Corona-Mutation im Kanton Zug: Betroffene Familie machte Ferien in Brasilien
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Die Familie, in der die Corona-Mutation aufgetreten ist, war in Brasilien in den Ferien. (Bild: Unsplash/Nathan Henrique)

Virus reiste mit nach Hause Corona-Mutation im Kanton Zug: Betroffene Familie machte Ferien in Brasilien

2 min Lesezeit 9 Kommentare 20.01.2021, 10:07 Uhr

Zwei Schüler in Cham sind am Montag positiv auf eine Mutation des Coronavirus getestet worden. Zwei Klassen und mehrere Lehrpersonen mussten daraufhin in Quarantäne. Das Virus dürfte von Brasilien in den Kanton Zug gekommen sein.

Insgesamt 38 Kinder und 8 Lehrpersonen der Schulen Cham sind derzeit in Quarantäne, weil zwei Primarschüler positiv auf eine Corona-Mutation getestet worden sind (zentralplus berichtete). Die Gemeinde und die Gesundheitsdirektion machten aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nur wenige Angaben über die infizierten Kinder. Der stellvertretende Kantonsarzt Hanspeter Kläy nimmt jedoch gegenüber dem «SRF Regionaljournal» Stellung: «Es handelt sich um eine fünfköpfige Familie, die über die Festtage in Brasilien in den Ferien war.»

Die Familie sei seit rund zwei Wochen zurück in der Schweiz. Damals habe eines der Kinder Symptome gezeigt, weshalb es zuhause blieb, während seine Geschwister wieder in die Schule gingen. Vergangene Woche sei das erkrankte Kind dann positiv auf Corona getestet worden. Die Behörden entschieden anschliessend, eine Sequenzierung vorzunehmen, um zu prüfen, ob eine Mutation vorliegt. Diese konnte nachgewiesen werden. «Daraufhin haben wir uns entschieden, auch die beiden Geschwister testen zu lassen», erklärt Kläy. Auch ihr Test fiel positiv aus. Deshalb mussten die Kinder in Isolation, ihre Klassenkameraden und Lehrpersonen in Quarantäne.

Bei weiteren Infektionen wird das Schulhaus unter Quarantäne gestellt

Sie alle sowie nahestehende Personen mussten zudem einen Corona-Test machen. Die Resultate sollten am Mittwoch vorliegen. Je nachdem, wie diese ausfallen, werden weitere Massnahmen getroffen. Allenfalls müsste das ganze Schulhaus unter Quarantäne gestellt werden, alle Schüler und Lehrpersonen müssten sich einem Test unterziehen, führt Kläy aus.

In anderen Kantonen, wo Corona-Mutationen aufgetreten sind, wird von Beginn weg grossflächiger getestet. Der Kanton Zug wartet jedoch die Resultate der beiden Klassen ab. «Wir werden das ab Mittwoch machen, wenn wir sehen, dass sich das Virus innerhalb dieser zwei Schulklassen tatsächlich schon weiterverbreitet hat», erklärt Kläy. Das Risiko besteht: Da die betroffenen Kinder in der Zwischenzeit in der Schule waren und höchstwahrscheinlich mit diversen anderen Schülern Kontakt hatten, könnte sich die Mutation bereits verbreitet haben.

Virus-Mutation ist ansteckender als bekannte Variante

Die Corona-Mutationen sind deshalb so gefährlich, weil sie deutlich ansteckender sind als die bisher bekannte Virusvariation. Kläy ist sich im Klaren darüber, dass infizierte Kinder das Virus an ihre Eltern oder Grosseltern weitergeben können, führt er aus. Deshalb sollen die Familien der betroffenen Schulen auch wachsam sein. Sollten weitere Massnahmen nötig werden, wird der Kanton darüber informieren. Alles hängt nun von den Corona-Tests der beiden Schulklassen ab.

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9 Kommentare
  1. Roli Greter, 21.01.2021, 17:52 Uhr

    Es ist nicht erwiesen dass diese Virusmutation ansteckender ist. Warum berichtet zentralplus auf diese Weise?

  2. Fred, 21.01.2021, 16:06 Uhr

    Ich glaube die Reiserei muss total eingeschränkt werden , nur um Ferien zu verbringen ist in der heutigen Zeit nicht mehr angebracht. Ein zwingender Besuch wenn nahe Verwandte oder Freunde die im Sterben liegen, kann ich nachvollziehen.

  3. Baumgartner, 20.01.2021, 16:58 Uhr

    Warum in aller Welt muss man nach Brasilien in die Ferien verreisen??

    1. Roli Greter, 21.01.2021, 17:53 Uhr

      Die Frage ist: Warum nicht?

  4. Paul Bründler, 20.01.2021, 11:01 Uhr

    Man kann es nicht mehr hören.
    Das Virus ist „nun einmal da“, alle Versuche es „einzufangen“ werden scheitern.
    Wie lange soll das Theater noch weitergehen? Die „Zahlen“ sinken momentan (schon vor dem Lockdown) aber sie werden auch wieder steigen bis der Frühling kommt.
    Wir können das offensichtlich nicht beeinflussen.
    Es wird die X-te Mutation und dann der nächste Virustyp kommen.
    Die einzige Frage ist, wie lange wir uns die verheerenden, nutzlosen Massnahmen und die damit einhergehende Hysterie noch antun wollen. Nur das können wir steuern.

  5. Philipp, 20.01.2021, 10:33 Uhr

    Welche Mutation wurde beim sequenzieren gefunden?
    Handelt es sich „nur“ um die britische B117, die brasilianische P2 oder gar P1?
    Das ist definitiv ein Unterschied da bei der P1 ein reduzierten Nutzen des Impfstoff/Antikörper möglich wäre und aus Manaus bereits unschöne Nachrichten kommen.

    1. Meier, 20.01.2021, 15:55 Uhr

      Können nicht mal auf das Reisen verzichten. Wie blöd muss man den sein!
      Wundert mich nichts mehr. Dank solchen
      Leuten verschlimmert sich alles.

    2. Gery Weber, 20.01.2021, 17:25 Uhr

      @Meier: Warum soll man nicht reisen? Im Ausland hat es auch nicht mehr Infizierte als hier… Die hunderttausenden von Grenzgänger kommen ja täglich auch…

    3. Mlou, 26.01.2021, 16:17 Uhr

      Gemäss heutige Aussage der Task Force… „Die Corona-Mutation aus Brasilien wurde in der Schweiz zum Glück noch nicht nachgewiesen.“
      Warum die Leute nach Brasilien fliegen um Ferien zu machen ist ein Rätsel.

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