein nicht so Freude an der CH-Staatsidee vom Volk als Souverän?

    3. Philipp Meier, 14.04.2021, 14:12 Uhr

      @John Zu Beginn wurden die Demos in der Schweiz fast ausnahmslos bewilligt. Hätten sich die Demonstranten dabei korrekt und den Regeln entsprechend verhalten, wären die Demos nicht verboten worden. Doch wie bereits gesagt, leider hat sich von Anfang an keiner an die geltenden Regeln bezüglich Maskenpflicht und Abstandsregeln gehalten. Sich nun zu wundern, dass man solche Veranstaltungen verbietet und die Polizei entsprechend eingreift ist absurd.

    4. John, 14.04.2021, 18:40 Uhr

      @Philipp Meier, wogegen würden Sie auf die Strasse gehen? Die Frage ist ernst gemeint. Ich würde Ihnen gerne beispielhaft aufzeigen, was für ein Unsinn es ist, von Menschen, die gegen die Maskenpflicht auf die Strasse gehen, zu verlangen, dass sie Masken tragen. Beispiel: Kennen Sie Critical Mass, die Velofahrer, die weltweit zusammen spazierenfahren für mehr Velo-Infrastruktur? Fänden Sie es logisch, irgendwie sinnvoll oder zielführend, denen zu sagen, sie dürfen zwar spazierenfahren, aber nur mit dem Auto?

  4. Alexander Eder, 13.04.2021, 20:07 Uhr

    Die unter den queren Denkern so breit akzeptierte postfaktische Argumentationsweise lässt durchaus die Folgerung zu, dass es sich bei Pfefferspray um eine liquide Form von Würze handelt. Die Polizistin hat demnach einige Teilnehmende dieser Aufmerksamkeitsaktion lediglich gefüttert.

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